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Borna Raub der Flammen
Region Borna Raub der Flammen
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14:26 19.05.2015
Vollbrand: Hoch in den Himmel schlagen die Flammen aus der als Lager genutzten Halle des Hofes. Quelle: Petra Lakenbrink

Dennoch ist der Schaden immens, denn in der durch den Brand zerstörten Halle befanden sich mehrere Maschinen, Kaminholz und Heu. Die Kriminalpolizei war schon am Vormittag vor Ort, um die Ermittlungen zur Brandursache in die Wege zu leiten.

"Als wir eintrafen, hatten die Ortswehren schon mit dem Löschen begonnen. Doch nur Minuten darauf kam es zu einer schlagartigen Zündung", beschrieb Frohburgs Stadtwehrleiter Lars Kupfer, der den Einsatz führte, die hoch gefährliche Situation. Das hieß jetzt: Vollbrand. Kurz vor halb sechs waren die Wehren alarmiert worden. Der Hallenbrand mit Traktor, den die Leitstelle signalisiert hatte, erwies sich als ausgedehntes Feuer in einem sanierten Wirtschaftshof direkt gegenüber des Frankenhainer Gerätehauses - das sich im Eigentum des Frankenhainer Wehrleiters Stefan Vogel befindet. Der schneidet hier unter anderem Kaminholz zu , handelt damit und verkauft Heu. Entsprechend viel brennbares Material war in dem Gebäude und auf dem Hof gelagert, verschiedene Maschinen, Anhänger und Agrargerätschaften inklusive.

Dank der Drehleitern von Frohburg und Geithain konnte das Feuer aus zwei Rohren gezielt von oben bekämpft werden. Zudem drangen Feuerwehrleute unter Atemschutz zum Gebäude vor. Ein Frankenhainer Kamerad erlitt dabei eine Rauchgasvergiftung und wurde durch den Rettungsdienst vorsorglich in das Krankenhaus nach Rochlitz gebracht. "Am Anfang hatten wir erhebliche Wasserprobleme, denn der Hydrant in der Nähe war schnell erschöpft, der Löschteich verschlammt", so Kupfer.

Zusätzlich zu den bereits eingesetzten Wehren Frankenhain, Tautenhain, Hopfgarten, Frohburg und Geithain wurden deshalb Flößberg und Greifenhain angefordert, um sich um die Löschwasserversorgung zu kümmern. Die Staatsstraße Geithain - Prießnitz wurde gesperrt, um an die dort gelegenen Hydranten heranzukommen. Im Frohburger Gerätehaus hielten sich die Eschefelder als Reserve bereit. "Mit massivem Einsatz haben wir die Nachbargebäude halten können", sagte Lars Kupfer. Nach vier Stunden war das Feuer gelöscht, das Gros der Kameraden rückte ab. Um Restarbeiten, die sich über den ganzen Tag hinzogen, kümmerten sich die Kameraden aus Frankenhain, Hopfgarten und Tautenhain.

"Kurz vor halb ging die Sirene. Ich bin raus aus dem Bett und merkte: Es riecht nach Rauch", erzählte Gerd Hofmann, ein Vierteljahrhundert lang selbst Wehrleiter in Frankenhain ("Da habe ich manche Schlacht mit geschlagen!"). Was er gestern sah, erschütterte ihn, denn ein Flügel des ehemaligen Polster'schen Hofes, lange unbewohnt und zerfallen und durch den neuen Eigentümer Stefan Vogel längst Stück für Stück vorbildlich saniert und neu belebt, ist zerstört, das Dach zur Hälfte eingestürzt.

"Gott segne und beschütze diesen Hof" steht auf einer Porphyr-Tafel, darunter das Sanierungsjahr 2012. Ein Teil des Anwesens ist seit gestern zerstört, all die aufgewendete Mühe zunichte gemacht. Vogel selbst war mit im Einsatz, brachte unter anderem mit dem Gabelstapler Paletten mit Kaminholz aus dem Gefahrenbereich, löschte andere, die bereits glimmten, ab.

"Der Brandursachen-Ermittler nimmt zeitnah seine Ermittlungen auf", sagte gestern Mittag Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig. Er beziffert den Gesamtschaden an der Halle und an zwei weiteren, baulich miteinander verbundenen Gebäuden auf eine sechsstellige Summe. Am Wohngebäude sei kein Schaden entstanden. "Am vergangenen Tag sollen Arbeiten mit Brenngeräten im Bauernhof durchgeführt worden sein. Ob diese die Brandursache waren, muss im Nachgang ermittelt werden." Ein Autofahrer habe den Brand beim Vorbeifahren bemerkt. Er habe "die Bewohner verständigt, die den Dreiseiten-Hof sofort verließen". Sie seien nicht zu Schaden gekommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2014
Ekkehard Schulreich

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