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Rauchmelder gehören in jede Wohnung - für Neubauten sollen sie Pflicht werden

Rauchmelder gehören in jede Wohnung - für Neubauten sollen sie Pflicht werden

In anderen Bundesländern sind Rauchmelder seit langem Pflicht. In Sachsen wurde bislang auf Freiwilligkeit gesetzt. Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung macht jetzt einen Anfang und verspricht, die lebensrettenden Geräte verpflichtend bei Neubauten vorzuschreiben.

Borna. Ein Vorstoß, den Feuerwehrleute richtig und als längst überfällig betrachten.

Das Thema ist wahrlich nicht neu. "Der Landesfeuerwehrverband Sachsen kämpft seit Jahren um die Rauchmelderpflicht", sagt Alexander Hecking, der amtierende stellvertretende Kreisbrandmeister im Landkreis Leipzig. "Rauchmelder schützen Leben" - die verpflichtende Ausstattung werde bundesweit gefordert, sagt er. Es sei bislang aber an der Politik gescheitert, die genauen Hintergründe sind dem Berufsfeuerwehrmann Hecking nicht bekannt.

Dass die kleinen Geräte sinnvoll sind, ist erwiesen und wird niemand ernsthaft anzweifeln wollen. Er habe zu Hause "alles vermeldert", erzählt Hecking. Und meint spezielle Punkte, wo viele Elektrogeräte stehen. Über dem Kühlschrank beispielsweise hängt ein Thermomelder.

In öffentlichen Gebäuden sind die Melder vorgeschrieben. Wie viele Haushalte tatsächlich mit den Geräten, die es bereits für 12 bis 15 Euro gibt, ausgestattet sind, ist statistisch nicht erfasst. Tatsache ist: Es sind definitiv zu wenige. "Solange nichts passiert, gibt es auch kein Umdenken", hat Hecking festgestellt und vergleicht den weit verbreiteten Verzicht auf Melder mit der Helmpflicht auf dem Fahrrad. Wer noch nicht gestürzt sei, sehe häufig keinen Grund für einen Helm. Letztlich müsse jeder selbst entscheiden, was für ihn richtig und wichtig ist. Im privaten Bereich seien Vorschriften schwer durchsetzbar.

"Ich kann die Rauchmelder nur jedem empfehlen", sagt Kai Noeske, Wehrleiter in Borna. Es habe in der Stadt in den vergangenen Wochen mehrere Brände gegeben, wo Rauchmelder anschlugen und schlimmeres verhinderten. So sei eine ältere Dame in einem Block in Borna-Ost gerettet worden, weil der Melder funktionierte und Mieter aufmerksam wurden.

Noeske hat Brände mit tödlichen Folgen erlebt. Der eingeatmete Rauch ist das Problem. Zwei Züge Kohlenmonoxid reichten schon aus, um bewusstlos zu werden. Die Melder wirken rettend, weil sie durch ein akustisches Signal aus dem Schlaf rütteln. Sie müssten in allen Wohnungen Vorschrift sein, findet er. In Sachsen sei vieles erst später dran, hat Noeske festgestellt. "Wir hängen generell ein bisschen hinterher, weil alles doppelt und dreifach auf den Prüfstand genommen wird." Ein Beispiel: Die Feuerwehr Borna habe dieses Jahr bei der Anschaffung eines neues Fahrzeugs "Klimmzüge gemacht", um für eine auf dem Auto verbaute Warneinrichtung eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. Sie war halt nicht zugelassen in Sachsen. Das Gesetz wurde geändert, so wurde auch das Papier nicht mehr nötig.

In Böhlen sind Rauchmelder seit geraumer Zeit auch Thema in der Stadtverwaltung. Die Kommune beschenkt in vierteljährlichen Abständen Eltern neugeborener Kinder mit einem solchen Gerät, um für die Sicherheit in den eigenen vier Wänden zu sensibilisieren. Eine Aktion, die ankommt. Am 9. Dezember sind die nächsten Familien eingeladen. Böhlens Stadtwehrleiter Andreas Krilla findet die Geräte wichtig, und erinnert sich an DDR-Zeiten, als es keine Rauchmelder gab. Statt dessen gab es regelmäßig vorbeugenden Brandschutzkontrollen in den Wohnungen. "Das war eine gute Sache", sagt er. Ob die über dem Ofen hängende und beanstandete Wäsche dann tatsächlich abgenommen wurde, sei mal dahingestellt...

Rauchmelder gehören in jede Wohnung, sagt Krilla. Er habe schon länger aufgerüstet - "aus Überzeugung und wegen der Sicherheit." Eine Kontrolle wie damals sei sicher nicht mehr machbar. Aber in anderer Form schon. Der Heizungsverbrauch werde ja auch einmal im Jahr abgelesen, sagt Noeske weiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.12.2014
Saskia Grätz

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Landkreis: Leipzig

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