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Zwenkauer Anwalt wegen Veruntreuung zu Bewährungsstrafe verurteilt

Klient geprellt Zwenkauer Anwalt wegen Veruntreuung zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der Zwenkauer Anwalt Joachim F. ist am Mittwoch wegen Veruntreuung erneut zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 60-Jährige machte in besseren Zeiten als Anwalt des Inzest-Geschwisterpaares von Zwenkau überregional Schlagzeilen oder war als Nebenkläger-Vertreter in spektakulären Prozessen wie dem Dreifachmord von Groitzsch im Landkreis Leipzig aufgetreten.


Quelle: Andreas Doering

Leipzig/Borna/Zwenkau.

Auch die anklagende Staatsanwaltschaft Leipzig räumte in ihrem Plädoyer ein, dass ein Berufsverbot nur dann ausgesprochen werden könne, wenn die Tat im Kontext zum ausgeführten Beruf verübt wurde. Das sei in der Causa F. nicht der Fall gewesen, weil er 2013 – damals hatte er bei einem Notartermin die 10 000 Euro eines Klienten geprellt – als juristischer Berater und eben nicht als Anwalt tätig war. Konnte er auch nicht: Das Amtsgericht Borna hatte F. im Februar 2013 bereits wegen Betruges und Untreue zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, verhängte zudem ein auf drei Jahre befristetes Berufsverbot. Der Jurist hatte damals eine Mandantin um 67 000 Euro erleichtert.

Die daraus resultierende Gefängnisstrafe sei nicht spurlos an ihm vorübergegangen. „Das war schlimm“, erklärte F. dem Gericht. Er habe die Fehler eingestanden und daraus gelernt. „Ich habe mir das alles selbst eingebrockt, mich bei den Betroffenen entschuldigt und das Geld teilweise zurückgezahlt. Jetzt hoffe ich auf eine Entscheidung, die es mir ermöglicht, mein neues Leben in einem neuen Beruf weiter zu gestalten“, sagte F. vor dem Urteil. Er arbeitet jetzt in einem Callcenter, eine Privatinsolvenz läuft.

Sein Verteidiger kritisierte in seinem Plädoyer das Verfahren beziehungsweise den Umgang mit seinem Mandanten. „Dass meinen Mandanten eine erneute Anklage direkt nach der Haftentlassung erreicht, kann für eine Resozialisierung nicht gut gewesen sein. Statt einem Menschen, der Fehler gemacht und dafür gebüßt hat, bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen, wird er wieder mit in die Öffentlichkeit und vor Gericht gezerrt. Hier hätte es andere Möglichkeiten gegeben“, erklärte der Markranstädter Rechtsanwalt Sven Kuhne.

Für den angeklagten Anwalt sprach aus Sicht des Amtsrichters Hardy Bittner, dass er ein umfassendes Geständnis zu den Vorwürfen gemacht hatte, seine günstige Sozialprognose und der Fakt, dass die Tat bereits vier Jahre zurückliegt. Es solle endlich ein Strich drunter, hatte auch der Verteidiger gehofft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Thomas Lieb

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