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Borna Regionalbus Leipzig gibt Gas: WLAN in allen Bussen
Region Borna Regionalbus Leipzig gibt Gas: WLAN in allen Bussen
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00:21 10.02.2018
„Jetzt einsteigen und lossurfen" ist das neue Motto der Regionalbus Leipzig GmbH. Geschäftsführer Andreas Kultscher macht den Praxistest. Quelle: Thomas Kube
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Landkreis Leipzig

Einen Grund mehr, auf den Bus umzusteigen, haben ab sofort die Kunden der Regionalbus Leipzig GmbH. Die komplette Flotte des kreiseigenen Busunternehmens ist seit Wochenbeginn eine Ansammlung rollender Hotspots. „Seit Montag bieten wir unseren Fahrgästen in allen Fahrzeugen einen kostenfreien Internetzugang an“, freut sich Geschäftsführer Andreas Kultscher. Die ersten zehn Busse mit kostenfreien WLAN hatte Regionalbus vor sechs Monaten auf die Strecke geschickt. „Die Resonanz war derart positiv, dass wir uns zur Ausrüstung unserer gesamten Flotte entschlossen haben.“

Surfen per WLAN ist den eigenen vier Wänden inzwischen selbstverständlich geworden. Überall da, wo Fahrzeuge des kreiseigenen Unternehmens rollen, zieht dieser Service jetzt auch auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zu Freunden ein. „Fernbus-Unternehmen haben das Thema schon länger aufgegriffen“, berichtet Kultscher über die Entwicklungen in der Branche. „Und auch wir haben uns der Herausforderung gestellt.“ Etlichen anderen Anbietern ist der Landkreis damit einen Schritt voraus. Im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes gilt Regionalbus damit als Vorreiter. „Und auch deutschlandweit sind wir eines der ersten Unternehmen, das seine komplette Flotte mit WLAN ausrüstet.“

WLAN funktioniert ohne Passwort

„Einsteigen und lossurfen“ lautet ab sofort die Devise. Zur Nutzung muss der Fahrgast lediglich sein Smartphone oder Tablet zücken. Nach Einschalten der WLAN-Funktion erscheint auf dem Display automatisch „WLAN im Bus“. Das dann direkt ausgewählt werden kann, um loszulegen. „Wir haben uns dafür entschieden, die Nutzung so einfach wie möglich zu gestalten“, ergänzt Thomas Schirm, Bereichsleiter Technik bei Regionalbus. „So müssen die Kunden weder ein Passwort eingeben noch Nutzungsbedingungen akzeptieren.“ Bereits beim zweiten Einsteigen findet das Gerät die WLAN-Verbindung automatisch. Ebenso wird kein Unterschied zwischen Abo-Kunden und anderen Fahrgästen gemacht – für alle ist der Service kostenlos.

Auch technisch war die Aufrüstung der Flotte kein Hexenwerk. „Die Busse laufen bereits über ein rechnergestütztes Betriebssystem, um künftig in Echtzeit Ankunfts- und Abfahrtszeiten anzeigen zu können“, berichtet Kultscher. „Über Router und Antenne verfügen unsere Fahrzeuge also bereits. Jetzt mussten sie nur noch mit einem sogenannten Access Point ausgestattet werden, was pro Bus mit Kosten von 600 Euro verbunden war.“

Landrat sieht Pendler als Zielgruppe

Ein Aufkleber an der Tür weist auf das WLAN-Angebot hin. Quelle: Regionalbus

Landrat Henry Graichen (CDU) ließ es sich nicht nehmen, den neuen Service zur Einführung selbst zu testen. „WLAN in den Bussen ist ein zusätzlicher Mosaikstein, um den öffentlichen Personennahverkehr für weitere Teile der Bevölkerung attraktiv zu machen.“ Wer die Wahl hat, ob er mit dem Auto fährt oder im Bus lieber entspannt online Zeitung liest oder E-Mails checkt, wird vielleicht künftig eher in die Öffentlichen einsteigen, so seine Hoffnung. „Als Zielgruppe haben wir damit auch zahlreiche Pendler im Visier, für die der ÖPNV einen Zeitgewinn bedeutet.“

Keine mobilen Daten mehr und noch so viel Schulweg übrig: Vor allem für Kinder und Jugendliche ein Alptraum, gehört es für sie doch einfach dazu, jederzeit erreichbar zu sein, auf soziale Medien wie Facebook oder Messengerdienste zugreifen zu können. In der Testphase reagierten deshalb vor allem jugendliche Passagiere begeistert auf das Surf-Vergnügen. „Und unsere Busfahrer haben festgestellt, dass es deutlich ruhiger zugeht“, ergänzt Kultscher.

So funktioniert das WLAN

Eingebremst wird das Surfen nur dadurch, dass fragwürdige Angebote geblockt werden und Updates ausgeschlossen sind. „Ansonsten ist alles möglich“, versichert Kultscher. „Auch eine Begrenzung des Datenvolumens pro Fahrgast gibt es nicht.“ Zu Schwankungen könnte es in einigen Funklöchern kommen. „Aber generell ist die Güte des Empfangs im Kreis sehr ordentlich.“

Um die Funktionsfähigkeit zu testen, führte Regionalbus einen Härtetest durch. „Selbst als sechs Leute gleichzeitig Filme gestreamt haben, machte das WLAN nicht schlapp“, berichtet Unternehmenssprecher Thomas Fröhner. „Auch Videos lassen sich einwandfrei auf dem Handy anschauen.“ Ein Volumen von 80 Gigabyte teilt sich dabei auf jeweils drei Fahrzeuge auf. Ein Gigabyte kostet das Unternehmen einen Euro. WLAN für die gesamte Flotte verschlingt also keine Unsummen, sondern kostet monatlich rund 3900 Euro. Geprüft wird derzeit noch, ob auch Subunternehmen den Service künftig anbieten.

Von Simone Prenzel

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