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Regis-Breitingen: Abwasser-Panne beim Bau der Kita sorgt für Empörung

Stadtratssitzung Regis-Breitingen: Abwasser-Panne beim Bau der Kita sorgt für Empörung

In der Stadtratssitzung von Regis-Breitingen kochte die Abwasser-Panne am Neubau der Kindertagesstätte hoch. Vor allem Ex-Stadtchef Thomas Kratzsch (CDU) trieb in der Bürgerfragestunde seinen Nachfolger Wolfram Lenk (Die Linke) mit Fragen in die Enge. Die Abgeordneten diskutierten das Thema hinter verschlossenen Türen.

Bauschild zum Neubau der Kindertagesstätte in Regis-Breitingen. Trotz der Probleme soll der Fertigstellungstermin 24. November gehalten werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Regis-Breitingen. Die Panne bei der Abwasserbeseitigung am Neubau der Kindertagesstätte war einer der Aufreger in der Bürgerfragestunde der Stadtratssitzung von Regis-Breitingen am Donnerstagabend. Vor allem Ex-Bürgermeister und Besucher Thomas Kratzsch (CDU) trieb seinen Nachfolger Wolfram Lenk (Die Linke) mit Fragen in die Enge. Trotz einiger Einwürfe hielten sich die Stadträte weitgehend zurück: Sie wollten das Thema im nicht öffentlichen Teil der Veranstaltung abhandeln, sagte der Abgeordnete Stephan Kretzschmar (SPD).

Wie berichtet, passen die Abwasserleitung vom Kita-Gebäude und der An­schluss an die Kanalisation in der Höhe nicht zusammen. Aufgrund einer Differenz von reichlich 20 Zentimeter gibt es kein natürliches Gefälle für den Abfluss, sodass zusätzlich ein Schacht mit einer Hebeanlage eingebaut werden muss. Zudem brachte dieses Problem einen Zeitverzug von fünf Wochen mit sich, der aber aufgeholt werden soll. Der Fertigstellungstermin 24. November sei zu halten. Bürgermeister Lenk hatte der LVZ geantwortet, dass er die Schuldfrage niemandem zuschiebt. Abwasserentsorger und Fachplaner sollten unter sich ausmachen, wer die zusätzliche Rechnung zahlt.

Allerdings hatten auf Anfrage dieser Zeitung weder der Zweckverband Wasser/Ab­wasser Bor­naer Land (ZBL) noch das Büro Grünplan in Krostitz den Fehler bei sich gesehen. Die Zusatzkosten für Anschaffung und Einbau könnten laut Lenk etwa 10 000 Euro betragen. Für die jährlichen Betriebskosten gebe es noch keine verlässliche Größe.

Für Vorgänger Kratzsch ist das städtische Verhalten ein Unding. „Ich kann nicht verstehen, dass der Bürgermeister nicht wegen des Geldes aktiv wird. Warum hat die Stadt den Auftrag für die Hebeanlage ausgelöst, obwohl nicht klar ist, wer das bezahlt?“, wollte er wissen. Die Schuldfrage ist eben noch ungeklärt, entgegnete Lenk. „Und die Rechnung geht an den ZBL.“ Es musste schnell gehandelt werden, um den Bau fertig zu bekommen und den Umzug aus dem alten „Regenbogenland“ bald zu ermöglichen. „Wir müssen das Projekt und die Fördermittel noch in diesem Jahr abrechnen, um nicht auf den ganzen über zwei Millionen Euro Kosten sitzenzubleiben“, so der Rathauschef.

Was Kratzsch aber nicht zufriedenstellte. „Das ist doch Aktionismus. Der ZBL sind doch die Kommunen und letztlich wir Steuerzahler.“ Aus seiner Erfahrung werde der Verband die Extra-Rechnung nicht übernehmen, weil dieser doch seine Zustimmung zu einem Bau immer mit der Bitte auf die Überprüfung der Angaben vor Ort versehe. Was Lenk bestätigte. Sodass Kratzsch meinte, dass die Kontrolle eben nicht rechtzeitig stattgefunden haben kann, „sonst wären ja passende Zahlen in die Planung eingeflossen“.

Wegen der Gefahr des Grundwasseranstiegs in Breitingen und des dann möglichen Betonfraßes wollte er wissen, ob die Kita nun 20 oder 30 Zentimeter zu tief im Boden steht. Lenk verneinte das. „Alle Voruntersuchungen wurden mit den Planangaben vorgenommen, nach denen auch gebaut wurde.“ Das habe mit der höheren Kanallage nichts zu tun. Kratzsch verwies auf den Bau der Grundschule auf der anderen Straßenseite während seiner Amtszeit, die weniger tief gegründet worden war und deshalb keine Hebeanlage benötigt. Wie auch die be­nachbarte Sporthalle nicht, warf Stadtrat Jens Landmann (FDP) ein. Dort gebe es lediglich eine elektrische Rückschlagklappe. Die (Fehl-)Information aus dem ZBL wiesen auch andere zurück.

Schließlich stieß Kratzsch besonders übel auf, dass das Rathaus schon seit fünf Wochen von der Abwasser-Panne ge­wusst, aber die Öffentlichkeit nicht darüber informiert hatte. „Und jetzt wollen Sie das auch hinter verschlossenen Türen diskutieren“, empörte er sich über die Stadträte. Was jedoch nichts änderte.

Von Olaf Krenz

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