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Borna Regis-Breitingen: Ein Christ mit Zweifeln: Ist Klimawandel großes Konjunkturprogramm?
Region Borna Regis-Breitingen: Ein Christ mit Zweifeln: Ist Klimawandel großes Konjunkturprogramm?
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00:19 17.01.2018
In Wildenhain traf sich LVZ-Mitarbeiter André Neumann (r.) auf eine Tasse Kaffee mit Wolfgang Bönsch (li.) Quelle: Jens Paul Taubert
Regis-Breitingen/Wildenhain

Nichts Geringeres als das Weltklima treibt Wolfgang Bönsch aus dem kleinen Örtchen Wildenhain, einem Ortsteil von Regis-Breitingen, um. Doch der 66-Jährige fürchtet sich nicht vor Erderwärmung und abschmelzenden Polkappen, eher davor, was den Menschen darüber als scheinbar unumstößliche Wahrheit eingetrichtert wird. Man kann seine Haltung als Verschwörungstheorie abtun. Man kann ihm aber auch zuhören und ins Grübeln kommen, wenn er sagt: „Ich zweifle nicht daran, dass sich die Erde erwärmt, sondern daran, dass der von Menschen gemachte Kohlendioxid-Ausstoß daran Schuld ist.“ Es gebe auf dieser Welt einfach schwankende Klimazeiten, fügt er hinzu. Dafür sei aber nicht der Mensch verantwortlich.

Wolfgang Bönsch, den man in Ramsdorf, in Regis-Breitingen und darüber hinaus als überaus engagierten Christen kennt, stellt sich damit gegen eine Art gesellschaftlicher Grundübereinkunft. Für ihn rangiert die Theorie von der Klimaveränderung durch den Ausstoß von Kohlendioxid eher unter der Kategorie Machtinstrument: „Erstmals in der Geschichte der Menschheit“ sagt Bönsch, „kann die gesamte Welt mit einem Thema beherrscht werden.“

Wolfgang Bönsch stammt aus der Nähe von Heidenheim in Baden-Württemberg. Er führte in Stuttgart eine Werbeagentur und war später selbstständiger Berater, unter anderem für das Wirtschaftsministerium in Baden-Württemberg. Als der damalige Ministerpräsident Lothar Späth Chef der Jenoptik in Thüringen geworden war, bekam Bönsch den Auftrag, ein Sanierungskonzept für den Teersees am ehemaligen Braunkohleveredelungswerkes in Rositz zu erarbeiten. So kam er in den Osten.

Irgendwann in dieser Zeit schlichen sich Zweifel ins Leben des erfolgreichen Unternehmers ein. Mit 41 Jahren fand er zum christlichen Glauben, als er sich die Sinnfrage stellte. Bei der Arbeit am Teersee hatte er es mit Gutachten und Gegengutachten zu tun. „Beide waren schlüssig, beide hatten Recht.“ Seitdem habe er den Glauben an jedes Gutachten verloren.

Davon ist auch sein heutiges Denken über die Klimaveränderung geprägt. Die nächsten Zweifel kamen im Januar 2013 auf, als alle Welt längst von der menschengemachten Erderwärmung überzeugt zu sein schien. Die LVZ brachte damals eine Meldung, wonach ein für den Weltklimarat (IPCC) maßgeblicher Pool von Wissenschaftlern festgestellt hatte: Die globale Temperatur bleibt gleich. Bönsch – und er war vermutlich nicht der einzige – hatte damals gedacht, es würde nun eine riesige Diskussion losgehen. Doch weit gefehlt. Nichts passierte, er fand die Erstmeldung nicht einmal in anderen Medien. Sollte eine Erkenntnis unter der Decke gehalten werden?

Seitdem las Wolfgang Bönsch sich tiefer in das Thema ein. Er stieß auf simple Erkenntnisse, die ihn in seiner Ansicht bestärkten: Dass der angebliche Klimakiller Kohlendioxid nur zu knapp 0,04 Prozent in der Luft vorkommt, womit Deutschland mit seinem Ausstoß die Luftbilanz nur zu rund 0,0005 Prozent beeinflusse. Viel, so Bönsch werde vom Abschmelzen der Polkappen und dem Anstieg der Meere gesprochen. Doch für den Nordpol immerhin gelte der einfache Eiswürfeltrick. Wenn Eis im Wasser schmilzt, steigt der Wasserspiegel nicht an. Er stieß auf Zahlen, die besagen, dass weltweit mehr Geld in Ökostrom-Anlagen als in andere Kraftwerkstechniken investiert werde. Und die Energiewende trotzdem nicht vorankomme. Er hörte Wissenschaftler, die vorrechnen, dass die Wüsten nicht größer würden, die Zahl der Eisbären ansteige und dass der Mensch den Klimawandel gar nicht beeinflussen könne.

Warum dann also der weltweite Glaube an die Theorie vom Klimawandel durch menschengemachtes Kohlendioxid? Bönsch hat für sich eine einfache Antwort gefunden: „Weil weltweit Millionen von Menschen von diesem Thema leben.“

Von André Neumann

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