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Regis-Breitingen: Geteilte Meinungen

Regis-Breitingen: Geteilte Meinungen

Die geschlossene Ablehnung zum Vorschlag von Landrat Gerhard Gey (CDU), sich in Regis-Breitingen dauerhaft eine statt zwei Schulen zu sichern, blieb im Stadtrat am Donnerstagabend aus.

Regis-Breitingen. Und angesichts eines aufgebrachten Volkes, das über die Materie nicht so detailliert informiert sein konnte wie die Parlamentarier, überraschte es, dass einzelne die Courage hatten, sich dazu auch öffentlich zu bekennen. Insbesondere aus der FDP-Fraktion wurden Meinungen laut, die die Aufhebung der Mittelschule als die am wenigsten schlechte der ohnehin wenigen Varianten befürwortete. Gey, der als Behörden-Chef den Schulnetzplan zu verantworten hat, orientiert sich an Zahlen. Und an den Botschaften, die ihn aus der Staatsregierung erreichen. „Und die sind sehr eindeutig. Zwingend notwendige Einsparungen im Landeshaushalt werden Konsequenzen in der Schullandschaft zur Folge haben. Es gibt noch die Chance mitzugestalten, wie die Konsequenzen aussehen. Verhindern kann sie nur keiner mehr", erklärte der Landrat gegenüber der LVZ. Gründe, die Gey dazu bewegten, „nach Lösungen zu suchen, die dem Landkreis zu Gute kommen." Auch er würde gern alle Schulen erhalten. Möchte sich dabei aber nicht in Wunschträumen verlieren. Zur Stadtratssitzung in Regis-Breitingen wiederholte er mehrfach, was seine bestätigte Auffassung ist: „Niemand schreibt ihnen etwas vor. Sie können selbst entscheiden, was sie tun. Entweder sie lassen alles, wie es ist. Oder sie schaffen die Voraussetzungen für einen regionales Schulnetzplan, der - und dafür biete ich meine volle Unterstützung an - ihrer Stadt zumindest die Grundschule sichert. Andere Alternativen gibt es nicht." Das sei weder eine Drohung, noch Erpressung. „Ich schildere ihnen nur die Tatsachsen. Was sie daraus machen, liegt jetzt noch in ihrer Macht." Wie erklärt man den Bewohnern, dass eine Schule mit guten Lernbedingungen und überdurchschnittlich guten Lern-Ergebnissen geschlossen werden muss? Eine Antwort, die sich auch einzelne Stadträte nicht geben konnten. Und deswegen unmissverständlich klarstellten, dass es mit ihnen keine freiwillige Aufgabe der Mittelschule gebe, wie etwa Klaus-Peter Katzbach (Die Linke), Ingo Opitz und Jörg Zetzsche (beide CDU) verdeutlichten. Auch Stephan Kretzschmar argumentierte: „Wir werden uns nicht zur Selbsthinrichtung stellen." Kretzschmar hatte zumindest Gegenvorschläge. Nämlich die, den für den Neubau der Grundschule vorgesehenen Eigenanteil (600000 Euro) in Maßnahmen zu investieren, die die Vereinigung von Mittelschule und Grundschule in der Mittelschule möglich macht. Wolfgang Plätzer, Werner Heiche (beide FDP) und Andreas Schwarz (Bürger für HRW) sind auch dagegen, die Mittelschule zu schließen. Stimmten aber dem Landrat zu, dass diese Vorstellung ein Wunschtraum bleibt. Plätzer: „Wenn wir eine förderfähige und sichere Grundschule erhalten können, halte ich das für die vernünftigste Lösung. Wir sollten diesen Weg einschlagen." Fraktionskollege Werner Heiche zog nach: „Wir sollten die Konzepte des Landrates annehmen, weil wir selbst keine besseren haben. Außerdem wird es sich Regis nicht leisten können, eine neue Grundschule zu bauen und eine unter Beobachtungsstatus stehende Mittelschule zu erhalten." Andreas Schwarz: „Beide Schulen in Regis sind stark gefährdet. Wenn wir nur eine sichern können, muss das die Grundschule sein, denn die gehört zwingend in eine Stadt." Montag wird im Schulzweckverband zum Thema beraten. Danach soll alsbald ein Termin in Dresden gefunden werden, um die tatsächliche Förderfähigkeit der Grundschule abzuklopfen.

Thomas Lieb

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