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Borna Regis-Breitingen: Große Debatte um zwei kleine Schuppen für die Grundschule
Region Borna Regis-Breitingen: Große Debatte um zwei kleine Schuppen für die Grundschule
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05:00 28.02.2018
An der Grundschule Regis-Breitingen hat der Sturm „Friederike" zwei Holzhütten stark beschädigt (Reste liegen rechts). Es sollen neue gekauft und aufgebaut werden. Quelle: Olaf Krenz
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Regis-Breitingen

Selbst über Ersatz für zwei sturmgeschädigte Holzhütten der Grundschule kann der Stadtrat Regis-Breitingen lange diskutieren. Wobei das Gremium knapp an der Grundsatzdiskussion vorbeischrammte: Wie kann eine Kommune für Aufträge bei hier ansässigen Firmen sorgen? Zumindest beschlossen die Abgeordneten eine außerplanmäßige Ausgabe von 4000 Euro.

Sturm hat Schuppen stark beschädigt

Das Sturmtief „Friederike“ hatte Mitte Januar die Schuppen stark beschädigt. „Die Dächer sind weggeflogen“, sagte Bürgermeister Wolfram Lenk (Die Linke). Es sei geprüft worden, ob die Hütten wieder aufgebaut oder ob aus zweien – ihren Resten – eine gemacht werden kann; die Stadt muss sparen. Beides funktioniere nicht. „Eigentlich haben wir kein Geld dafür. Aber brauchen wir Ersatzbauten, weil die Werkzeuge und Spielgeräte sonst aufgrund der Witterung Schaden nehmen.“

Aus dem Katalog wurden zwei Holzhütten für rund 3200 Euro ausgewählt, sagte Lenk. Blechhäuschen seien nicht nur wegen ihres Aussehens verworfen worden, sondern auch weil sie leichter sind und Temperaturen einfacher durchlassen, sodass die eingelagerten Materialien schwitzen. Den Aufbau werde der Bauhof übernehmen.

Räßler: „Wir haben doch Handwerker in der Stadt“

Was Stadtrat Manfred Räßler (Die Linke) auf den Plan rief. „Wir haben doch Handwerker, Tischler in der Stadt, die das zusammenbauen können. Warum sind die nicht gleich gefragt worden“, polterte der Unternehmer (Heizungsbau, Installationen). „Aber hier bekommt ja keiner von der Stadt einen Auftrag.“

Dabei erinnerte er an die neue Kindertagesstätte, wo die Baulose nicht genug gesplittet worden seien, sodass sie für die einheimischen Firmen zu groß waren. Lenk wies die Kritik zwar zurück. Dennoch sagte er zu, hiesige Handwerker nach ihren Konditionen zu fragen.

Florian Pitulle (CDU) wollte wissen, warum die Versicherung nicht einspringt. Laut Lenk ist der Grund, dass die Hütten nicht mit dem Hauptgebäude verbunden waren. „Wir haben uns um eine Zahlung bemüht, bekommen jedoch nichts. Jetzt werden wir uns extra um eine Versicherung bemühen.“

Werner Heiche (FDP) wies auf regelmäßigen Westwind hin. „Die Angriffsfläche muss wegen der Windlast klein sein.“ Er schlug für die Anschaffung garagenähnliche Betonteile vor. Was dem Bürgermeister nicht gefiel. „Wir werden zumindest ein Fundament für die Hütten machen“, sagte er.

Der Ratsbeschluss, bei Räßlers Gegenstimme, legte schließlich nur die Höhe der Ausgabe mit 4000 Euro fest. Er war nötig, weil Regis-Breitingen noch keinen bestätigten Haushalt 2018 hat.

Von Olaf Krenz

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