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Regis-Breitingen: In Wildenhain sitzen Kröten zum Teil auf dem Trockenen

Teiche Regis-Breitingen: In Wildenhain sitzen Kröten zum Teil auf dem Trockenen

In Wildenhain kritisieren Einwohner den Zustand des Areals um die vier Teiche. Zwei liegen trocken, das Gelände ist teils verwahrlost. Der Pächter wehrt ab: Er könne die Teiche nicht von heute auf morgen in Ordnung bringen. Auch dessen Gänse sind ein Aufreger.

Zur besten Laichzeit trockengelegt ist der größte der vier Wildenhainer Teiche (links). Nachbarn beklagen sich über den verwahrlosten Zustand des Areals. Nur zwei der Teiche haben Wasser.

Quelle: André Neumann

Regis-Breitingen/Wildenhain. Die vier Teiche im Regis-Breitingener Ortsteil Wildenhain müssen einmal einen sehr schönen Anblick geboten haben. Jedenfalls kann sich die 82-jährige Erika Seumel aus Lucka noch daran erinnern. 1940 bis 1965 wohnte sie in Wildenhain, heute hat sie hier einen Garten mit Laube. „Wenn ich die Spittelwirtschaft hier sehe, das tut mir in der Seele leid.“

Tatsächlich bieten die vier terrassenförmig angelegten Teiche einen traurigen Anblick. Der obere ist trocken und fast komplett von Schilf zugewachsen. Der nächste steht ebenfalls bis zur Hälfte voller Schilf, hat aber immerhin Wasser. Kröten quaken darin. Der große Teich Nummer drei liegt komplett trocken, an den Ufern liegen die Äste heruntergeschnittener Weiden. Ein wackeliger Drahtzaun umgibt das Gelände. Nur der vierte, der untere Teich verdient derzeit auch diesen Namen, auch wenn der schlammige und stark bewachsene Grund durch das flache Wasser gut zu sehen ist.

Bewirtschafter der Teiche ist seit gut zwei Jahren der Hagenester Landwirt Gunter Sraßburger, der für die Wählervereinigung HRW (Hagenest, Ramsdorf, Wildenhain) im Stadtrat von Regis-Breitingen sitzt. Er pachtete die Teiche von der Stadt, nachdem der vorherige Pächter seinen Vertrag nach nur vier Jahren gekündigt hatte, wie Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) sagt. „Der hatte fast nichts gemacht“. Das bestätigen auch die Nachbarn. Die Verwahrlosung der Teiche habe begonnen, nachdem der Angelverein Lucka die Teiche abgegeben hatte. Bis dahin seien das noch ordentliche Fischzuchtteiche gewesen, meint Jens Becher.

Der Revierförster beim Thüringenforst hat Haus und Grundstück direkt neben dem großen leeren Teich. Und sieht genau darin ein Problem: „Wir bauen überall Krötenzäune auf und Durchlässe unter Straßen“, sagt er und findet es unmöglich, dass der Teich gerade jetzt zur Laichzeit der Kröten nicht gefüllt wird.

Und auch er ärgert sich über den generellen Zustand der Teiche, an denen nichts passiere, „außer, dass ein paar Bäume gefällt wurden.“ Auch einige, wie Becher sagt, deren Wurzeln das Ufer gehalten hätten.

Landwirt Straßburger begründet das Trockenliegen des Teiches seit dem vorigen Herbst damit, dass an der Böschung noch einiges getan werden müsse. Außerdem wollte er so wucherndes Kraut aus dem Teich herausbekommen. Er sehe kein Problem für die Kröten, immerhin sei in zwei Teichen Wasser und auch sonst gebe es viel Wasser in und um Wildenhain. Die vier Teiche würden viel Arbeit bedeuten, das gehe für ihn als Landwirt nicht von heute auf morgen. „Nächstes Jahr werden alle wieder voll sein“, sagt Straßburger.

Auch der Bürgermeister will dem Hagenester die nötige Zeit geben. Zwar habe der als Stadtratsmitglied eine besondere Verantwortung, doch immerhin habe er die Teiche so übernommen, wie sie waren. Die Stadt habe keine Kapazitäten, sie in Ordnung zu bringen. „Hätten wir keinen Pächter gefunden, hätten wir sie wahrscheinlich trocken legen müssen“, sagt Lenk und zeigt Verständnis dafür, dass der Pächter „nicht alles von heute auf morgen erledigen kann“.

Für Anstoß sorgen auch die Gänse, die Gunter Straßburger an den Teichen hält. bis zu 30 Tiere billigt ihm der Pachtvertrag zu. „Die gehen auf Mann“, sagt Erika Seumel und erzählt, wie Gänse im vorigen Jahr gegen das Auto ihres Besuches gehackt hätten. Und auch Revierförster Becher findet es störend, wenn sich die Gänse gerade zu seiner Sprechzeit am Dienstagnachmittag vor den Grundstückstor tummeln und die Besucher durch deren Hinterlassenschaften gehen müssen.

Von André Neumann

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