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Regis-Breitingen: Neue Gutachten und weitere Wasserzufuhr für Haselbacher See

Ehemaliger Tagebau Regis-Breitingen: Neue Gutachten und weitere Wasserzufuhr für Haselbacher See

Für Naherholung und wassersportliche Freizeitgestaltung wird der Haselbacher See an der sächsisch-thüringischen Grenze schon länger genutzt. Er steht aber noch unter Bergrecht. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) arbeitet an der abschließenden Genehmigung.

Der Haselbacher See 2016. Blick von der thüringischen Seite auf das Wintersdorfer Gelände (unten links), die Ramsdorfer Seite (oben links) und die Stadt Regis-Breitingen (oben rechts).

Quelle: LMBV/Peter Radke

Regis-Breitingen. Aktuell ist das Ausflugsziel wohl vor allem für Wanderer interessant. Doch mit der in den nächsten Monaten höher steigenden Sonne werden auch wieder andere Interessenten den zwischen Sachsen (drei Viertel) und Thüringen (ein Viertel) geteilten Haselbacher See besuchen. Dieses Restloch III des früheren Kohletagebaus, rund 3,3 Quadratkilometer (reichlich 330 Hektar) groß, ist längst weitgehend in den Gemeingebrauch übergegangen. Dazu gehören in erster Linie der Badestrand bei Ramsdorf (Stadt Regis-Breitingen) und die Bewirtschaftung durch Eigentümer Anglerverband Leipzig auf der sächsischen Seite sowie die Vereins- und öffentliche Nutzung bei Wintersdorf (Stadt Meuselwitz) im thüringischen Bereich. Dennoch ist der Haselbacher See bisher nicht aus der Bergaufsicht entlassen worden, vielmehr ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) weiter für das Areal verantwortlich. Die strebt nun mit einem Planfeststellungsverfahren die abschließende Genehmigung an.

„Wir wollen 2018 den entsprechenden Antrag bei der zuständigen Landesdirektion Sachsen stellen“, erklärt Rolf Schlottmann, bei der LMBV Abteilungsleiter Planung Westsachsen/Thüringen. Wobei es nicht nur um den Haselbacher See geht, sondern auch um das Restloch I (in Thüringen), das bis 1991 als Hausmüll- und Bauschuttdeponie genutzt worden war und, nach erfolgter Sicherung, ursprünglich komplett verfüllt werden sollte, sowie das Restloch Biotop Haselbach. Beide werden nun ebenfalls Gewässer, allerdings über Jahrzehnte hinweg ohne künstliche Zufuhr.

Ein weiterer Aspekte des Antrags soll die Stützung des Wasserspiegels im Haselbacher See sein. Zwar wurde dessen eigentliche Flutung schon 2002 beendet. Doch sorgen Verdunstung und Abströmung für Verluste, die inzwischen über sechs Filterbrunnen im Bereich des Tagebaues Schleenhain ausgeglichen werden. Es sei damit zu rechnen, dass das erst beim Abschluss des Grundwasser-Wiederanstieges etwa um das Jahr 2060 beendet werden kann. Und schließlich gehe es darum, den See an die Vorflut anzuschließen, das heißt, für spätere Zeiten einen natürlichen Abfluss überschüssigen Wassers in die Schnauder zu ermöglichen.

Im Entwurf liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie vor, sie muss überarbeitet werden. „Unter anderem werden dabei die Wassergüte ermittelt und Prognosen über ihre Entwicklung gegeben“, sagt Schlottmann. Wechselwirkungen zwischen Wasser und Erdkruste werden ebenso untersucht wie naturschutzfachliche Belange. Es geht um inhaltliche Aktualisierungen. „An der Nutzung für Naherholung und Freizeitgestaltung sowie sanften Tourismus soll sich aber nichts ändern“, stellt der LMBV-Abteilungsleiter klar.

Der Haselbacher See

1955 begann der Aufschluss des Tagebaus Haselbach. 20 Jahre belieferte er die umliegenden Brikettfabriken mit Rohkohle. 1977 musste die Förderung infolge einer Kippenrutschung vorzeitig eingestellt werden. In den Jahren der Innenverkippung konnten im Rahmen der Wiedernutzbarmachung etwa 400 Hektar Forstflächen als Ausgleich für die vom Tagebau vernichteten Teile des Kammerforstes angelegt werden. Daraus ist mittlerweile ein rund 40 Jahre alter Wald entstanden.

Zwischen 1980 und 1994 wurde das Restloch für die Flutung vorbereitet und standsicher gestaltet – mit Abraum aus dem Tagebau Schleenhain sowie aus dem Aufschluss des Tagebaus Groitzscher Dreieck.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist seit 1994 verantwortlich für die Sanierung und Wiedernutzbarmachung des Haselbacher Tagebaus. Das schließt die Böschungssicherung, das Flutungsmanagement zur Gewässerherstellung und die infrastrukturelle Grunderschließung durch das Anlegen von Wirtschaftswegen ein. Von 1993 bis 2002 wurde das Restloch Haselbach III mit Grubenwasser aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain geflutet. Derzeit wird der Wasserspiegel aus Filterbrunnen von Schleenhain gestützt.

Von Olaf Krenz

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