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Borna Regis-Breitingen braucht dringend Geld für die Kindertagesstätte Regenbogenland
Region Borna Regis-Breitingen braucht dringend Geld für die Kindertagesstätte Regenbogenland
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16:45 23.03.2018
Alle wünschen sich einen neuen Kindergarten. Die Kinder aus dem Regenbogenland sowie Stadtrat Jörg Zetzsche, Leiterin Sabine Böttcher, Bürgermeister Wolfram Lenk und Franziska Neufer vom Elternrat. Quelle: André Neumann
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Regis-Breitingen

Aus dem Fenster des winzigen Raumes, den die Kolleginnen „Erzieherdingsbums“ getauft haben, kann Sabine Böttcher, die Leiterin der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Regis-Breitingen, über die Pleiße hinweg bis zu der Wiese gegenüber der Zweifeldsporthalle schauen, auf der die neue Kindertagesstätte gebaut werden soll. „Wenn die nur schon stehen würde“, seufzt sie. Denn die jetzige Einrichtung in einer verwinkelten neunzig Jahre alten Villa mit einem Anbau aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts würden sie, ihre Kolleginnen und die Kinder lieber heute als morgen verlassen. „Alles was wir hier tun“, sagt Böttcher, „ist eine logistische Herausforderung“.

Wenn es für die 20 Kinder in der oberen Etage Mittagessen gibt, „laufen die Erzieherinnen dreimal die Treppe hoch“, schildert die Leiterin. Einen Aufzug für Töpfe und Teller gibt es nicht. Auch keinen Speiseraum, keinen Turnraum und keinen Mehrzweckraum für Einzelgespräche mit Kindern, mit Eltern oder Mitarbeitern. Nur die engen zehn Quadratmeter im „Erzieherdigsbums“. Waschräume und Toiletten sind kaum größer und in den beiden Garderoben oben und unten können sich eigentlich nie alle Kinder zugleich umziehen. Das alles macht es den 14 Erzieherinnen und den technischen Mitarbeitern Tag für Tag schwer. Das Schlimmste sei jedoch, dass die Kinder zu wenig Platz haben, wissen Sabine Böttcher und Franziska Neufer vom Elternrat. Die Kinder seien traurig, weil sie vor dem Mittagsschlaf immer alles, was sie aufgebaut haben, wegräumen müssen, da der komplette Platz für die Schlafmatten gebraucht wird. Für größere Kinder, die mittags mal nicht schlafen wollen, ist nirgends Platz.

Die Probleme der Regiser Kindertagesstätte sind nicht neu. In den vergangenen Jahren half die Stadt der von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Einrichtung mit Reparaturen und Instandsetzungen über die Runden. Als dann auch noch Bedarf für mehr Plätze entstand, fing das Dilemma an. Bei einem weiteren Anbau hätte so viel verändert werden müssen, dass der Bestandsschutz erloschen wäre. Die Stadt entschied sich für einen Neubau. In dem Zusammenhang beschränkte dann aber das Landesjugendamt die Betriebsgenehmigung für die bestehende Einrichtung, Ende nächsten Jahres läuft die aus.

Für Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) ist klar, dass noch in diesem Jahr etwas passieren muss. Deswegen sucht die Stadt jetzt händeringend nach Fördermitteln. Bis zu 2,2 Millionen Euro würde der Neubau alles in allem kosten. Förderfähig wären 1,7 Millionen, dafür hofft die Stadt wenigstens auf 50 Prozent Unterstützung. Doch in der aktuellen Förderrunde ist Regis-Breitingen nicht berücksichtigt. Auf Initiative von CDU-Stadtrat Jörg Zetzsche verfasste der Stadtrat deswegen einen offenen Brief an das Sozial- und an das Kultusministerium. Vom Sozialministerium kam schon Antwort: Man sei nicht zuständig. Im Kultusministerium wird noch an einer Antwort gearbeitet. Lenk weiß, dass aus Dresden im Landratsamt in Borna in der Sache nachgefragt wurde.

Zetzsche bemüht sich auch auf Ebene seiner Partei. Er hat den Brief an die Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf und Landtagsmitglied Georg Ludwig von Breitenbuch geschickt und rechnet mit Unterstützung. Kinder und Erzieherinnen haben unterdessen schon mal kund getan, wie sie sich einen neuen Kindergarten vorstellen. Die Wünsche stehen auf bunten Plakaten und hängen als Zettel an einem Baum im Treppenhaus: Einen Bauteppich, auf dem das Spielzeug stehen bleiben kann, ist da zu lesen. Rollos für die Sonne, einen Treffpunkt für alle Kinder, ein großes Bad, eine große Garderobe...

Von André Neumann

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