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Borna Regis-Breitingen soll Mittelschul-Aus beschließen
Region Borna Regis-Breitingen soll Mittelschul-Aus beschließen
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17:11 22.03.2010
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Regis-Breitingen/Borna

Allerdings nur, wenn die Stadtspitze einer zügigen Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft mit Deutzen zustimmt; erst das macht den Weg der Deutzener Eingemeindung nach Neukieritzsch frei. Gleichzeitig soll der Stadtrat am Donnerstag über die Aufhebung der Regiser Mittelschule befinden. Die Angelegenheit sollte unter Verschluss gehalten werden. Nur ein geheimes Protokoll über Inhalte einer Sonderberatung Ende vergangener Woche im Landratsamt, das gestern auftauchte, ließ erahnen, dass die neue Schulnetzplanung für den Landkreis Leipzig weitere Einschnitte bringen wird. Einschnitte, die möglicherweise Regis-Breitingen treffen. Anlass für die Sonderberatung mit Landrat, Kultusamtsleiter Manfred Schön, Kommunalamtsleiterin Ute Kabitzsch sowie Regis' Bürgermeister Thomas Kratzsch (parteilos, CDU-Mandat) und einzelnen Stadträten war neben der Schulnetzplanung auch die jüngste Entwicklung zur Verwaltungsgemeinschaft Regis-Deutzen. „Regis-Breitingen hat beide Themen immer wieder miteinander verknüpft und den Erhalt seiner Grundschule zur Bedingung zur verwalterischen Trennung mit Deutzen gemacht", erklärte Gerhard Gey. Als der Deutzener Gemeinderat Ende vergangener Woche ankündigte, seinen geschlossenen Rücktritt zu vollziehen, sah sich der Kreischef einmal mehr in der Verantwortung. Um sowohl der Entwicklung in Deutzen und der gerade in Gang gebrachten Schulnetzplanung auf die Sprünge zu helfen, wurde im Landratsamt am Donnerstag offenbar Klartext gesprochen. Inhalte, die der Landrat in diplomatische Formulierungen packte: „Wir haben mit den Anmeldungen der neuen Mittelschüler jetzt Fakten auf dem Tisch. Diese belegen erneut eindeutig, dass Handlungsbedarf besteht", so Gey, der auf Schulen abzielt, die unter Beobachtung stehen. Neben den Grundschulen in Deutzen und Regis-Breitingen ist das auch die Mittelschule der Pleißestadt, die zuletzt nur 33 Anmeldungen von Fünftklässlern registrieren konnte. Kitzscher ist mit ebenfalls 33 Anmeldungen gleich schlecht gestellt. Kitzscher liegt Gey zufolge aber „günstiger im Sinne eines Gesamtkonzeptes für den Raum um Borna" der neu zu gestaltenden Schullandschaft. Was Gey den Regisern unmissverständlich klarmachte und gestern gegenüber der LVZ bestätigte, ist, „dass Regis-Breitingen es jetzt selbst in der Hand hat, im Sinne eines regionalen Gesamtkonzeptes zu denken und zu entscheiden. Im ländlichen Raum werden nicht alle Mittelschulen erhalten bleiben können." Weswegen Gey der Stadt als Hausaufgabe mitgab, im nächsten Stadtrat am Donnerstag über das Aus der eigenen Mittelschule zu befinden. „Andernfalls ist zu erwarten, dass das Dresden entscheidet", so Gey. Das Landratsamt hat der Pleißestadt das Wort gegeben, unterstützend für den Erhalt der Grundschule im Ort zu wirken. In dem nicht offiziellen Protokoll steht vermerkt, dass für die Sanierung beziehungsweise den Neubau Fördermittel ab 2011 zur Verfügung stehen könnten. Gey sagte dazu nur: „Regis-Breitingen hat die Chance, sich dauerhaft auf den Betrieb einer Grundschule im eigenen Ort zu konzentrieren." Alles andere sei - „im Sinne einwandfreier Bedingungen für die Schüler" - nicht erstrebenswert. Schulen, die unter Beobachtungsstatus stehen, erhalten keine Fördermittel. Der finanzielle Kraftakt für finanzschwache Kommunen sei damit gravierend hoch. Lernbedingungen würden schlechter. Laut Gey ist die Diskussion über die neue und aus Dresden geforderte Schulnetzplanung im Landkreis gerade erst angeschoben. Ab Juni wird sich der Kreistag damit beschäftigen. Nicht mehr viel Zeit, um sich grundlegende Gedanken zur eigenen Zukunft zu machen. Thomas Kratzsch hatte den Entwurf erst heute Nachmittag druckfrisch auf den Tisch bekommen und sich „noch nicht damit beschäftigt". Angesprochen auf die Inhalte der Sonderberatung mit dem Landrat und der anstehenden Positionierung des Stadtrates zur Zukunft der Mittelschule sagte Kratzsch: „Ich werde mich dazu nicht vor der Beratung im Stadtrat äußern." Gey erwartet aus Regis eine Entscheidung „unmittelbar nach der Stadtratssitzung".

Thomas Lieb

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