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Regis hat Wahl zwischen Pest und Cholera

Regis hat Wahl zwischen Pest und Cholera


Regis-Breitingen/Deutzen. Noch ist alles Theorie. Diese könnte aber praktische und weitreichende Auswirkungen haben.

. Dass Landrat Gerhard Gey (CDU) der Stadt Regis-Breitingen den Vorschlag unterbreitete, nur die Grundschule im Ort zu erhalten und die Mittelschule aufzuheben (die LVZ berichtete), könnte unter Umständen auch die Gefährdung der Grundschule Deutzen bedeuten. Zur Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft der beiden Orte gehöre laut Gey auch die Auflösung des Schulzweckverbandes (SZV), der die Schülerströme von Deutzen und Regis-Breitingen regelt.

 Gerhard Gey ist kein Mensch, der in politischen Fragen schnell aus der Fassung gerät. Nach außen immer diplomatisch und sachlich konnte aber auch der Landrat seinen Ärger über die Entwicklung zur Eingemeindung von Deutzen nicht ganz verbergen. „Ich verstehe das ewige Hin und Her einfach nicht mehr. Und es ist auch längst nicht mehr nachvollziehbar." Zweimal sei er mit in Dresden zu Beratungen im Innenministerium gewesen. Zig Beratungen im Landratsamt hat es gegeben. Stufenpläne zur Bildung einer Einheitsgemeinde mit Regis-Breitingen, Neukieritzsch und Deutzen sind erstellt und „von allen Beteiligten befürwortet" worden. Und trotzdem, so Gey weiter, „werden insbesondere aus Regis-Breitingen immer wieder neue Bedenken laut, die eine geordnete Abwicklung unmöglich machen." Gey hat auch eine Wertung für die Regiser Stadträte parat: „Nichts als Totschlagargumente." Bei allem Verständnis für die genaue Abwägung der eigenen Interessen und Absicherungen - „für einen solchen gemeinsamen Weg ist auch eine gesunde Basis des gegenseitigen Vertrauens notwendig. Man kann nicht alles über vertragliche Konstrukte klären", so Gey.

Dass der Landrat nur in einer klaren „Grundsatzentscheidung des Regiser Stadtrates zur Gestaltung der neuen Schullandschaft", eine kommunal übergreifende Lösung sieht, hat er klar gemacht: Mittelschul-Aus bedeutet Grundschul-Sicherung. Nach Vorstellung des Kreis-Chefs wäre festzulegen, dass die Grundschüler aus den Regiser Ortsteilen künftig die Einrichtung der Pleißestadt besuchen. Das regelt der Schulzweckverband zurzeit anders. Ramsdorfer, Wildenhainer oder Hagenester Schüler werden in die Grundschule Deutzen umgeleitet. Das Ergebnis einer Einigung, als Deutzen 2001 den eigenen Mittelschulstandort zugunsten der Einrichtung in Regis-Breitingen abgegeben hatte. Ergo wäre aus Geys Sicht der Schulzweckverband aufzulösen. Was eindeutig „zum Nachteil für die Gemeinde Deutzen" würde, weiß auch der Landrat. Deutzen hätte allein nicht ausreichend Grundschüler, um die Grundschule dauerhaft zu erhalten. Auch sie steht jetzt schon unter Beobachtung. Gey relativiert aber, dass „Deutzens Grundschule durchaus eine Chance durch die Fusion mit Neukieritzsch hätte." Auch in der Eingliederungsvereinbarung mit der Pleiße-Gemeinde ist der Erhalt der Deutzener Grundschule festgeschrieben.

 Dass die Schulfrage in Regis-Breitingen und Deutzen so eng verknüpft mit der Verwaltungsgemeinschaft Deutzen beziehungsweise deren Auflösung steht, bezeichnet der Landrat als problematisch, aber als gegeben. Und auch wenn sich Gey eine Entscheidung aus Regis-Breitingen wünscht, „die allen dient", wird daran kaum zu denken sein. Dass der Stadtrat morgen Abend im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung die Aufhebung der Mittelschule beschließt -nahezu ausgeschlossen. Stadtchef Thomas Kratzsch: „Nicht alles, was der Landrat will, wollen wir auch." Was auch immer Regis will - es wird eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Fördermittel für die marode Grundschule und Verzicht auf die Mittelschule. Oder Erhalt beider Schulen - dann gäbe es keine Mittel für die Grundschule und das Sächsische Kultusministerium wird der Mittelschule die Mitwirkung entziehen. Für Gerhard Gey stehen die Konsequenzen, egal welcher Entscheidung aus Regis, schon fest: „Wenn der Stadtrat im Sinne eines Gesamtkonzeptes im Schulnetzplan entscheidet und der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft mit Deutzen zustimmt, haben alle gewonnen. Wenn nicht, werden die leiden, die die Regiser Schulen nutzen."

Thomas Lieb

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