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Regis will auf Kostenbremse tretenund Teil des Friedhofes schließen

Regis will auf Kostenbremse tretenund Teil des Friedhofes schließen

Die Erhöhung der Friedhofsunterhaltungsgebühr von jährlich 30 auf über 50 Euro für die drei kommunalen Friedhöfe in Regis, Breitingen und Ramsdorf hat in der Stadt für Empörung unter Nutzern der Friedhöfe gesorgt.

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Der Rosenhain auf dem Friedhof im Stadtteil Regis ist stets gepflegt. Ob hier weiter Urnen beigesetzt werden können, ist derzeit offen.

Quelle: André Neumann

Regis-Breitingen. Jetzt will die Stadt offenbar versuchen, auf die Kostenbremse zu treten. Gelingen soll das dadurch, dass man den unteren Teil des Friedhofes in Regis auslaufen lässt. Der Teil unterhalb der Mauer ist städtisch, der obere Friedhofsteil gehört der Kirche. Die Verwaltung liegt komplett in den Händen der Kommune, die erhebt auch für alle Nutzer die gleichen Gebühren.

Die Diskussion um das Verkleinern des Friedhofes ist nicht neu. Angesichts einer überschaubaren Anzahl von Grabstätten auf großen Flächen, die gepflegt werden müssen, wurde schon mehrfach über ein Schließen des Friedhofes gesprochen, indem die Nutzungszeit der vorhandenen Grabstätten ausläuft und keine neuen Bestattungen mehr vorgenommen werden.

Das, erläuterte Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) kürzlich im Stadtrat, führe aber zu Problemen mit Menschen, die neben ihren Ehepartnern oder Angehörigen bestattet werden wollen. Deswegen macht die Verwaltung jetzt den Vorschlag, den unteren, also den kommunalen Teil des Friedhofes auslaufen zu lassen, und die so genanten Wahlgräber dann auf den anderen Teil umzuverlegen, wenn Angehörige hinzukommen.

Das Gelände werde dadurch immer ein Friedhof bleiben, sagte Lenk, es lasse sich aber effektiver pflegen. Welche finanziellen Effekt die Stadt sich davon verspricht, erklärte Kämmerin Kathrin Krüger: "Wir wollen die Kosten aus der Friedhofskalkulation herausbringen und der öffentlichen Grünpflege zuschlagen." Damit würden zwar weiterhin Kosten für die Pflege anfallen, die würden dann aber nicht mehr allein die Bürger zu tragen haben, die eine Grabstätte auf dem Friedhof unterhalten. Regis-Breitingen, sagte Krüger, "erhebt im Umkreis die höchsten Friedhofsunterhaltungsgebühren".

Unumstritten ist der Vorschlag der Verwaltung freilich nicht. Laut Florian Pitulle von der CDU-Fraktion habe der Verwaltungsausschuss entschieden, nicht den ganzen städtischen Friedhofsteil zu schließen, sondern nur einige Grabflächen.

Strittig ist zudem, was mit dem Rosenhain für anonyme Urnenbestattungen wird. "Der soll nicht geschlossen werden", berief sich Pitulle auf die Meinung im Ausschuss. "Das sehen wir nicht so", hielt Bürgermeister Lenk dagegen. Er wies darauf hin, dass der Rosenhain ohnehin fast voll ist und es auf dem Friedhof im Stadtteil Breitingen einen weiteren gibt, den alle Bürger nutzen könnten. Was auch bei Stephan Kretzschmar (SPD) auf Kritik stieß: "Ich halte es bald nicht mehr aus, was die Verwaltung denkt, wo man sparen könnte." Auch er will den Rosenhain auf dem Regiser Friedhof weiterhin anbieten. "Wenn wir dort weitere zwanzig Quadratmeter installieren, bricht unser Haushalt nicht zusammen", plädierte er für die Erhaltung.

Das Problem dabei: Der von der Stadt getragene, von Blumen umgebene Rosenhain befindet sich auf kirchlichem Gelände. Will man ihn erweitern, wozu der Platz vorhanden wäre, bedarf es der Zustimmung der Kirchgemeinde. Die habe laut Lenk auf Anfragen der Stadt "bisher nicht geantwortet". Das Ende des Rosenhains würde etliche Regiser hart treffen. Siegfried Türpe hat hier erst vor drei Monaten seine Frau bestattet, die Frau von Werner Dunkel liegt seit acht Jahren hier. Beide wünschen sich einen Platz in der Nähe ihrer Frauen. "Was sollen wir in unserem Alter noch mit einem richtigen Grab", sagt Türpe. Dunkel ergänzt: "Das wird hier immer in Ordnung gehalten." © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2015
André Neumann

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