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Borna Regiser Maibaum in Neukieritzsch
Region Borna Regiser Maibaum in Neukieritzsch
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16:59 03.05.2011
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Am Dienstag löste sich die Empörung über den dreisten Diebstahl in peinliche Vergnügung darüber auf, Opfer eines Juxes geworden zu sein. Als auf dem Neukieritzscher Markt plötzlich zwei Liebesmaien standen, war schnell klar, dass ausgerechnet Spitzbuben des künftigen Verwaltungspartners die Säge an den Regiser Stamm (der eigentlich ein Stahlrohr ist) gelegt haben.

 „Wir bekamen in der Verwaltung den Hinweis, dass der Baum in Neukieritzsch gesehen wurde und dort auf dem Gelände des Bauhofes liegt", berichtete Bauhofleiter Martin Pohlers. „Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht, zwei meiner Leute rüber geschickt, um den Baum zu holen", berichtete gestern der unkompliziert denkende Bauhofleiter. Der hatte die Rechnung ohne die Neukieritzscher gemacht. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes machten sich auf nach Neukieritzsch und identifizierten den Stamm als eindeutig Regiser „Holz".

Mitgenommen haben sie ihn aber trotzdem nicht. „So einfach ist das nicht", entgegneten ihnen die Neukieritzscher, die das Objekt aus Angst vor (Rück-)Diebstahl vom Markt in den Bauhof transportiert hatten und dort einschlossen. Der traditionelle Brauch sieht ein eindeutiges Protokoll vor. Als gestohlen zählt der Maibaum in Sachsen nur, wenn er unbemerkt über die Ortsgrenze gebracht wurde. Was den Neukieritzscher Phantomen (bis heute weiß angeblich keiner, wer am Montagmorgen um 5 Uhr am Bergmannsring aktiv war) nachweislich gelungen ist. Erst die Papiertauben, die die Krone des acht Meter langen Baumes schmückten, wovon Teile am Dienstag in Deutzen gefunden wurden, brachten die Pleißestädter auf die Spur.

Im Protokoll heißt es weiter: Ohne Gegenleistung gibt's den Baum nicht zurück. Ausgelöst wird der Baum nach ausgiebigen Verhandlungen durch angemessene Sachpreise - meist in flüssiger Form. Eine Tatsache, die die Bauhofleute aus Regis-Breitingen offenbar unterschätzt hatten. Der Neukieritzscher Bauhofleiter Kai Sgolik ist ein Fuchs. Ohne Ablöse kein Baum. Zwei Kisten Bier aus der Stadtkasse wollte Bürgermeister Thomas Kratzsch nicht bezahlen. Logisch. Die Nachlässigkeiten waren eindeutig beim Feuerwehrverein zu suchen... Die Bauhof-Mannschaft trabte wieder ab. Die Feuerwehr wurde informiert.

Dort nahm man es sportlich und sicherte den Neukieritzscher Räubern zu, die Auslöse im Austausch mit dem Liebesmaien zu zahlen.

Allerdings nicht sofort. Frühestens morgen könne der Baum abgeholt werden. „In Ordnung" hieß es aus Neukieritzsch - allerdings werden dann Lagergebühren fällig. Eine zusätzliche Kiste Sekt wird's wohl kosten. Dabei können die Regiser froh sein, dass die Pleiße nicht durch Bayern fließt: Scheitern die Verhandlungen dort und wird der Maibaum nicht ausgelöst, stellen ihn in Bayern die neuen „Besitzer" nämlich als Schandmal für das Nachbardorf und als zusätzlichen Segensbringer für ihren eigenen Ort auf. Nach einigen Wochen wird die Beute dann zersägt und versteigert. Oft wird an diesem „Schandbaum" dann eine Tafel befestigt, auf der die Maibaumdiebe ihre Enttäuschung durch Spottverse zum Ausdruck bringen.

Thomas Lieb

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