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Reithalle: Stadtrat soll entscheiden

Reithalle: Stadtrat soll entscheiden

Borna. Das Schicksal der ehemaligen Reithalle am Breiten Teich ist weiterhin unklar. Im Bauausschuss waren sich die Mitglieder vorgestern Abend einig, dass eine Entscheidung über das historische Gebäude im Stadtrat fallen soll.

. Grundlage dafür sind fünf Varianten, die sich aus einem Gutachten über die Reithalle ergeben. Klarheit soll zudem eine Besichtigung des Bauwerks am Sonnabend geben.

Am kostengünstigsten wäre der Totalabbruch der Halle. Er würde die Stadtkasse einem Gutachten des Grimmaer Architekturbüros Kayser zufolge mit 92 000 Euro belasten. Es würde allerdings das Ende eines der wenigen Gebäude in Borna bedeuten, „das mit gewissen Emotionen verbunden ist", wie Andreas Schitke sagte, der für die SPD im Stadtrat sitzt. Eine reichliche halbe Million Euro würde die Sicherung des Gebäudes gegen den weiteren Verfall kosten. Und nahezu doppelt so viel wäre fällig, wenn die Reithalle äußerlich komplett saniert würde, sodass sie als sogenannte Kalthalle nutzbar wäre. Ein Beispiel dafür, so die Gutachter, wäre die Klosterkirche in Grimma oder auch das ehemalige Salzlager der Steinkohlenzeche Zollverein in Essen. In der Reithalle, in der es dann weder eine Heizung noch sanitäre Einrichtungen gäbe, wären immerhin Ausstellungen oder auch Konzerte möglich.

Zwei Millionen Euro wären fällig, wenn die Halle unter Erfüllung baulicher Mindestanforderungen für eine ganzjährige Nutzung fit gemacht würde. So wie es in der Kulturscheune im Kloster Nimbschen der Fall ist. Das Gebäude wäre den Gutachtern zufolge ganzjährig nutzbar – etwa für Ausstellungen oder auch Veranstaltungen, wie sie im Zuge der Landesgartenschau-Bewerbung vorgesehen waren. Die Halle vollständig in Schuss zu bringen, würde knapp fünf Millionen kosten.

Zahlen, die allerdings für sich oder besser gesagt gegen die Reithalle sprechen. Schitke erklärte für die SPD-Fraktion, das angesichts der immensen Kosten unklar sei, wie die Reithalle zu erhalten sei. Zugleich erinnerte er daran, dass das Problem nicht neu sei und die Gemüter bereits in den 90er Jahren erhitzt habe. Zudem fehle der Stadt nach wie vor ein geeigneter Ort für größere Veranstaltungen, etwa den alljährlichen Abiturball des Gymnasiums.

Zuvor hatten CDU-Stadtrat Sylvio Weise wie auch Linken-Stadtrat Günther Kolbusa betont, dass die Reithalle als eins der wenigen Gebäude mit historischer Bausubstanz in Borna zu wichtig sei, als dass über ihre Zukunft nur innerhalb des Bauausschusses diskutiert und entschieden werden solle. „Das Thema muss breit und öffentlich diskutiert werden", sagte Weise. Und weiter: Wenn die Bürger der Meinung seien, dass die Halle für zwei Millionen Euro auszubauen sei, „dann gibt es auch den politischen Willen, das umzusetzen". Gerhard Artelt (FDP) verwies darauf, dass auch die Nachfolgekosten nach einer denkbaren Sanierung der Halle wichtig seien.

Als Entscheidungsgrundlage dient den Stadträten am Sonnabend ein Vor-Ort-Termin. Nach der öffentlichen Besichtigung der Baustelle der Schwimmhalle in der Deutzener Straße, zu der sich Interessenten 10 Uhr auf dem Parkplatz treffen, zieht der Tross weiter – an den Breiten Teich, um das Gebäude, das in den Jahren 1889/90 entstand, in Augenschein zu nehmen.

Nikos Natsidis

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