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Borna Renate Dähne hat sich aus Deutzens Bibliothek verabschiedet
Region Borna Renate Dähne hat sich aus Deutzens Bibliothek verabschiedet
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07:00 24.11.2016
Renate Dähne in ihrem früheren „Reich“, der Bibliothek Deutzen. Quelle: André Neumann
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Ramsdorf/Deutzen

Sie wird schon vermisst. Und auch ihr werden sie fehlen, die Leser, vor allem natürlich die Kinder. „Ich habe es gern gemacht, sehr gern“, sagt Renate Dähne, die nun ehemalige Bibliotheksleiterin von Deutzen. „Aber es ging nicht mehr, ich musste aus gesundheitlichen Gründen kündigen.“ Die angeborenen Hüftprobleme machen es der 58-Jährigen mittlerweile nahezu unmöglich, mehrere Minuten am Stück zu stehen.

Die Bücher in die Regale einsortieren, immer mal ausräumen, die Fächer auswischen und wieder einräumen – das zog sich ewig hin und war nur noch unter großen Rückenschmerzen möglich. Seit vergangener Woche ist die zum Kulturpark gehörende Bücherei im Seitengebäude der Grundschule nun das Reich von Silvia Linsenmeyer, die bisher schon mitgearbeitet hat. Ehrenamtlich mit einer kleinen Aufwandsentschädigung, wie zuvor bei Renate Dähne.

Die Ramsdorferin, als gelernte Wirtschaftskauffrau in späten DDR-Zeiten stellvertretende Bürgermeisterin ihres Heimatortes, hatte jahrelang keine Festanstellung. Über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme kam sie 2010 in die Deutzener Bibliothek. „Ich wurde dort als Quereinsteigerin eingearbeitet und hatte von Anfang an viel Spaß.“ Zum einen, weil sie selbst gern liest. „Vor allem die seichte Welle, Familiensagas“, meint sie schmunzelnd. Und zum anderen wegen des Kontakts zu den Kindern, die ja den Großteil der Nutzer stellen. Um den Nachwuchs beraten zu können, informierte sie sich intensiv über seine Themen- und Literaturvorlieben. „Sogar über Fantasy wie ,Harry Potter‘ und ,Star Wars‘, obwohl das nicht mein Ding ist.“

Zu Letzterem hat sie einen Crashkurs absolviert, damit die Lesenacht dieses Jahres ein ebensolcher Erfolg werden konnte wie die Vorgänger. Mit dem Wechsel der Veranstaltung, meist mit einem Autor, direkt in den Kulturpark war die Teilnehmerzahl sprunghaft gestiegen – auf bis zu 50 Kinder. In Zusammenarbeit mit der Grundschule führte Dähne jährlich den Lesekönig-Wettbewerb durch. Regelmäßige Besuche von Klassen, das Ganztagsangebot „Bücherwürmer“ für Grundschüler sowie Unterstützung der frühkindlichen Leseförderung in den Tagesstätten Deutzen, Ramsdorf und Lobstädt gehörten ebenfalls zum „Geschäft“.

Während sich andere nach ihrem Arbeitsleben auf Reisen und Gartenarbeit freuen, geht das bei Renate Dähne nicht. „Ich lese viel, surfe viel im Internet und sammle leidenschaftlich gern Kugelschreiber.“ Gut 3800 Stück, vor allem Werbegeschenke und abgelegte Exemplare, nennt sie ihr Eigen. „Und dann leite ich in Ramsdorf ja das Festkomitee, das unser Dorffest vorbereitet.“ Das wird auch in den letzten Wochen vorm nächsten am 13./14. Mai 2017 in Arbeit ausarten, sagt sie. „Aber ich mache es gern.“

Neu: Die Bibliothek Deutzen ist montags und dienstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Olaf Krenz

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