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Borna Reste der Leipziger Propsteikirche liegen hinter der Brikettfarik Witznitz
Region Borna Reste der Leipziger Propsteikirche liegen hinter der Brikettfarik Witznitz
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09:30 05.04.2018
Bauschutt der Leipziger Propsteikirche hinter der ehemaligen Brikettfabrik Witznitz Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Vielleicht hätte es so etwas werden können wie die Etzoldsche Sandgrube. Das Gelände im Leipziger Stadtteil Probstheida, heute eine Parkanlage, ist die Lokalität, an der vor nunmehr 50 Jahren die baulichen Reste der Leipziger Paulinerkirche abgekippt wurden und mittlerweile ein ausgewiesener Gedenkort.

Das alles dürfte mit dem Areal rund um die ehemalige Brikettfabrik Witznitz schwerlich passieren. Dabei lagern dort die Überreste der früheren Leipziger Propsteikirche. Im Gegensatz zur Paulinerkirche in gewisser Weise sogar mit dem Segen der dafür Verantwortlichen. Nicht aber mit dem Segen und der Zustimmung der dafür zuständigen Bornaer Stadtverwaltung.

So sah die alte Propsteikirche in der Leipziger Emil-Fuchs-Straße aus. Sie wird abgerissen, Bauschutt ist jetzt in Borna gelandet. Quelle: Dirk Knofe

Wer im Bornaer Norden am einstigen Maschinenhaus der vormaligen Brikettfabrik vorbeigeht, in dem seit einem halben Jahr der Maler Michael Fischer-Art zu Hause ist, um dann an einem leerstehenden Gebäude vorbeizukommen, stößt auf weiß-graue Betonreste. Zum Teil ist der Weg damit ausgebessert, zum Teil handelt es sich um erkleckliche Haufen. Für einen normalen Menschen Müll, der nach Angaben des Landratsamtes auf Privatgelände liegt.

Genehmigung liegt nicht vor

Das aber darf er nicht, teilt der Bornaer Baubürgermeister Karsten Richter (CDU) mit. Eine entsprechende Genehmigung dafür liege nicht vor.

Aus dem Landratsamt heißt es, dass „aus Sicht des Abfall- und Bodenrechts nichts dagegen“ spreche, den Bauschutt zwischenzulagern, wenn davon keine Gefahr für die Umwelt ausgehe. Der Eigentümer des Grundstücks in Witznitz habe angekündigt, den Bauschutt für den Wegebau zu nutzen. Bei dem Material handle es sich um Beton- und Ziegelbruch, der „allerdings mit Fremdbestandteilen versetzt“ sei.

Und weiter: Sofern alle nichtmineralischen Bestandteile entfernt würden, sei der Schutt auch als Baumaterial für den Weg geeignet. Derzeit untersuche das Landratsamt, ob es sich bei der Lagerung der Reste der Leipziger Kirche um eine Ordnungswidrigkeit handle.

Entscheidung für Neubau fiel 2008

Die alte Propsteikirche, ein grauer Betonklotz, war 1982 am Rande des Leipziger Rosenthals fertiggestellt worden. Doch das Grundstück, das der Gemeinde von der SED zugewiesen worden war, erwies sich als untauglich: Der sumpfige Untergrund konnte den Bau eigentlich nicht tragen.

Weil das Gebäude baufällig geworden war, fiel 2008 die Entscheidung für den Neubau einer katholischen Kirche. Das Vorhaben kostete 29,4 Millionen Euro und gilt als größter Kirchenneubau Ostdeutschlands seit dem Mauerfall. Die neue Propsteikirche im Zentrum Leipzigs ist am 9. Mai 2015 geweiht worden.

Kurz vor der Fertigstellung wurde die alte entweiht. Sie ist verkauft worden, über den Erwerber und die Kaufsumme für das denkmalgeschützte Gebäude und das rund 5000 Quadratmeter große Grundstück ist vertraglich Stillschweigen vereinbart worden.

Im Juni 2017 hatte der neue Eigentümer eine Abrissgenehmigung der Denkmalschutzbehörden. Bagger haben das Gebäude seit Anfang Januar abgetragen. Übrig geblieben sind nur drei Betonsäulen mit innen liegenden Stahlträgern, die wie ein überdimensionales Kreuz in die Landschaft ragen.

Von Nikos Natsidis

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