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Borna Revier Borna: Zahl der Straftaten sinkt um zwölf Prozent
Region Borna Revier Borna: Zahl der Straftaten sinkt um zwölf Prozent
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14:17 19.05.2015

Mit 51,2 Prozent liegt sie im Polizeirevier Borna jedoch besser als im Landkreis und der Stadt Leipzig. Das Resümee ein Jahr nach der Polizeireform: durchwachsen.

5781 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Revierbereich Borna zur Anzeige gebracht. Im Jahr zuvor waren es noch 6593 - ein Rückgang also um mehr als zwölf Prozent. Diesem positiven Trend gegenüber steht ein Minus von einem Prozent bei der Aufklärung.

"Es war für uns kein einfaches Jahr", sagt Andreas Müller. Seit Januar 2013 steht der Polizeioberrat an der Spitze des Bornaer Reviers. Er ist Chef von 176 Beamten, die von Borna und Geithain aus für Ordnung und Sicherheit sorgen. Unverzichtbar für Müller: die Bürgerpolizisten in den sieben Polizeistandorten neben Geithain und Borna: "Das ist unsere Präsenz in der Fläche."

Das Jahr 2013 war das erste nach der Strukturreform bei der sächsischen Polizei. "Vor diesem Hintergrund waren alle auf die aktuellen Zahlen gespannt", sagt Müller und fügt an: "Rund läuft es noch nicht. Aber was unser Revier betrifft, sind wir auf dem richtigen Weg." Das verdeutlicht vielleicht am besten die sogenannte Häufigkeitszahl. In ihr sind sämtliche Straftaten auf 100 000 Einwohner hochgerechnet. Für den Revierbereich Borna lautet sie 5885, für die Stadt Borna 9257. Im Landkreis liegt sie bei 6335, in der Stadt Leipzig ist sie beinahe doppelt so hoch.

Dass in Borna als größter Stadt des Einzugsbereichs die meisten Straftaten geschehen, verwundert kaum. Im Stadtgebiet ist im Jahresvergleich aber nicht nur der Rückgang augenfällig - von 2087 Delikten auf 1798. Hier ist auch die Aufklärungsquote erheblich höher. Sie stieg und liegt bei 58,2 Prozent.

"Wir sind sehr froh, dass gerade die schweren Straftaten, die mit körperlichen Angriffen einhergehen, stark abgenommen haben", sagt Andreas Müller. Raub habe sich mehr als halbiert (sechs Fälle). Schwere Körperverletzungen gingen um 27 Prozent zurück auf 27 Fälle. Eindrücklicher Abwärtstrend auch bei Diebstählen, und zwar um 15 Prozent auf 869 Fälle. Müller: "Der Kontroll- und Ermittlungsdruck, den wir aufbauen, spielt hier eine große Rolle, verbunden mit verstärkter Präsenz." Wermutstropfen: Die Zahl von Autodiebstählen stieg um ein Viertel (zehn Fälle).

Besagter Ermittlungsdruck zeitigte im vergangenen Jahr mehrfach Erfolge. So habe die Polizei vier Männer aus Borna namhaft machen können, denen sie Diebstähle aus Autos, Wohnungseinbrüche, aber auch Fahrradklau und Aufbrechen von Zigarettenautomaten zur Last legt. "Sie nahmen alles, was irgendwie zu Geld zu machen ist. Die Sache liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft zur Entscheidung", erklärt Hartmut Peim, der das Kommissariat 2 leitet. Für 18 Straftaten wird das Quartett verantwortlich gemacht, zum Beispiel für klassische Beschaffungskriminalität.

Klassisch, weil ein Dauerthema, ist auch diese Straftaten-Art: Graffitis an Fassaden. Ein 19-Jähriger soll mindestens für ein halbes Hundert dieser als Sachbeschädigung geltenden Farbgestaltungen verantwortlich sein; gefasst wurde er "auf frischer Tat" zu Jahresbeginn, so Peim: "Seitdem ist es ruhiger. Aber es treten erfahrungsgemäß andere in solche Fußstapfen."

Diesel-Diebstähle auf Baustellen habe man im vergangenen Jahr zeitweise erheblich eindämmen können, sagt Bornas Polizeichef Müller. Zweimal sei eine spezielle Operativgruppe im Einsatz gewesen. Jetzt setze man gemeinsam mit Unternehmen darauf, potenzielles Diebesgut mit künstlicher DNA zu markieren. "Dann wird eine zweifelsfreie Zuordnung möglich." Ein entscheidender Punkt auch beim Diebstahl von Buntmetall.

Drogen würden meist bei Verkehrskontrollen festgestellt. Würden sich danach bei Wohnungsdurchsuchungen Anhaltspunkte für Dealergeschäfte ergeben, übernehme die überregional agierende Kriminalpolizeiinspektion die weiteren Ermittlungen.

Das Gros der Straftäter ist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die Zahl straffälliger Kinder und Jugendlicher liegt bei 13 Prozent. "Ausländer spielen als Tatverdächtige eine untergeordnete Rolle, gerade auch bei Eigentumsdelikten", sagt Andreas Müller. Allerdings gebe es in den Unterkünften der Asylbewerber hin und wieder Streitigkeiten, die in Körperverletzungen mündeten und einen Einsatz der Beamten erforderlich machten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2014
Ekkehard Schulreich

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