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Borna Rewe: Stadtchef widerspricht Kritikern
Region Borna Rewe: Stadtchef widerspricht Kritikern
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06:03 08.07.2018
Kommt in Groitzsch Ersatz für den Pegauer Rewe-Markt, der zum Jahresende schließt? Quelle: stadt-pegau.de
Groitzsch

Bürgermeister Maik Kunze weist die Pegauer Kritik an dem in Groitzsch geplanten Rewe-Markt zurück. „Da sollten die Herren mal in die Bevölkerung hineinhören. Ihre Ablehnung ist sicherlich nicht im Interesse der Bürger“, sagt der CDU-Kommunalpolitiker. Ihn ärgert, dass die Nachbarkommune nicht das Gespräch gesucht hat. „Der große Aufschrei wird wohl erst kommen, wenn der Pegauer Rewe-Markt ab Jahresende nicht mehr da ist.“ Das Aus stehe fest.

Der Groitzscher Stadtrat hatte im Mai den Bebauungsplan „Ge­werbegebiet Süd, an der B 176“ geändert, was einen Komplex mit Lebensmittel-Supermarkt (bis 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche), Drogeriemarkt (700 Quadratmeter) und kleineren Läden (zusammen 150 Quadratmeter) ermöglichen soll. Ausgangspunkt war das Interesse eines Investors, der für den Rewe-Konzern bauen soll.

Pegau lehnt Rewe in Groitzsch ab

„Das macht die kleinen Geschäfte kaputt“, meint Kurt Brause, Stadtrat der Wählervereinigung Pro Pegau und Ge­werbetreibender. In einer Pressemitteilung schreibt er: „Es kann nicht sein, dass die Groitzscher Verwaltung auf Biegen und Brechen die weitere Zentralisierung von Einrichtungen, mit CDU-Unterstützung, für ihre Stadt ungeachtet der Interessen der Nachbarstadt anstrebt. So funktioniert eine gleichberechtigte Partnerschaft nicht.“ In Pegau hätten Norma und Lidl Neubaupläne vorgelegt. „Diese wurden von Verwaltungsspitze und Stadtrat mehrheitlich abgelehnt, da keine Notwendigkeit dafür gesehen wird und eine weitere Schwächung der Innenstädte vermieden werden soll“, so Brause. Und Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) nennt das Groitzscher Projekt „Koloss mit 2450 Quadratmeter Verkaufsfläche“. Pegaus Stellungnahme sei klar: „Wir lehnen den Markt vollumfänglich ab.“

Groitzscher Zugeständnis bei Lidl-Wechsel nach Pegau

Was sein Groitzscher Pendant nicht versteht. „Als Lidl von Groitzsch nach Pegau gehen wollte, um seine Fläche zu verdoppeln, hat Pegau nicht Nein gesagt“, so Kunze. „Wir haben nichts dagegen unternommen.“ Groitzsch habe Rewe nicht gelockt. „Hätte das Unternehmen die Chance, sich in Pegau zu vergrößern, würden wir das unterstützen – weil der Markt in der Region bleibt und von vielen Groitzschern genutzt wird.“ Aber der Platz sei eben dort nicht da.

Kunze: Vollsortimenter hat zu 95 Prozent Lebensmittel

Einkaufsmärkte gehören zum attraktiven Wohnumfeld, sagt Kunze. Der bundesweite Trend sei „Erweitern und Modernisieren“, weil eine „neue Präsentation der Waren“ gewollt sei, nicht nur mehr Masse. Brauses Ansicht, dass es bei Rewe „vom Fahrrad bis zum Kühlschrank alles zu kaufen gibt“, nennt er „Käse“. Das sei ein Lebensmittel-Vollsortimenter. „Da geht es zu 95 Prozent um Lebensmittel, mit Frischetheken und mehreren Markenartikeln einer Ware.“ Haushaltgegenstände und anderes gehören zum Angebot von Discountern, davon gebe es einige. Das sei problematisch für Innenstädte. „Wichtig ist auch, dass nur mit dem Vollsortimenter ein Drogeriemarkt kommt, der in beiden Städten fehlt.“

Dennoch, so Bürgermeister Kunze, ist er unsicher, wie die übergeordneten Behörden entscheiden; eigentlich soll in Kleinstädten die Fläche nicht größer als 800 Quadratmeter sein. „Doch in Borsdorf und Bad Lausick gibt es größere Filialen.“

Von Olaf Krenz

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