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Borna Rewe will sich in Groitzsch ansiedeln
Region Borna Rewe will sich in Groitzsch ansiedeln
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15:11 19.05.2015

Dies war Thema der Mitgliederversammlung des Groitzscher Gewerbevereins am Dienstagabend.

Bevor der Stadtrat sich dazu positioniert, ist der Gewerbeverein aufgefordert eine Stellungnahme abzugeben. "Es ist immer ein heikles Thema, wenn in der Landschaft des Handels Veränderungen anstehen", sagte Vereinschef Dieter Hager. Deshalb habe der Vorstand sich entschieden, in der Mitgliederversammlung das Thema genauer zu beleuchten und Vertreter von Rewe und der Industrie- und Handelskammer einzuladen.

Seit den 1990er Jahren betreibt Rewe einen Markt in Pegau mit 900 Quadratmetern Verkaufsfläche, sagte Ulli Seyfahrth, Gebietsleiter Expansion des Unternehmens. Da sei damals eine optimale Größe gewesen, heute jedoch zu klein. In Pegau gebe es keine Erweiterungsmöglichkeiten, deshalb sei man auf der Suche nach einem Grundstück in der Nähe - und so auf Groitzsch gekommen. Im Bereich Schusterstraße / Am Bahndamm gebe es ein geeignetes Areal. Seyfarth betonte die Vorteile eine Vollsortiment-Marktes wie Rewe mit 12 000 bis 15 000 Artikeln gegenüber Discountern mit einem geringeren Angebot. Zudem sei es ein inhabergeführtes Geschäft und die Gewerbesteuern würden in der Stadt bleiben. Man erwarte 8000 bis 10 000 Kunden pro Woche, die zusätzliche Kaufkraft in den Ort bringen würden. Im Markt, der auch über Backshop, Fleischer und Getränkemarkt verfügt, sollen 25 Leute arbeiten. Montag bis Sonnabend 7 bis 22 Uhr soll geöffnet sein, der Bäcker sonntags mindestens von 7 bis 11 Uhr. "Wir gehen davon aus, dass die Verlagerung des Rewe-Marktes von Pegau nach Groitzsch auch für die örtlichen Händler positiv ist", sagte Seyfarth. Ein gutes Beispiel dafür sei der neue Markt in Naunhof.

Der Widerspruch unter den Groitzscher Gewerbetreibenden hielt sich in Grenzen. Kritisch angemerkt wurde, dass der Markt noch mehr Autos in die Stadt bringen könnte. Auch wurden Befürchtungen laut, dass eine Rewe-Ansiedlung schwierig für den neuen Edeka-Markt im Sebastians Hof sein könnte.

Rita Fleischer von der Industrie- und Handelskammer Leipzig widersprach dem Rewe-Vertreter, der angeführt hatte, dass es laut Bundesdurchschnitt in Groitzsch ein Defizit an Verkaufsflächen gebe. Das würde so nicht stimmen, weil hierzulande die Kaufkraft zehn bis zwölf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liege. Zwar sei es richtig, dass die Stadt bisher keinen Vollsortiment-Markt mit verschiedenen Preisstufen hat, aber klar sei auch, dass es damit zu einer "Wettbewerbsverschärfung im Lebensmitteleinzelhandel" kommt, so Fleischer. Was den Vergleich mit Naunhof betrifft, führte sie an, dass der Markt dort in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt liegt. Dies sei in Groitzsch nicht gegeben: "Das ist zu weit weg. Die Kunden müssen sich nach wie vor ins Auto setzen und zu den kleinen Geschäften in die Innenstadt fahren."

Es wurde vereinbart, dass sich interessierte Gewerbetreibende den Rewe-Markt in Naunhof anschauen. Danach formuliert der Verein seine Stellungnahme für den Stadtrat, der die endgültige Entscheidung über das Vorhaben trifft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.11.2013
Carell-Domröse, Claudia

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