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"Richtig guter Familienzuwachs"

"Richtig guter Familienzuwachs"

Mit Muffins überraschte der künftige Eigentümer der Krankenhäuser Borna und Zwenkau am Dienstag seine neuen Mitarbeiter: Nach der Belegschaftsversammlung in Borna gab es große Gebäckstücke aus Schokoladenteig, verziert mit dem Schriftzug der Sana Kliniken AG.

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Der Vorsitzende der Sana Kliniken AG, Michael Philippi (r.), stellt den Mitarbeitern des Bornaer Krankenhauses die Ambitionen seines Konzerns vor.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Eine Geste, die Vorstand Jens Schick keinesfalls als süßes Pflaster missverstanden sehen wollte. "Die Mitarbeiter können den Wechsel entspannt sehen. Einbußen wird es nicht geben", sagte er am Mittag beim Pressegespräch, bei dem sich der Vorstandsvorsitzende Michael Philippi und sein Stab vorstellten. Am Nachmittag fuhr der Vorstand dann nach Zwenkau.

"Die Kliniken Leipziger Land bleiben die Kliniken Leipziger Land", formulierte Philippi einen Kernsatz. Der Träger bleibe mit der Kliniken Leipziger Land GmbH der gleiche, nur der Gesellschafter sei ab 1. Januar mit der Sana Kliniken AG ein neuer. "Wir sind hier, um für die Bevölkerung unsere Arbeit zu machen, um die Versorgung der Bürger sicherzustellen." Abstriche gebe es deshalb keine, weder an der medizinischen Qualität noch am knapp 1000-köpfigen Personal. Die Häuser in Borna und Zwenkau seien, als sie Teil des Helios-Konzerns waren, "über die Jahre exzellent entwickelt" worden. Deshalb seien sie für Sana, den viertgrößten privaten Klinikbetreiber in Deutschland, attraktiv, so Philippi: "Das ist ein richtig guter Familienzuwachs." Und eher ein Sonderfall, denn häufig erwerbe Sana "nicht so vernünftig aufgestellte kommunale Krankenhäuser".

Zum Beginn des nächsten Jahres wird die Kliniken Leipziger Land GmbH von HCM SE, die seit Februar Gesellschafter ist und sich stets nur als Brücke verstand, zu Sana wechseln - vorausgesetzt, das Bundeskartellamt erhebt keine Einwände. "Der Antrag ist gestellt, wir rechnen mit sechs Wochen Bearbeitungsdauer", sagte Philippi. Mit Einwänden rechnet er nicht, ohne der Behördenentscheidung vorgreifen zu wollen. Im Zuge des milliardenschweren Erwerbs von Rhön-Kliniken musste Helios die Kliniken Leipziger Land abstoßen.

"Natürlich fragen sich viele Mitarbeiter, was wird. Wir sind durchaus erwartungsvoll", sagte Betriebsrätin Adelheid Reinelt, seit 1969 bereits in Borna tätig. Die Entscheidung für Sana werde grundsätzlich positiv gesehen, und auch in der Übergangszeit unter HCM habe es keine Defizite gegeben. Schon im Dezember sollen Sana-weit Tarifgespräche beginnen, weil nicht nur dort, sondern auch bei den Kliniken Leipziger Land die bisherigen Verträge enden. Sorgen müsse sich niemand machen, erklärte Vorstand Schick, der für die Einrichtungen in den neuen Bundesländern und Berlin verantwortlich ist. Die mit den Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund bestehenden Sana-Vereinbarungen seien zu denen mit Helios "relativ vergleichbar". In den nächsten Wochen schon werde man darüber hinaus die Überführung der knapp 70 Service-Mitarbeiter, die bisher bei Helios-Töchtern beschäftigt sind, in die entsprechenden Sana-Betriebe angehen, ergänzte Finanzvorstand Thomas Lemke. Grund zu großer Sorge sehe er auch hier nicht: "Unsere Servicegesellschaften sind alle tarifgebunden."

"Die Bindung der Patienten an die Häuser in Borna und Zwenkau ist sehr eng. Das freut uns, und daran soll sich auch in der Zukunft nichts ändern", sagte Lemke. Sana werde kontinuierlich weiter investieren. Zwei Schwerpunkte dabei: die Notfallaufnahme und die weitere Verzahnung von ambulanter und stationärer Betreuung.

Binnen eines Jahres werde die Eingliederung in den Sana-Bestand als Kliniken Nummer 50 und 51 vollzogen sein, blickte Vorstandsvorsitzer Michael Philippi nach vorn: "Bis dahin sind wir angekommen, ganz sicher." Dass der neue Gesellschafter Sana heißt, soll bald auch in Borna deutlich sichtbar sein - erneut auf dem Dach der Klinik, auf der sich vor einem Jahr noch das grüne Helios-H drehte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2014
Achim Schoenberger

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