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Rötha: Espenhainer könnten bald Supermarkt bekommen

Einzelhandel Rötha: Espenhainer könnten bald Supermarkt bekommen

Schon lange klagen Espenhainer über fehlende Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Ort. Nun will sich auf einem Teil des Areals des ehemaligen Espenhainer Bahnhofs ein Supermarkt ansiedeln. Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) formulierte als zusätzliches Ziel, mit dem Markt auch den Geldautomaten im Ort erhalten zu können.

Das Leipziger Immobilienunternehmen Leo und Schwarz baute diesen Supermarkt in Borna-Nord. Am alten Bahnhof in Espenhain planen die Leipziger jetzt einen ähnlichen.

Quelle: Leo und Schwarz

Rötha/Espenhain. Kaum ein Thema sorgt in Espenhain so sehr für Unmut, wie der Mangel an Einkaufsmöglichkeiten. Der Ärger darüber wurde zuletzt nur noch vom öffentlichen Frust über die angekündigte Schließung des Geldautomaten-Containers der Sparkasse übertroffen. Jetzt scheint sich gleich für beides Abhilfe anzubahnen. Denn auf einem Teil des Areals des ehemaligen Espenhainer Bahnhofs will sich ein Supermarkt ansiedeln. Noch im August wird der Stadtrat dafür voraussichtlich ein Planungsverfahren einleiten.

Netto-Markt am alten Bahnhof geplant

Gebaut werden soll der Markt der Kette Netto Markendiscount auf einem rund 12 600 Quadratmeter großen Eckgrundstück zwischen der Staatsstraße 242 (Richtung Störmthal) und der Abfahrt von der B 95. Das noch stehende alte Bahnhofsgebäude selbst wird von dem Plangebiet nicht mit umfasst.

Investor für das Vorhaben ist das Leipziger Unternehmen Leo und Schwarz Immobilien, ein Spezialist für Supermärkte. Die Firma hat unter anderem den vor zwei Jahren in Borna-Nord eröffneten Netto-Markt entwickelt und gebaut. Für Espenhain gibt der geschäftsführende Gesellschafter Dietmar Schwarz eine ehrgeizige Zeitschiene vor: „Wir wollen 2018 eröffnen.“

Ein Ziel, bei dem die Röthaer Bauamtsleiterin Kerstin Haase ein wenig skeptisch ist. Auch wenn die Stadt das Vorhaben nach allen Kräften unterstützen will, wie sie auf der Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend versicherte. „Wir wollen dem Investor helfen, Baurecht zu schaffen“. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Behörden aus jetziger Sicht wohl kein verkürztes Bebauungsplanverfahren zulassen werden. Man wolle aber versuchen, das Regelverfahren so kurz wie möglich zu gestalten. Diesbezüglich habe auch das Landratsamt seine Hilfe zugesagt. Am 30. August sollen in einem Gespräch aller Beteiligten dafür die Weichen gestellt werden. Grenzen setzt die Landesdirektion auch bei der Größe des Marktes. Weil Rötha landesplanerisch keinerlei zentrale Rolle zugestanden wird, sind maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche zulässig. Leo und Schwarz hätten laut Bürgermeister gern einen größeren Markt gebaut, würden aber auch mit der kleinen Variante am Vorhaben festhalten.

Als ersten Schritt soll der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung am 24. August das Planungsverfahren in Gang setzen, formal mit einem Beschluss zum Aufstellen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit dem Titel „Einzelhandel am alten Bahnhof in Espenhain“. Nachdem der Technische Ausschuss das Vorhaben wohlwollend aufnahm, dürfte dem Stadtratsbeschluss kaum etwas im Wege stehen.

Vielleicht kann es Geldautomaten im Markt geben

Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) selbst formulierte als zusätzliches Ziel, mit dem Supermarkt den Espenhainern auch den Geldautomaten im Ort erhalten zu können. Ein solcher, so die Vorstellung, könnte im Markt installiert werden. Zumindest bieten etliche Supermärkte auch die Möglichkeit, an der Kasse Geld abzuheben. „Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht“, sagte Eichhorn. Womit er nach Gesprächen mit der Sparkasse Leipzig auch die Möglichkeit meinte, dass das Geldinstitut seine Selbstbedienungsfiliale in der Straße des Friedens übergangsweise noch 2018 stehen lassen könnte. Die Sparkasse Leipzig hatte angekündigt, die Geschäftsstelle in Rötha und das SB-Center Ende dieses Jahres zu schließen.

Peter Petters, Stadtratsmitglied aus Espenhain, begrüßte die neuen Aussichten ausdrücklich. „Damit könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagte er.

Von André Neumann

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