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Rötha, Mölbis, Steinbach und Kitzscher wollen gemeinsam Kirchspiel bilden

Kirchgemeinden Rötha, Mölbis, Steinbach und Kitzscher wollen gemeinsam Kirchspiel bilden

Jetzt ist es beschlossene Sache: Die kirchliche Landschaft nördlich und östlich von Borna verändert sich. Die Kirchgemeinden Kitzscher, Mölbis, Rötha und Steinbach wollen ein gemeinsames Kirchspiel bilden und sind für weitere offen. Der Name steht bereits fest: Evangelisch-lutherisches Kirchspiel im Leipziger Neuseenland.

Das Pfarrhaus in Mölbis ist Sitz und Zentrale des neuen Kirchspiels.

Quelle: Jens Paul Taubert

Rötha/Mölbis/Kitzscher/Steinbach. Jetzt ist es abgemachte Sache: Die kirchliche Landschaft nördlich und östlich von Borna verändert sich. Die Vorstände der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Steinbach, Kitzscher, Mölbis und Rötha haben in dieser Woche beschlossen, gemeinsam ein Kirchspiel zu bilden.

Die Vertreter der Kirchgemeinde Böhlen nahmen an dem entscheidenden Treffen der Kirchvorstände im Pfarrhaus vom Rötha nicht teil. Dort ist nämlich noch offen, ob sich die Gemeinde dem jetzt entstehenden neuen Kirchspiel anschließt oder sich in Richtung Markkleeberg orientiert.

Die in Rötha getroffene Entscheidung ist das Ergebnis eines monatelangen Diskussionsprozesses, für den die Kirchgemeinden Steinbach und Kitzscher den Anstoß gegeben hatten. Dort ist seit dem Ausscheiden von Pfarrer Andreas Süß im Februar 2015 die Pfarrstelle nur vertretungsweise besetzt. Die Landeskirche hatte deutlich gemacht, dass die Stelle nur dann wieder besetzt werde, wenn die Kirchgemeinden in der Region zu einer Zusammenarbeit finden. Deswegen hatten sich Steinbach und Kitzscher an die anderen Gemeinden gewandt.

Während die Kirchgemeinde Mölbis, zu der zahlreiche Dörfer gehören, schon Erfahrung mit großen Strukturen in der Fläche hatte, waren die Vorbehalte in Rötha anfangs am größten.

Alle vier Kirchvorstände trafen die Entscheidung in Rötha in getrennten Sitzungen für sich. Insgesamt gab es bei 35 anwesenden Kirchvorstehern nur eine Gegenstimme und einige Enthaltungen. Der Mölbiser Pfarrer Stephan Vorwergk, der als sogenannter erster Pfarrer des Kirchspiels schon feststeht, spricht angesichts dieses Ergebnisses von „großer Einmütigkeit“. Im Kirchspiel behalten die Kirchgemeinden ihre Eigenständigkeit. Die gemeinsame Vertretung ist ein Kirchspielvorstand.

Der kann im Moment allerdings noch nicht gewählt werden, stattdessen wurden zunächst ein gemeinsamer vorbereitender Ausschuss ins Leben gerufen und ein gemeinsamer Finanzausschuss. Vor der eigentlichen Gründung des Kirchspiels müssen das Regionalkirchenamt und das Landeskirchenamt noch zustimmen. Das Ja der regionalen Kirchenbehörde scheint sicher, deutet Vorwergk an, denn die Vorgespräche seien in enger Abstimmung geführt worden. Wie sich die Landeskirche positioniert, sei dagegen eine „offene Frage“, da die als Zielgröße für künftige Strukturen 4000 Kirchenmitglieder vorgegeben habe. Auch die Böhlener Entscheidung muss noch abgewartet werden, weil die Gemeinden Rötha und Böhlen sich in einem so genanten Schwesterkirchenverhältnis befinden (wie bisher auch Steinbach und Kitzscher). Das muss erst gelöst werden, bevor die neue Struktur greifen kann.

Wenn auch die Zielgröße von 4000 Gemeindemitgliedern bei weitem nicht erreicht wird, so ist das Kirchspiel in der Fläche doch beachtlich: Vorwergk spricht von 17 Kirchtürmen. Sitz des Kirchspiels ist Mölbis. Der Ort liegt einigermaßen zentral und bietet zudem eine „Balance zwischen den Städten“. Als erster Pfarrer ist Vorwergk Vorgesetzter der elf Angestellten, nicht der Pfarrer. Neben Vorwergk arbeiten im Kirchspiel die Pfarrer Christoph Krebs in Rötha und Stephan Bickhardt als Vertretung für Kitzscher und Steinbach.

Auch einen Namen hat das neue Gebilde schon: „Evangelisch-lutherisches Kirchspiel im Leipziger Neuseenland“. Der verkörpert das, was Vorwergk mit „grundsätzlicher Offenheit“ bezeichnet. Darüber wurde in Rötha sogar ein Beschluss gefasst: Nicht nur Böhlen, auch andere Gemeinden seien jederzeit willkommen.

Von André Neumann

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