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Rötha: Neues Wohnhaus soll an gesprengtes Schloss erinnern

Immobilien Rötha: Neues Wohnhaus soll an gesprengtes Schloss erinnern

Neuer Anlauf für eine Wiederbelebung des Röthaer Schlossareals: Die Röthaer Architekten Hans Arthur Wilker und Uwe Herrmann entwickeln Pläne für ein modernes Wohnhaus am Johann-Sebastian-Bach-Platz. In der Architektur lehnt sich die neue Immobilie an das alte Schloss an.

Der Entwurf des Wohnhauses soll an das frühere Schloss Rötha erinnern.

Quelle: privat

Rötha. Einen neuen Vorstoß, das Gelände des früheren Röthaer Schlosses aufzuwerten, verfolgen der in der Stadt ansässige Architekt Uwe Herrmann (45) und dessen Geschäftspartner Hans Arthur Wilker (68). Der stammt aus Bielefeld, wohnt in Bad Lausick und habe seit den 1970er Jahren enge Verbindungen nach Rötha. Beide betreiben die eigens gegründete Projektentwicklungsgesellschaft Schlossareal Rötha. Die präsentiert jetzt Pläne für ein mehrstöckiges Gebäude auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz, welches moderne Wohnungen beherbergen, äußerlich aber dennoch an das 1969 gesprengte Schloss erinnern soll.

„Das ist der eigentliche Ort der Stadtgründung von Rötha“, sagt Herrmann und begründet damit gleichsam die Bemühungen um genau dieses Areal, welches städtebaulich derzeit ein Schattendasein führt. Möglich wurden die konkreten Pläne im Grunde erst im Juli vorigen Jahres mit dem Erwerb des Schloss-Grundstückes durch den Architekten bei der Zwangsversteigerung.

Herrmann und Wilker gehen davon aus, dass Rötha eine Entwicklung als hochwertige Wohnstadt nimmt und wollen mit ihrem Projekt genau diese Tendenz bedienen. Wohl wissend, dass dazu auch das Umfeld um das geplante neue Gebäude stimmen muss. Deswegen, sagt Herrmann, müssten auch die umliegenden Grundstücke und deren Eigentümer mit in die Überlegungen einbezogen werden.

In dem Zusammenhang beleben beide gedanklich die Idee der Schlossallee wieder, für die schon 2003 durch Peter Schmelzer und das Ingenieurbüro Klemm und Hensen erste Pläne zu Papier gebracht worden waren. Die wurden damals ebenso nicht weiter verfolgt wie der einige Jahre später diskutierte Entwurf für ein Altenpflegeheim auf dem Schlossgelände.

Sowohl aus grafischen Darstellungen als auch aus einen Tischmodell aus Herrmanns Architektenbüro wird sichtbar: Das Gebäude im Zentrum des Schlossareals soll von außen deutlich an das Schloss erinnern. Es würde etwas größer, hätte aber die markante, annäherend quadratische Grundfläche sowie angedeutete Türme auf den Ecken. Als weitere Analogie zum Schloss soll das Gebäude eine offenen Innenhof bekommen, der ein öffentlich zugänglicher Erinnerungsort sein könnte. „Wir wollen mit moderner Architektur Wesentliches des Schlosses aufnehmen“, beschreibt Uwe Herrmann den von ihm verfolgten Ansatz. Dadurch solle sowohl ein „Wiedererkennungseffekt“ entstehen als auch „dem Schloss Ehre erwiesen werden.“

Herrmann und Wilker, die beide auch Mitglieder des sich um das Schloss bemühenden Fördervereins „Rötha – Gestern. Heute. Morgen.“ sind, bringen ihre Pläne jetzt in die öffentliche Diskussion. Parallel läuft eine Bauvoranfrage. „Wir wollen“, sagt Wilker, „die Planungen so weit voranbringen, dass wir 2017 eine Baugenehmigung haben.“

Noch nicht entschieden ist, wie und durch wen das Vorhaben, das dessen geistigen Urheber auf rund 4,5 bis fünf Millionen Euro schätzen, realisiert werden soll. „Wir nennen uns Projektentwicklungsgesellschaft“, so Hans Arthur Wilker. „Ob wir auch Bauherren werden, ist noch nicht entschieden.“ Das Vorhaben könne auch über einen Bauträger umgesetzt werden.

Von André Neumann

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