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Borna Rötha: Verbündetenzimmer wird eingeweiht
Region Borna Rötha: Verbündetenzimmer wird eingeweiht
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15:55 19.05.2015
Kuratorin Sabine Schneider und Fördervereinsvorsitzender Walter Christian Steinbach erwarten die Besucher der Ausstellung im Verbündetenzimmer. Quelle: Ute Wolf

Eine originale Anrichte, zahlreiche historische Dokumente und wertvolle Kunstgegenstände sind hier aufgebaut. Sie stammen aus dem ehemaligen Speisesaal des Röthaer Schlosses, das als Verbündetenzimmer in die Geschichte einging, einst im Besitz der Adelsfamilie von Friesen. Ihr persönliches Lieblingsstück in der Ausstellung sei ein kunstvoll verzierter Etagenofen.

"Die Schwanenhälse sind ganz typisch für den Klassizismus", erläutert die Kunsthistorikerin. Mehr als zwei Jahre hat sie gemeinsam mit dem Förderverein "Rötha - Gestern. Heute. Morgen." an der Ausstellung gearbeitet und mit der Sammlung ein Stück Weltgeschichte nach Rötha zurückgeholt.

"Treibende Kraft für die Ausstellung war Freiherr Heinrich von Friesen, alle Stücke sind Leihgaben", erklärt Schneider. Und auch der Vereinsvorsitzende Walter Christian Steinbach erinnert sich: "Vor drei Jahren kam Freiherr Heinrich von Friesen nach Rötha und bat mich, einen Förderverein zu gründen, um die Einrichtung des ehemaligen Speisesaals wieder nach Rötha zu bringen." Steinbach stand damit vor einer großen Aufgabe. "Aber auch vor einer Last, die mit dieser Aufgabe plötzlich da war", bekennt der Vereinsvorsitzende.

Die Schau wird an diesem Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, mit großem Bahnhof eröffnet. Die Silbermannorgel erklingt, Heinrich von Friesen wird persönlich anwesend sein, ebenso wird die sächsische Sozialministerin Christine Clauß (CDU) ein Grußwort sprechen, und auch Landrat Gerhard Gey (CDU) nimmt teil.

Ein fünfminütiger Film erinnert an die Tage der Völkerschlacht 1813 und zeigt die Geschichte des Speisesaals. Hier im Schloss, weit von den Schlachtfeldern entfernt, hielten die gegen Napoleon alliierten Truppen großen Kriegsrat ab. Am 17. Oktober 1813 rückte das kleine Rötha ins Zentrum der europäischen Politik. Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. von Russland und Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. sowie Fürst Karl Philipp zu Schwarzenberg berieten über ihre Kriegsstrategie, die schließlich zur Niederlage Napoleons führte.

Ein interessantes, wenn auch trauriges Detail der Ausstellung sind Fotos von der Sprengung des Schlosses. Diese stellten den Röthaer Förderverein vor eine große Herausforderung. "Wir wussten zwar, dass die Aufnahmen vom Leipziger Fotografen Rolf Langematz stammten, hatten aber keinen Kontakt zu Angehörigen", berichtet Steinbach. Der Leipziger Fotograf war 2012 in Eilenburg gestorben. Nach vielen Bemühungen gestatteten die Erben von Rolf Langematz die Verwendung der Bilder für die Ausstellung. Gefördert wurde die Schau von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen Chemnitz und vom Kulturraum Leipziger Land. "Der Durchbruch für unsere Arbeit als Verein war im Vorfeld eine Unterstützung der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse", betont Steinbach.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.09.2013

Ulrike Wolf

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