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Borna Rötha baut Kita neben der Grundschule
Region Borna Rötha baut Kita neben der Grundschule
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17:08 09.11.2018
Hier will die Stadt Rötha ihren neuen Kindergarten bauen. Im Hintergrund ist die Kita „Regenbogenland“ zu sehen. Quelle: André Neumann
Rötha

Der Standort für eine neue Kindertagesstätte in Rötha steht fest. Nachdem der Stadtrat sich vor drei Wochen nur auf die Diakonie als Betreiber, nicht aber auf den Bauplatz einigen konnte, waren jetzt alle einer Meinung: Der Neubau mit 69 Plätzen soll auf einem freien Platz in der Straße der Jugend direkt neben dem Mehrgenerationenhaus errichtet werden. Dabei wäre dieser Bauplatz beinahe übersehen worden.

Bürgermeister von Rötha entschuldigt sich

Das Grundstück, auf dem sich derzeit ein öffentlicher Spielplatz und ein Reitplatz befinden, grenzt unmittelbar an das Gelände der Grundschule und über Eck an den bestehenden Kindergarten „Regenbogenland“.

Vor zwei Wochen wollte die Stadtverwaltung noch das Gelände des jetzigen Bauhofes auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz durchsetzen. Der jetzt einstimmig beschlossene Bauplatz stand damals gar nicht zur Debatte, obwohl er in einer früheren Diskussionsrunde schon einmal vorgeschlagen worden war. „Ich hatte daran gar nicht mehr gedacht“, entschuldigte sich Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) jetzt.

Drei Grundstücke in der Abwägung

Diesmal hatte die Verwaltung drei Grundstücke zur Wahl gestellt, neben dem Bauhof-Areal und dem in der Straße der Jugend auch noch das in der Haeckelstraße, welches auf Grund eines mehrere Jahre alten Stadtratsbeschlusses aber eigentlich schon verkauft werden sollte.

Nachdem sich vor drei Wochen sowohl Planer Thomas Schubach als auch Stefan Winkelmann von der Diakonie fast ausschließlich zu dem Grundstück am Bach-Platz geäußert hatten, hatte der Planer diesmal einen Vergleich aller drei Standorte vorbereitet und die jeweiligen Vor- und Nachteile aufgelistet.

Ruhiger Platz in zentraler Lage

Dabei schnitt aus Sicht der Stadträte das Grundstück in der Straße der Jugend am besten ab. Thomas Schubach sprach von einem ruhigen Platz in zentraler Lage. Zudem sei es als einziges der drei Grundstücke groß genug, um den Kindergarten eingeschossig bauen zu können, was für den Betrieb der Einrichtung günstiger sei.

Zukunft von Kutschbetrieb in Rötha noch offen

Ein Teil der Fläche ist verpachtet an den Reit- und Kutschbetrieb von Ursula Reich. Auf dem übrigen Gelände befindet sich der Spielplatz. Entweder der Reitplatz oder der Spielplatz müssten weichen, damit der Kindergarten Platz hat. Ursula Reich, die selbst Mitglied des Stadtrates ist, galt als befangen, sie durfte sich weder äußern noch mit abstimmen.

Eine mögliche Lösung brachte Tino Müller (Fraktion Linke) ins Spiel: Der Reitplatz solle bleiben, der Spielplatz solle abgebaut und in dem kleinen Park auf der anderen Straßenseite wieder aufgebaut werden. Der Park werde ohnehin kaum genutzt.

Weder Schubach noch Winkelmann aus Sicht des späteren Betreibers wollten eine Grundstücksempfehlung geben. Der Verantwortliche der Diakonie hatte schon vor drei Wochen durchblicken lassen, dass der Bauplatz am Rittergut (Bach-Platz) mit seiner Nähe zum Schlosspark und zum Wald gut zum Konzept der Diakonie passe. Schubach gab zu, dass er mit dem Herzen zum Rittergut neigen würde, mit dem Kopf eher zur Straße der Jugend.

Rötha steht unter zeitlichem Druck

Der Platz neben dem Mehrgenerationenhaus machte später einstimmig das Rennen. Der Bestandsschutz für den Reitplatz und die Verlegung des Kindergartens standen als Empfehlung im Raum, Bürgermeister Eichhorn wollte beides aber nicht in den Grundsatzbeschluss zum Bauplatz aufnehmen lassen.

Die Stadt steht mit dem Bau des Kindergartens unter zeitlichem Druck. Schon im September nächsten Jahres werden nach jetzigen Berechnungen 30 neue Betreuungsplätze gebraucht, ein Jahr später noch einmal 50. „Wir müssen jetzt den Planer beauftragen und die Verträge mit der Diakonie aushandeln.“ Der Wohlfahrtsverband soll nicht nur Betreiber, sondern auch Bauherr der neuen Einrichtung sein. Finanzieren will die Stadt den Bau mit Krediten.

Eichhorn hofft, noch Ende 2019 mit dem Bau beginnen zu können und Ende 2020 eine neue Kita zu haben. Der steigende Bedarf lässt sich auf diese Weise möglicherweise nicht rechtzeitig decken. „Bis dahin werden wir Übergangslösungen schaffen“, kündigt Eichhorn auf Nachfrage an.

Von André Neumann

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