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Borna Rötha bekommt für Mölbiser Gasthof nur noch die Hälfte
Region Borna Rötha bekommt für Mölbiser Gasthof nur noch die Hälfte
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00:21 25.09.2017
Der Stadtrat von Rötha hat zum zweiten Mal über den Verkauf des Gasthofes Mölbis entschieden. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha/Mölbis

Der Gasthof Mölbis bekommt jetzt voraussichtlich doch einen neuen Besitzer. Nach nur vier Monaten hat der Röthaer Stadtrat zum zweiten Mal über dessen Verkauf entschieden. Der Erlös für die Stadt hat sich halbiert. Am Donnerstagabend war der Verkaufsbeschluss noch einmal umstritten. Namentlich die beiden Stadträte aus Mölbis, Ortsvorsteher Tobias Thieme und Pascal Németh (beide Fraktion Rötha Land), kritisierten die jüngste Entwicklung. Am 31. August hatte der Verwaltungsausschuss eine Verkaufsempfehlung gegeben. Käufer sollte ein Gerüstbauunternehmen aus Rötha sein, welches 40 000 Euro bot. Der Stadt hatte nur ein weiteres Gebot über 15 000 Euro vorgelegen.

Nur einen Tag vor der Stadtratssitzung hatte der Käufer sein Angebot widerrufen und auf 30 000 Euro reduziert. Die Verwaltung änderte daraufhin kurzfristig die Beschlussvorlage und stellte den Verkauf für die neue Summe zur Diskussion. Erst zwei Tage zuvor hatte der Mölbiser Ortschaftsrat mehr oder weniger schweren Herzens dem Verkauf für 40 000 Euro zugestimmt. „Jetzt“, beklagte Ortsvorsteher Thieme im Stadtrat, „bewegen wir uns noch weiter nach unten.“

Nach einer ersten Ausschreibung des Gasthofes hatte ein Unternehmer aus Espenhain noch 60 000 Euro geboten. Der war dann aber ganz vom Kauf zurückgetreten, weil ihm die Forderungen aus Mölbis hinsichtlich Erhalt der Gaststätte und der Bowlingbahn zu weit gingen. Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) ließ seinen Ärger über die damalige Entwicklung durchblicken, ohne jemanden direkt anzusprechen und charakterisierte die aus seiner Sicht bestehenden weiteren Verkaufschancen mit den Worten: „Wir können auch noch ein Jahr warten und finden dann vielleicht jemanden, der 20 000 Euro bietet.“

Das sahen auch die meisten anderen Abgeordneten so. „Augen zu und durch“, forderte Peter Brauße (Rötha Land). Er wies zugleich darauf hin, dass die Stadt durch den Verkauf Betriebskosten einspare. „Wir können froh sein, dass wir noch 30 000 kriegen“, stimmte Peter Petters (Linke) zu. Sein Fraktionskollege Hendrik Reichel befürchtete allerdings, der Umgang mit dem Grundstück könnte Schule machen und auch künftige Verkaufserlöse drücken.

Die Ehefrau des Unternehmers, Elzbieta Frankenhäuser-Eschenbach, kam in der Sitzung zu Wort und begründete, warum das Angebot nach einer Besichtigung mit einem Sachverständigen reduziert worden war. Sie bat dennoch um den Verkauf, weil sie sich „in das Gebäude verliebt“ habe. Geplant seien zwei Wohnungen und Büros. Der Saal soll für Familienfeiern vermietet werden, kündigte sie an. Die Bowlingbahn werde vorläufig nicht saniert und könne weiterhin genutzt werden. Allerdings müsse sich der Preis rechnen, deutete sie an, dass die Mölbiser dafür künftig etwas mehr bezahlen müssen.

Die Abstimmung fiel dann deutlich aus. Ohne Gegenstimme und bei nur drei Enthaltungen wurde der Verkauf beschlossen.

Von André Neumann

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