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Rötha will Gasthof in Mölbis und markantes Haus in Espenhain an den Mann bringen

Grundstücke Rötha will Gasthof in Mölbis und markantes Haus in Espenhain an den Mann bringen

Die Stadt Rötha will einen Teil des einstigen Rittergutes im Ortsteil Espenhain und den Gasthof in Mölbis verkaufen. Die Aussichten auf einen Erfolg sind allerdings in beiden Fällen nicht gerade rosig.

Das Gebäude der ehemaligen Gemeindeverwaltung in Espenhain steht zum Verkauf.

Quelle: Jens Paul Taubert

Rötha/Espenhain/Mölbis. Die Stadt Rötha sucht derzeit Käufer für zwei markante Gebäude in Espenhain und Mölbis. Sowohl für die ehemalige Gemeindeverwaltung in Espenhain als auch für den Gasthof in Mölbis gestaltet sich die Suche nach Käufern aber offenbar schwierig.

Das Gebäude in der Leipziger Straße 7 in Espenhain gehört zur südwestlichen Front des einstigen Rittergutes. „Der gesamte Komplex war um 1834/35 entstanden und gehörte Freiherr von Friesen“, sagt Peter Petters, der im Nachbarhaus den Gasthof Aspe betreibt. Teile des Komplexes wurden schon verkauft. Der, um den es jetzt geht, beherbergte seit Anfang der 1950er Jahre die Espenhainer Gemeindeverwaltung, bis die nach 1990 ins heutige Gemeindezentrum am Kindergarten umzog. In den oberen Etagen befanden sich Wohnungen. Die und die Räume der Verwaltung stehen leer. Dagegen gibt es in dem Haus noch immer einen Friseur, und das schon seit vielen Jahren, wie Petters sich erinnert. Auch eine Fußpflegepraxis ist hier noch ansässig.

Wenigstens 35 000 Euro möchte die Stadtverwaltung für das Gebäude haben. Ohne, dass jemand klare Vorstellungen davon hat, was daraus werden könnte. „Es ist ein mehrstöckiges Wohngebäude“, sagt Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos). Doch Peter Petters, Stadtratsabgeordneter und Mitglied des Ortschaftsrates zweifelt: „Wir haben so viele leer stehende Gebäude.“ Eine Idee habe auch im Ortschaftsrat niemand gehabt.

Im Falle des Gasthofes in Mölbis sind zumindest die Vorstellung klarer: Der Gasthof, der seit Anfang des Jahres geschlossen ist, soll Gasthof bleiben. Ob das gelingt, ist allerdings auch hier die Frage. Knapp 58 000 Euro scheinen für das 42 Jahre alte Gebäude mit gut 2000 Quadratmeter Grundstück eine überschaubare Summer. Wären da nicht geschätzte Sanierungskosten von rund 350 000 Euro, die ein Investor mitbringen müsste.

Im Jahre 1974 wurde das Gebäude als Kulturhaus eröffnet. Der Verkauf nach der Wende scheiterte. Die letzte Nutzerin, sagt der ehemalige Röther Bürgermeister Ditmar Haym, musste nur noch Betriebskosten und Reparaturen zahlen, keine Pacht. Dennoch kündigte sie den Vertrag, betreibt jetzt ein Restaurant in Borna.

Derzeit hat die Dorfentwicklungsgesellschaft im Auftrag der Stadt die Schlüsselgewalt über die Bowlingbahn, die 1979 als Kegelbahn an das damalige Kulturhaus angebaut worden war. Allerdings ruht der Betrieb, weil die Rückholanlage defekt ist. Ditmar Haym glaubt, dass die Gaststätte und die Bowlingbahn auch jetzt noch mit überschaubaren Reparaturen verpachtet werden könnten. Den angestrebte Verkauf hält Haym dennoch für sinnvoll, „da der Reparaturstau an dem Gebäude für die Stadt Rötha zurzeit nicht zu stemmen ist“, wie er sagt.

Als Ex-Bürgermeister von Rötha und zuvor Mölbis hängt Haym an dem Gebäude, dass die Einwohner einst selbst gebaut haben. Doch er weiß auch: „Landgasthöfe müssen ums Überleben täglich kämpfen und können nur mit besonderen Angeboten Gäste überzeugen.“ Die Mölbiser, davon ist er überzeugt, „wollen, dass wieder Leben in die Bude kommt“.

Sollte sich in absehbarer Zeit kein Käufer finden, dann müsste nach Ansicht von Ditmar Haym das Haus für die Öffentlichkeit wenigstens notdürftig unterhalten werden, um das Bowlen und Familienfeiern zu ermöglichen. Zumindest für Letzteres hat Mölbis allerdings mit der Orangerie und dem Sportlerheim Alternativen. Weswegen Haym die Überlegung ins Spiel bringt, Teile des Saales als Sporthalle zu nutzen sowie das Foyer und den hinteren Teil des Saales als neue Unterkunft für die Feuerwehr.

Von André Neumann

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