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Borna Rathaus: Geld für elektronische Akten
Region Borna Rathaus: Geld für elektronische Akten
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18:13 12.07.2018
Das Röthaer Rathaus soll fit für die Digitalisierung gemacht werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha

Für zusammen rund 54 000 Euro will die Stadtverwaltung Rötha das Rathaus fit machen für die Digitalisierung. Zugleich soll damit der Rückstand bei der Ausrüstung mit Computertechnik aufgeholt werden. Kämmerin Heike Herzig, zugleich Leiterin der Hauptverwaltung, spricht davon, dass „ein bedenklicher Zustand erreicht“ worden sei, da in den zurückliegenden Jahren die Ausstattung des Rathauses mit Computertechnik auf Grund der angespannten finanziellen Situation vernachlässigt worden sei.

Digitalisierung jetzt auch in öffentlichen Verwaltungen

Die Ausstattung müsse auf den neuesten technischen Stand gebracht werden, weil die Stadt Rötha sonst gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen könne. Die Digitalisierung beginne jetzt auch in den öffentlichen Verwaltungen, die Stadt müsse Akten künftig elektronisch führen und auch ein elektronisches Rechnungswesen einführen.

Bürgermeister hat nur einen Laptop

Beides ist mit der jetzigen Ausstattung offenbar kaum möglich. Die Defizite, die Heike Herzig auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats zur Begründung der vorgesehenen Ausgaben aufzählte, beginnen im Dienstzimmer des Bürgermeisters. Der verfügt nicht über einen PC-Arbeitsplatz, sondern muss mit einem Laptop arbeiten.

Internet in der Bibliothek mangelhaft

In der Bibliothek stammt die technische Ausstattung von 2011. Dort funktioniert das Internet nur mangelhaft. Sogar schon mehr als zehn Jahre alt ist der zentrale Server der städtischen Computeranlage. Der lasse, abhängig von den Umgebungstemperaturen, oft nur eine langsame Arbeitsweise zu. Die Speicherleistung genüge laut Herzig schon heutigen Anforderungen nicht mehr, vollkommen unzureichend sei sie für elektronische Aktenführung und elektronische Rechnungslegung.

Bisherige Datensicherung problematisch

Ein echtes Problem sieht Herzig offenbar in der bisherigen Art und Weise der Datensicherung. Bisher wird auf ein Festplattensystem im Server selbst gesichert. „Folglich sind die Daten derzeitig vor Brand und Zerstörung nicht geschützt“, stellt die Amtsleiterin in ihrer Begründung für den Stadtrat fest. Mit dem neuen System sollen alle Daten täglich auf Bändern gesichert werden, die in einem feuersicheren Tresor gelagert werden.

Partner ist Kommunaldienstleister Kisa

Der Stadtrat fasste zwei Beschlüsse, mit denen Aufträge zur Verbesserung der Situation ausgelöst wurden. Die Ausstattung mit neuer Technik soll über einen Leasingvertrag mit dem Kommunaldienstleister Kisa (Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen) erfolgen. Dafür fallen in 60 Monaten knapp 30 000 Euro an. Hinzu kommen einmalig rund 9500 Euro für Software und Datenübertragung. Eine weitere Ausgabe von 15 000 Euro betrifft die Anschaffung der Software für elektronische Aktenführung und für das elektronische Rechnungswesen. Auch die wird bei der Kisa bestellt. Hinzu kommen Kosten für Pflege und Wartung.

Den Kommunen sind konkrete Termine gesetzt

Bis Ende November 2019 sollen die Kommunen in Deutschland die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten können. Ab Mitte 2020 sollen sie in der Lage sein, mit elektronischen Rechnungen zu arbeiten und elektronische Akten zu führen.

Ziel ist Arbeiten ohne Papier

Das heißt, dass öffentliche Verwaltungen dann „vollkommen papierlos“ arbeiten sollen, wie es in der Vorlage für den Stadtrat hieß. Auf diese Weise sollen dann auch Betriebskosten eingespart werden. Eine optimistische Voraussicht, die im Stadtrat durchaus auf Skepsis stieß. Die Stadtverwaltung Rötha wird laut Heike Herzig schon im Dezember dieses Jahres beginnen, mit elektronischen Akten zu arbeiten.

Finanzierung aus Fördergeld für ländlichen Raum

Finanziert werden sollen die Ausgaben durch eine pauschale Geldzuweisung, die der Freistaat Sachsen den Kommunen zugesagt hat. Rötha rechnet mit jeweils 70 000 Euro in den Jahren 2018, 2019 und 2020. Das Geld soll der Stärkung des ländlichen Raumes dienen.

Auf Grund dieser weit gefassten Zweckbindung zeigte sich Tobias Thieme (Rötha Land) etwas skeptisch, ob das Geld in Technik und Software für das Rathaus gut angelegt sei. Man könne damit eine Menge Fördermittel für Projekte im ländlichen Raum gegenfinanzieren. Heike Herzig und der stellvertretende Bürgermeister Uwe Wellmann (CDU) entgegneten mit dem Hinweis: „Rötha und die Stadtverwaltung sind ländlicher Raum.“

Von André Neumann

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