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Borna Röthaer Bürgermeister-Wahl: Mölbis verdirbt Eichhorn die Sensation
Region Borna Röthaer Bürgermeister-Wahl: Mölbis verdirbt Eichhorn die Sensation
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Stephan Eichhorn hat zur Bürgermeisterwahl in Rötha Sonntagabend 47,9 Prozent der Stimmen geholt, Doreen Haym holte 26,2 Prozent. Quelle: LVZ
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Rötha

"Ich habe mich noch nicht entschieden", erklärte Albrecht am Montag, der auf 10,3 Prozent gekommen war. Gewinner Stephan Eichhorn gab sich gelassen. "Wir werden das Wahlergebnis in aller Ruhe analysieren." Der Rechtsanwalt aus Leipzig hatte mit 47,9 Prozent nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt. Wie seine Strategie für den zweiten Wahlgang aussieht, ließ er am Montag offen. Ob Mölbis, der einzige Ortsteil, in dem Eichhorn die Nase nicht vorn hatte, zum Schwerpunkt seiner Bemühungen um die Wählermehrheit wird, "kann ich noch nicht sagen".

Haym erklärte, "wenn ich in Mölbis nicht gewonnen hätte, wäre Herr Eichhorn jetzt Bürgermeister". Sie sei überrascht über den großen Zuspruch für Eichhorn. "Ich habe aber immer gewusst, dass er mein Hauptgegner werden würde." Möglicherweise sei sie von den Wählern vor allem als Tochter von Amtsinhaber Ditmar Haym (parteilos) wahrgenommen worden, "aber ich bin eine eigenständige junge Frau", deren Hauptwohnsitz Mölbis sei. Und die SPD-Kandidatin, die auf 26,2 Prozent gekommen war, will an ihrem Wahlkampfthema Nummer eins festhalten: Familienpolitik.

CDU-Kandidat Wellmann, der auf 15,6 Prozent kam, sagte, er werde Haym im zweiten Wahlgang unterstützen. Sie sei neben seiner eigenen Person "die einzige, der ich das Amt des Bürgermeisters überhaupt zutraue". Sie sei jung und kenne die Befindlichkeiten der Röthaer, - im Gegensatz zu Eichhorn als Ortsfremdem, der von den Sorgen und Nöten der Röthaer keine Ahnung habe. Wellmann kündigte an, er werde weiterhin Stadtrat und auch stellvertretender Bürgermeister bleiben.

Albrecht zeigte sich trotz des letzten Platzes in der Wählergunst der Röthaer nicht enttäuscht. Und er bleibt ob er will oder nicht, in gewisser Weise das Zünglein an der Waage. Ob er sich aber am Ende für Haym oder Eichhorn aussprechen wird, ließ er am Montag noch offen. Begründung: "Ich bin eigentlich immer mit beiden gut klargekommen."

Gewinner Eichhorn hatte mit Ausnahme von Mölbis, der Heimat von Haym, in allen Stimmbezirken die Nase vorn. Vergleichsweise knapp war sein Vorsprung in Espenhain, wo er 88 Stimmen bekam und CDU-Mann Wellmann immerhin 61. Die Zweitplatzierte Haym holte in den drei Röthaer Stimmbezirken jeweils die zweitmeisten Stimmen.

Von Nikos Natsidis

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