Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Röthaer Bürgermeisterkandidaten debattieren über Flüchtlingsheim-Pläne
Region Borna Röthaer Bürgermeisterkandidaten debattieren über Flüchtlingsheim-Pläne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:24 06.11.2015
Ein Teil dieser Gebäude in Rötha ist bereits Flüchtlingsunterkunft. Jetzt ist der Rest der Immobilie als Erstaufnahmeeinrichtung im Gespräch. Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Rötha

Die Bürgermeisterkandidaten Doreen Haym (SPD) und Stephan Eichhorn (parteilos) plädieren derweil für ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen. Der vierte Bewerber Gerhard Albrecht (parteilos) wirft Wellmann, mit dem er gemeinsam in der CDU-Fraktion im Stadtrat sitzt, „planloses und überhastetes Vorgehen“ vor.

Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos), schildert den Vorgang aus seiner Sicht so:  Der Bauantrag für die Umnutzung der Pension in der Ernst-Thälmann-Straße für 600 Flüchtlingsplätze sei am Freitag der Vorwoche in der Verwaltung eingegangen, am Montagmorgen nach seinem Urlaub hatte er ihn erstmals in der Hand. Er habe Wellmann informiert und die Absicht gehabt, das Thema am Mittwochabend im Ältestenrat zu besprechen.

Dem kam Wellmann wie berichtet am Montag zuvor. Haym habe ihm gegenüber angedeutet, schon während seines  Urlaubes von der Sache gewusst zu haben. Daraufhin sprach er mit seinen Parteifreunden Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU-Kreisvorsitzender) und Henry Graichen (Landrat, CDU). Die hätten ihm geraten, „damit nicht länger zu warten, in die Öffentlichkeit zu gehen“. Graichen habe zudem empfohlen, den anderen Kandidaten ein gemeinsames Vorgehen anzubieten. „Beides habe ich in aller Öffentlichkeit getan“, sagt Wellmann. Wobei Graichens Empfehlung aus dessen Mund etwas anders klingt:  „Vor dem Hintergrund der Bürgermeisterwahl habe ich empfohlen, dass die Kandidaten sich zusammensetzen und es gemeinsam kommunizieren“, sagt er der LVZ. Wobei er die klare und offene Kommunikation immer für richtig halte.

Doreen Haym und Stephan Eichhorn nehmen Wellmann nicht direkt ins Visier. Haym sagt ohne jede Beschönigung: „Jeder, der jetzt verspricht, dass es keine Unterkunft geben wird oder könnte, sagt nicht die Wahrheit.“ Sie wirbt auch angesichts der neuen Entwicklung für Integration. Die müsse so früh wie möglich beginnen. Das heiße für sie: „Jeder, der zu uns kommt, muss unsere Werte und Gesetze kennen und danach handeln.“ Das Thema Integration und Asyl werde Rötha „die nächsten Monate und Jahre beschäftigen“. Deswegen sei ein „abgestimmtes Agieren auf allen Ebenen aus meiner Sicht der einzige vernünftige Weg“, betont sie.

Stephan Eichhorn plädiert angesichts der Frage, ob die Stadt Rötha mit ihren insgesamt 6200 Einwohnern mehr als 1000 Flüchtlinge verkraften kann, dafür, ein „Bündnis für Rötha“ ins Leben zu rufen, in welchem politisch Aktive, Vereine, Kirchgemeinden, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und engagierte Bürger vereint und abgestimmt handeln, „damit dieses sensible Thema von der Mitte der Gesellschaft“ besetzt wird. „Auch ein Nein aus dieser Mitte“, fordert

Eichhorn, „muss dabei akzeptiert werden, ohne dass die Mitte zur rechten Ecke gemacht wird – von der sie sich gerade nicht vereinnahmen lassen wird!“
Ablehnend zu einer weiteren Flüchtlingunterkunft äußert sich auch Gerhard Albrecht, der die Ansicht vertritt, „dass unsere Infrastruktur in und um Rötha, voll ausgereizt ist und ihre Belastungsgrenze bei weitem schon überschritten ist.“
Wellmann selbst glaubt nicht, dass Rötha das Baugesuch auf gesetzlichem Wege ablehnen könne. Daher hält er „ein politisches Statement des Stadtrates für notwendig.

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Ziergeflügel-Exotenverein Groitzsch sucht dringend ein neues Domizil. Denn die derzeitigen 13 Mitglieder stehen ab Januar ohne Vereinsunterkunft da. Grund dafür ist, dass die Kleingartenanlage "An der Bahn", wo der Verein bisher Volieren, Vitrinen und Gerätschaften lagern konnte, geschlossen wird.

06.11.2015

Regis-Breitingen und Neukieritzsch streben einen gemeinsamen Oberschulstandort in Deutzen an, darauf hat sich die gemeinsame Arbeitsgruppe verständigt, die auf eine spätere Vereinigung der beiden Kommunen hinarbeitet. Hintergrund: Die Schule in Regis müsste bald saniert werden, wofür die Gemeinde kein Geld hat.

06.11.2015

Schlechte Aussichten für die beiden Orchester im Landkreis Leipzig. Das lässt sich aus einem Gutachten ableiten, das die Landkreise Leipzig und Nordsachsen zur Zukunft des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) mit Sitz in Böhlen sowie der Sächsischen Bläserphilharmonie mit Sitz in Bad Lausick in Auftrag gegeben haben.

Anzeige