Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Röthaer Landwirte verlieren durch A 72 vierzig Hektar Ackerland

Agrarwirtschaft Röthaer Landwirte verlieren durch A 72 vierzig Hektar Ackerland

Die Agrargenossenschaft Pötzschau verliert durch den Bau der A 72 rund 40 Hektar Ackerland. Auf Splitterflächen wird zudem die Bearbeitung mit den modernen Maschinen komplizierter.

Die Autobahntrasse zerschneidet zwischen Espenhain und Rötha die Felder der Agrargenossenschaft Pötzschau. In den Entwässerungsgräben steht derzeit das Wasser.

Quelle: André Neumann

Rötha/Espenhain. Die neue Autobahn A72 frisst Felder und hinterlässt geteilte Flächen, die komplizierter zu bewirtschaften sind. Betroffen ist davon zwischen Espenhain und Rötha die Agrargenossenschaft Pötzschau.

Wie ein großer, dicker Wurm wälzt sich die A 72 durch die Felder. Das ist auf der Karte gut zu sehen, mittlerweile aber auch sehr deutlich in der Landschaft. Rund 40 Hektar gehen der Agrargenossenschaft Pötzschau verloren, die ihren Sitz schon seit 1996 in Rötha hat.

Vierzig Hektar Land, teils gepachtet, teils Eigentum. Im Verhältnis zur Gesamtfläche von rund 2440 Hektar, die der Betrieb bearbeitet, ist das zwar nicht viel, aber: „Das Land ist weg“, sagt Dieter Gustmann, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. Unwiederbringlich, für immer. Einerseits bedauert ein Landwirt den Verlust jedes einzelnen Hektars, andererseits seien gerade die Böden zwischen Espenhain und Rötha die besten, die der Betrieb habe. „Achtziger Böden“, sagt Gustmann. 100 ist die höchste Messzahl für die Qualität.

Erdaushub schädigt Boden

Deswegen ärgert sich der Landwirt auch über den zeitweiligen Entzug von rund 1,3 Hektar am Rand von Espenhain. Dort wird über mehrere Jahre Bodenaushub gelagert. „Hätte man dafür nicht irgendwo eine Unlandfläche finden können“, fragt Gustmann. Zwar werde das Unternehmen für verloren gegangene Flächen und für den vorübergehenden Ernteausfall entschädigt. Doch sei der Boden unter dem Erdlager „nachhaltig geschädigt“, ist er überzeugt.

Die Entschädigung für die überbauten Flächen bemesse sich nach dem Bodenrichtwert von 2012. Dafür sei heutzutage kein Ackerland mehr zu bekommen. Statt der Entschädigung wollte die Agrargenossenschaft lieber Land zum Ausgleich haben. Immerhin, so war die Überlegung, besitze die BVVG noch Ackerland in der Gegend. Doch die Vermögensverwertungsgesellschaft ist eine Bundesbehörde, während der Autobahnbau unter der Regie des Freistaates Sachsen läuft. „Da ging kein Weg rein“, sagt Gustmann.

Zwar bemühe man sich weiter um Ackerland, doch finde man niemanden, der etwas abgeben will. Was auch daran liege, dass durch Industrie und Infrastruktur ohnehin immer wieder hier und da Ackerland verloren gehe.

Wege auf die Felder werden länger

Neben dem reinen Verlust gibt es noch einen weiteren nachteiligen Effekt für die Landwirte. Auf den großen Feldern konnten die Maschinen lange, effektive Bahnen und Runden ziehen. Jetzt muss auf Splitterflächen mit spitzen Winkeln und kurzen Strecken häufig gewendet werden. Das ist nicht einfach mit den modernen, breiten Maschinen und treibt die Kosten hoch. Was noch erschwerend hinzukommt: Durch den Autobahnbau verlängern sich die Wege für die Landmaschinen auf die Felder, zumal einige Wirtschaftswege erst noch gebaut oder instand gesetzt werden müssen. Hier sieht Gustmann auch die Stadt in der Pflicht.

Dagegen sei noch nicht klar, ob die Entwässerung der kleineren Felder richtig funktioniert. Die großen Schläge hatten eine Drainage. Die wurde durchschnitten, dafür sind an den Rändern Gräben angelegt worden. In vielen von denen stehe derzeit das Wasser, beobachtet Dieter Gustmann.

Bei allem Kummer lobt er ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den Autobahnbauern. „Das klappt schon gut , das muss man sagen.“ Das ist wichtig, wenn es beispielsweise um das Anlegen geeigneter Feldzufahrten gehe.

Von André Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
Borna in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 62,44km²

Einwohner: 20.382 Einwohner (Dezember 2016)

Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04552

Ortsvorwahlen: 03433

Stadtverwaltung: Markt 1, 04552 Borna

Ein Spaziergang durch die Region Borna
  • Sportlerwahl
    Aktionslogo Sportlerwahl Landkreis Leipzig 2017

    Der Kreissportbund Landkreis Leipzig und die Leipziger Volkszeitung suchten die besten Sportler 2017. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

11.02.2018 - 10:27 Uhr

Trotz Personalsorgen bot der BSV eine gute Partie / Jens Wagner erzielt zwischenzeitlichen Ausgleich

mehr
  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8: Hier gibt es Infos, Hintergründe und Fotos zum Thema. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr