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Borna Röthaer Rassegeflügelzüchter: Angesichts von Vogelgrippe ein verlorenes Jahr
Region Borna Röthaer Rassegeflügelzüchter: Angesichts von Vogelgrippe ein verlorenes Jahr
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00:16 29.11.2016
Frank Schäffner bei seinen Modernen Englischen Zwergkämpfern. Auf die Wiese dürfen die grazilen Hühner derzeit nicht. Quelle: André Neumann
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Rötha

Grazil stolzieren die zierlichen Hähne und Hennen auf ihren langen Beinen in der überdachten Voliere von Frank Schäffner hin und her. „Die wären lieber auf der Wiese, die wollen herumlaufen und scharren“, sagt der stellvertretende Vorsitzende und Ausstellungsleiter des Rassegeflügelzuchtvereins Rötha. Doch wegen des Vogelgrippebefundes von vor zwei Wochen müssen die Modernen Englischen Zwergkämpfer, so heißt Schäffners Hühnerrasse, in der Voliere bleiben. Wie auch alle anderen Vögel der 21 Vereinsmitglieder, von denen jeder um die 40 bis 50 Tiere hat, schätzt Schäffner.

Die Röthaer waren der erste Verein in der Region, die wegen der Vogelgrippe eine Geflügelausstellung absagen mussten. Am vorigen Wochenende wollte der Verein die Kreisschau mit 320 Tieren ausrichten. Nach den Meldungen über einen Vogelgrippefall eine Woche zuvor „waren die Züchter alle aufgewühlt, viele Anrufe gingen hin und her“, erinnert Schäffner an die fast ein wenig dramatischen Tage. Die meisten ahnten schon, was kommen würde. Zwei Tage, bevor man mit dem Aufbau im Schützenhaus beginnen wollte, habe dann das Veterinäramt angerufen. So hielt sich der Schaden durch die Absage für den Verein dann einigermaßen in Grenzen. Kosten seien bis dahin nur für Briefe und Porto entstanden.

Dennoch ist es für die Züchter traurig. Nicht so sehr, weil sie ihre Hühner im Stall oder in der Voliere lassen müssen. Das sei für die meisten kein Problem, jedenfalls nicht bei Tauben und Hühnern. Bei Wassergeflügel schon eher, sagt Schäffner. Aus Züchtersicht müsse man aber feststellen: „Die Ausstellungssaison ist gelaufen“, sagt der 63-Jährige. Nun könne kein Vereinsfreund mehr seine Zuchterfolge mit denen Gleichgesinnter messen und auf Preise hoffen, die der Erfolg der Anstrengungen wären. Und auch keine Tiere verkaufen. Eine Handvoll Vereinsmitglieder wollte nächste Woche an der Lipsia Bundesschau in Leipzig teilnehmen, einer der größten Rassegeflügelschauen in Deutschland.

Alles in allem sei das nun, „ein verlorenes Zuchtjahr“ gewesen. Das beginnt im Frühjahr, wenn die Jungtiere schlüpfen. Vom Herbst bis etwa Januar läuft die Ausstellungszeit, dann, sagt Schäffner, ist Winterruhe. Er selbst ist seit 1987 auch Preisrichter. Für ihn bedeutet die Absage von Ausstellungen auch, dass er weniger Aufträge zur Bewertung von Tieren erhält.

Der Geflügelzuchtverein Rötha kann bald einen runden Geburtstag feiern, in diesem Jahr ist er 128 Jahre alt. Seine Mitglieder kommen nicht nur aus Rötha, auch aus Hainichen, Oelzschau, Gaulis, Espenhain und Borna.

Von André Neumann

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