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Röthaer Schlosserei in zweiter Generation

Röthaer Schlosserei in zweiter Generation

Kleinvieh macht auch Mist. Für Konrad Ackermann ist der bekannte Spruch Alltag. Der Schlossermeister führt seit 1979 die Schlosserei und Metallbau in der zweiten Generation.

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Werkstatt im Hof: Schlossermeister Konrad Ackermann (r.) führt seit 1979 die Schlosserei seines Vaters. Steffen Teschauer ist der einzige Angestellte.

Quelle: Peter Krischunas

Rötha. Kleine, manchmal auch größere Aufträge für Schlosserarbeiten aller Art sind sein Tagesgeschäft, auch die Zulieferarbeit für die Autobranche. Und er kann in seinem Zweimann-Betrieb gut davon leben. Schulden kommen für ihn nicht in Frage. Ackermann ist zudem im Stadtrat als ungemütlicher Querdenker bekannt.

„Werkstatt im Hof" steht am Eingang. Hier werkelte früher schon sein Vater Reinhold Ackermann. Der gründete das kleine Unternehmen 1946 in der Heinestraße 30, wo heute Kürschnermeister Udo Meinelt mit seinen Söhnen Pelze und Felle behandelt. 1963 erfolgte der Umzug in die Heinestraße 10, wo Ackermann auch sein Wohnhaus hat.

Die dunkle Werkshalle liegt ganz am Ende des Geländes. Die Einrichtung sieht aus, als hätte es keine Wende in Deutschland gegeben. Alte Werkzeuge hängen an den Wänden, der Eisentisch, eine neuere Maschine und eine alte Ständerbohrmaschine stehen am Rand. Doch neue Sachen müssen erst einmal finanziert werden. Und Ackermann hält absolut nichts von einem Kredit. „Was sie bei mir finden, ist alles bezahlt", sagt er und lacht. In Sachen Finanzen mache ihm keiner so leicht etwas vor. Und weil seiner Meinung nach auch die Stadt nicht immer „sinnvoll mit Geld umgeht", kandidierte er zur letzten Wahl für den Stadtrat und wurde prompt gewählt. Dort ist er durchaus für seine offenen Worte und Kritik gefürchtet. „Ich kann nun mal nicht meine Klappe halten", sagt der 59-Jährige. Im Röthaer Gewerbeverein ist er ebenfalls Mitglied. Als solches ist er seit Jahren maßgeblich an der Organisation des Weihnachtsmarktes der Stadt beteiligt.

Eigentlich geht es immer ums Geld und mittlerweile auch um die Zahlungsmoral der Auftraggeber. Und da ist der Schlossermeister mittlerweile vorsichtig geworden. Mit der Stadt hat er diesbezüglich keinerlei Probleme. „Das klappt immer sehr gut." Aber mit anderen schon. „Und wenn einer mal nicht zahlt, hast du vor Gericht keine Chance. Da kannst du lange auf dein Geld warten", so Ackermann. Das habe es zu DDR-Zeiten nicht gegeben. Ein einziges Mal habe damals ein Kunde nicht zahlen wollen. Ein Anruf beim Amtsgericht habe genügt. „Ein paar Tage später hatte ich mein Geld." Doch auch jetzt in der neuen Zeit will sich Ackermann nicht beklagen. Es geht ihm gut. Scheinbar auch seinem Gesellen und einzigen Angestellten Steffen Teschauer aus Böhlen. Der feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Betriebsjubiläum in Ackermanns Schlosserei und Metallbau-Unternehmen. Und Aufträge haben beide genug. Mittlerweile bietet Ackermann auch Tore und Zäune aus Aluminium an. „Rostet nicht, ist leicht. Das kommt gut bei den Leuten an", so der Fachmann, der sonst nichts von neumodischen Spielereien hält. Ein weiteres festes Standbein, das Lohn und Brot bringt, ist der Bau von Metallteilen für Fahrschulautos. Mit den Teilen werden Gas- Kupplung- und Bremspedale von Fahrer und Fahrlehrer verbunden. Ackermann liefert die Sachen an einen guten Bekannten, der eine Stanzerei führt und die Kontakte zur Automarke hat. „Auf ihn kann ich mich seit Jahren verlassen. Und darauf kommt es an", so Ackermann, der auf Internetauftritt und Email-Adresse für seine Firma verzichtet. „Und das Handy mache ich sehr selten an. Das stört nur", so der Schlossermeister, der von der Mund- zu Mundpropaganda lebt.

Peter Krischunas

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