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Borna Röthaer Schützen sind eng mit ihrer Tradition verbunden
Region Borna Röthaer Schützen sind eng mit ihrer Tradition verbunden
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00:22 11.02.2018
Mitglieder der Privilegierten Schützengesellschaft zu Rötha nehmen mit ihrer Kanone am jährlichen Faschingsauftakt in der Stadt teil. Quelle: André Neumann
Rötha

Schützen mehrerer Vereine aus Leipzig, Böhlen, Pegau, Borna und Neukieritzsch kommen am Sonnabend in Rötha zum Schießen um den Friesenpokal zusammen. Gastgeber ist die Privilegierte Schützengesellschaft (PSG) zu Rötha.

Dass der jährliche Auftaktwettbewerb im Zeichen der Röthaer Adelsfamilie von Friesen steht, ist kein Zufall. Im Gegenteil, bei der PSG Rötha dreht sich vieles um diesen Namen. Schließlich war es Christian August Freiherr von Friesen, der die Schützengesellschaft am 10. Juni 1773 gründete. Und nach der Neugründung im Jahre 1994 stiftete Heinrich Freiherr von Friesen die Vereinsfahne. So ist es auch kein Wunder, dass der größte Blickfang im Vereinszimmer in der oberen Etage des Schützenhauses ein Gemälde von Schloss Rötha im Zustand von etwa 1850 ist. Der Dresdener Maler Roland Schwenke hat es 2011 gemalt.

Gleich nebenan befindet sich der Schießstand, auf dem am Sonnabend in Erinnerung an den Vereinsgründer mit Luftgewehren und -pistolen geschossen wird. Die Anlage bietet sechs Plätze mit Zehn-Meter-Bahnen für Luftdruck- und CO2-Waffen.

20 Mitglieder hat die Schützengesellschaft derzeit. Darunter sind neun Kinder und Jugendliche. Darauf ist Vereinspräsident Helge Hollstein (54) besonders stolz, weil Schützenvereine, wie er sagt, es schwer hätten, junge Mitglieder zu finden. Grund seien auch allgemeine Vorbehalte der Eltern wegen der Gefährlichkeit von Waffen.

Vereinspräsident Helge Hollstein mit Blasrohr und Kanone. Quelle: André Neumann

Das stimme zwar, sagt Hollstein. Doch gerade weil der Umgang mit Waffen kein Spaß sei, würden im Verein besonders Werte wie Disziplin, Ordnung und Ausdauer zählen. Es hätten, sagt der Präsident, im Verein schon einige Kinder eine Kehrtwendung vollzogen, die zuvor damit Probleme hatten. Ausprobieren kann das übrigens jeder. Freitags ab 18.30 bietet der Verein im Schützenhaus in der Kreudnitzer Straße 1 ein öffentliches Schießen an.

Die Röthaer Schützenfreunde beschäftigen sich aber nicht nur mit Luftdruckwaffen. „Wir bieten prinzipiell alles an, vom Blasrohr bis zur Kanone“, sagt Helge Hollstein. Die kleinsten Blasrohre für Kinder sind tatsächlich noch Spielzeuge, das größere hat schon kleine Metallpfeile.

Für seine scharfe Kanone hat der Verein mit Klaus Schmickler extra einen Kanonier. Das Rohr wurde in Suhl gegossen, und einmal im Jahr nehmen die Röthaer an einem Zielschießen mit Kanonenkugeln in Thüringen teil. Dort dürfte es noch lauter zugehen als jährlich zum Faschingsauftakt am 11.11. in Rötha, wenn einige Schützenfreunde der PSG mit ihrer selbst gebauten zweiten Kanone mit Salutpatronen auf die Rathaustür schießen. Die steht für den Rest des Jahres als Dauerleihgabe im Röthaer Heimatmuseum.

Aktueller Schützenkönig der Privilegierten Schützengesellschaft zu Rötha ist René Puppe, einer von zwei Trainern im Verein. Den Titel bei der Jugend trägt Felix Eichhorn. Das nächste Königsschießen naht aber bereits, es findet am 14. April statt.

Von André Neumann

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