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Röthaer Stadtraben inszenieren mit 80 Kindern eine prächtige Vogelhochzeit

Singspiel im Schlosspark Röthaer Stadtraben inszenieren mit 80 Kindern eine prächtige Vogelhochzeit

Eigentlich wollten die Röthaer Stadtraben alle zwei Jahre ein Theaterstück zur Heimatgeschichte auf die Bühne bringen – 2017 ist das nächste an der Reihe. Nun gibt es vorher noch ein großes Singspiel mit 80 Kindern aus der Stadt und den Ortsteilen. Am 10. September im Schlosspark ist es so weit.

Im vorigen Jahr erzählten die Stadtraben die Geschichte des Röthaer Apfelweins.

Quelle: Andreas Döring

Rötha. Wenn in Rötha der Rat der Raben tagt, wird meist Bedeutsames ausgeheckt. Das war schon lange vor dem Oktober 2013 so, als mehrere Dutzend Röthaer ein heimat-geschichtslastiges Theaterstück entwarfen und auf die Bühne brachten. In dem wurden jene Geschehnisse rund um die Völkerschlacht von 1813 thematisiert, die sich in Rötha abspielten. Damals existierte der Verein Röthaer Stadtraben noch gar nicht.

Nächstes Geschichtsepos wird 2017 aufgeführt

Der wurde erst 2014 gegründet, als sich die rund 40 Laiendarsteller um Gabriele Richter schon längst auf das nächste Geschichtsepos vorbereiteten, dass vor historischer Kulisse am Rande des Schlossparkes aufgeführt werden sollte. Darin wurde im vorigen Jahr die Geschichte der Erfindung des Apfelweines in Rötha erzählt. 800 Zuschauer sahen zu, 300 mehr als beim ersten Mal.

Wieder zwei Jahre später wollen die Raben ein nächstes, noch weiter zurückliegendes Kapitel der städtischen Geschichte erzählen. Dann will man zurückreisen in die Zeit zwischen 1473 und 1592, als das Adelsgeschlecht von Pflugk in Rötha residierte.

Jetzt aber wird der Zwei-Jahres-Rhythmus unterbrochen. Weil nämlich, könnte man sagen, die Raben die Geister, die sie riefen, nicht mehr los werden. Hatten sie doch auf der Rückseite der Eintrittskarten zur letzten Aufführung die Kinder aufgerufen, sich dem Rabenvolk anzuschließen. Darauf meldeten sich so viele, dass der Verein sich entschloss, mit ihnen ein eigenständiges Stück auf die Bühne zu bringen. Und somit wird am 10. September im Schlosspark das Singspiel „Die Tiere im Walde“ zu erleben sein, in welchem die Geschichte der Vogelhochzeit erzählt wird.

109 Akteure machen beim Singspiel mit

Sage und schreibe 109 Akteure werden beteiligt sein, darunter 80 Kinder. Die kommen von den Kindergärten Rötha, Espenhain, Mölbis, Ölzschau und Pötzschau; die Tanzmäuse des Karnevalsclubs Rötha machen mit und die Kinder der Theater AG der Grundschule Rötha. Seit Monaten wird geprobt. Alle studieren in ihren Einrichtungen ihre Rollen, an manchen Sonnabenden ist Gesamtprobe im Volkshaus in Rötha.

Schon wenn Gabriele Richter und Simone Brauße vom Vorstand sowie ihre Mitstreiterin Carola Bock die Bilder von den Proben sehen, leuchten ihre Augen vor Begeisterung. Das Brautpaar Amsel und Drossel, kleine Köche, die das Hochzeitsmahl richten, Fledermaus, Uhu und Seidenschwanz, die Zuckerbäcker, die putzigen Waldelfen und die weisen Waldschrapse, sie alle werden das Publikum in ihren bunten und aufwendigen Kostümen und mit ihrem Spiel sicher genauso entzücken.

Kantor und Kirchenchor wirken mit

Auch Erwachsene machen mit. Ganz besonders freuen sich die Stadtraben, dass sie Kantor Jihoon Song und den Röthaer Kirchenchor gewinnen konnten. Der Südkoreaner, der erst jüngst einen Preis beim Leipziger Bach-Wettbewerb gewann, probt mit den Sängerinnen und Sängern seit Wochen alte deutsche Volks- und Kinderlieder. Als Schwalbe wird er im Stück den Chor aus Rotkehlchen, Domspatzen, Taube und Elster dirigieren.

Für Vereinschefin Richter und Vorstandsmitglied Achim Keil ist die Sache schon jetzt ein Erfolg. „Schon die Proben waren den Aufwand wert“, sagt Gabriele Richter. Und Achim Keil fügt hinzu: „Das Strahlen der Kinderaugen ist unser Lohn“. Und es dürfte sicher sein: Nicht nur Kinderaugen werden am 10. September strahlen und leuchten.

Singspiel „Die Tiere im Walde“, 10. September, 15.30 Uhr, Schlosspark Rötha

Von André Neumann

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