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Borna Röthaer wegen Drogenhandels vor Gericht
Region Borna Röthaer wegen Drogenhandels vor Gericht
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11:57 06.07.2018
Wegen Handelns mit Marihuana stand ein junger Mann aus Rötha jetzt in Borna vor Gericht (Symbolfoto). Quelle: Polizei Chemnitz
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Borna/Rötha

Ein junger Mann aus Rötha ist vom Amtsgericht Borna zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er mit Betäubungsmitteln gehandelt hat und unerlaubt Waffen trug. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Lupenreines Strafregister

Paul N. ist 22 Jahre alt und hat sich vor dem Gesetz bislang noch nichts zuschulden kommen lassen. Sein Strafregister ist blitzblank, bis jetzt, bis er zum Dealer wurde und anderen, darunter Minderjährigen, Drogen verkauft hat. Die Staatsanwaltschaft legt ihm gleich mehrere Vergehen zur Last.

Marihuana an mehrere Konsumenten verkauft

Ende 2016 soll N. zum ersten Mal bei einem Unbekannten in der berüchtigten Leipziger Eisenbahnstraße Marihuana gekauft haben. Die verkaufte er dann zu je zehn Euro das Gramm an mehrere Konsumenten, die das Gericht namentlich auflistet. Nicht alle waren damals schon 18 Jahre alt. Im Januar 2017 fuhr N. erneut nach Leipzig, diesmal kaufte er nur 50 Gramm ein, die er an zwei Bekannte vertickte.

Vorläufige Festnahme in Rötha

Damals wurde er in Rötha erwischt, nicht nur mit Hasch und einigen Amphetamintabletten, sondern auch mit Waffen, mit einer Schreckschusspistole, einem Teleskop-Schlagstock und einem so genannten Einhand-Messer (Taschenmesser, dessen Klinge sich mit nur einer Hand öffnen, arretieren und wieder schließen lässt). Alle drei hätte er nicht mit sich führen dürfen.

Wozu brauchte er die Waffen, will der Richter wissen. Die Pistole, sagt N., habe er an jenem Tag gefunden, das Messer sei für ihn einfach ein Taschenmesser gewesen und den Schlagstock habe er zur Selbstverteidigung gehabt.

Wollte eigenen Drogenkonsum finanzieren

Er habe die Waffen ja nicht eingesetzt, beschwichtigt die Anwältin des Röthaers später in ihrem Plädoyer, er habe es eben cool gefunden, sie zu besitzen. Was der Verteidigungsstrategie folgt, den Angeklagten als einen naiven jungen Mann darzustellen, der „in die verkehrten Kreise geraten“, ansonsten aber ein unbeschriebenes Blatt sei. Paul N. stritt die beiden Verkäufe nicht ab, er habe damit seinen eigenen Drogenkonsum finanzieren wollen. Eine Arbeit hat er nicht, ein Lehre nie abgeschlossen. Er wohnt bei seinem Vater und lebt von dessen Geld.

Doch kein ganz unbeschriebenes Blatt?

Glaubt man einem anderen Röthaer, gegen den selbst wegen Drogendelikten ermittelt wurde, dann war N. zur fraglichen Zeit zumindest kein ganz unbeschriebenes Blatt. Der andere, Z., wurde in München verhaftet, weil er Drogen bei sich hatte, später nannte er in einer Vernehmung N.’s Namen. Der soll ihm Kokain verkauft haben.

In dem Zusammenhang soll Z. dem Münchener Beamten gesagt haben, N. sei in der Szene in Rötha bekannt gewesen, sei mit schwarzem Fahrrad und schwarzem Rucksack unterwegs gewesen und man habe ihn ansprechen können. Marihuana und eine Feinwaage habe er immer dabei gehabt. Das Kokain soll er innerhalb von zwei Stunden beschafft haben.

Letzteres freilich streitet N. ab. Die Staatsanwaltschaft lässt die Anklage in diesem Punkt im Laufe der Verhandlung allerdings fallen. Der eine Deal wäre für das Strafmaß unerheblich.

Gericht folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Mit dem folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Bewährung gibt es, weil der Angeklagte ohne Vorstrafen und geständig ist. Auf drei Jahre wird die Bewährungszeit festgelegt. Das könnte kompliziert werden, ermahnt der Richter den Röthaer. Denn der hatte zuvor auf Nachfrage zugegeben, dass sein Drogenkonsum zwar geringer geworden sei, er abends aber ab und zu noch kiffe.

„Kiffen“, erklärt der Richter, „ist nicht strafbar.“ Sich die Drogen zu verschaffen, sie im Rucksack mit sich herumzutragen dagegen schon. „Sie stehen mit einem Fuß im Gefängnis“, wird der Richter am Ende der Verhandlung deutlich.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Von André Neumann

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