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Borna Röthas Bürgermeister Ditmar Haym geht von Bord
Region Borna Röthas Bürgermeister Ditmar Haym geht von Bord
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17:56 28.01.2016
Während sich der bisherige Röthaer Bürgermeister Ditmar Haym am Mittwoch verabschiedete, wurde der neue Rathauschef Stephan Eichhorn vereidigt.  Quelle: Andreas Döring
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Rötha

 Ein paar Tränen. Geschenke, bis der Tisch nicht mehr ausreichte. Sekt, Musik und so viele Besucher wie selten bei einer Stadtratssitzung. Das waren am Mittwochabend die passenden Zutaten für die Verabschiedung des Röthaer Bürgermeisters Ditmar Haym (parteilos) und die Vereidigung des neuen Rathauschefs Stephan Eichhorn.

Nach knapp 15 Jahren an der Rathausspitze geht Haym in den Ruhestand, „der Kapitän geht nun von Bord“, wie er selbst sagt. Unzählige Vereine, Anwohner, Weggefährten und Stadträte verabschiedeten sich von dem 66-Jährigen. Die Metapher des Schiffskapitäns spielte dabei eine große Rolle, Haym selbst sah sich in all den Jahren als derjenige, der zusammen mit Lotsen und Offizieren das Schiff Rötha navigieren und den Kurs ab und an korrigieren musste. „Aber letztlich hat das Schiff immer einen sicheren Hafen erreicht“, machte er in seiner Abschiedsrede deutlich.

„Wenn der Kapitän auch geht, so geht er nicht als letzter und er verlässt auch kein sinkendes Schiff“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Uwe Wellmann in seiner Rede.

 Haym habe in all den Jahren als Bürgermeister zwar keine Luxusliner gesteuert - „aber auch keine Fregatten“. Ihm sei es immer gelungen, die KS Rötha bei rauer See auf Kurs zu halten und Klippen souverän zu umschiffen. Doch Haym sei noch etwas anderes gewesen: „der Fels in der Brandung für die zahlreichen Vereine in der Stadt und in den Ortsteilen“. An Eichhorn gewandt, forderte er diesen auf, die KS Rötha weiter in Richtung Zukunft zu steuern, „die Mannschaft jedenfalls steht bereit“.

Klare Ansage an Eichhorn von der Feuerwehr

Zu den Gratulanten gehörte am Mittwoch auch Armin Mößner, Bürgermeister von Röthas Partnerstadt Murrhardt. „Sie haben in Ihrer Amtszeit im Laufe der Jahre das ein und andere erreicht, doch jetzt kommt mit dem dritten Lebensabschnitt der schönste“, sagte er zu Haym. Ein herzliches Dankeschön an den scheidenden Rathauschef kam von Wehrleiter Klaus Schömann.“ „Die Feuerwehr war für Sie immer mehr als eine Pflichtaufgabe. Unsere Wunschliste war immer lang, sie wird aber auch in Zukunft nicht kürzer.“ Eine klare Ansage gab es für Hayms Nachfolger Eichhorn: „Wenn es Ihnen gelingt, so wie Herr Haym weiterzumachen, wird uns eine gute Zusammenarbeit gelingen.“ Vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, David Zühlke, bekam Haym die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille und damit die höchste Auszeichnung in Deutschland für einen Nicht-Feuerwehrmann überreicht.

Vom früheren Espenhainer Bürgermeister Jürgen Frisch kam die herzliche Einladung zu privaten Treffen. „Jetzt können wir die Entwicklung der Stadt von unseren Gartenbänken aus verfolgen und gemeinsam darüber philosophieren“, sagte er lachend.

Mehr Bürgernähe schaffe Vertrauen

Für Eichhorn beginnt am Montag „der letzte berufliche Neustart“. Er wolle Rötha nicht nach seinem Amtsantritt auf den Kopf stellen, sondern an Bewährtes anknüpfen. Manches aber müsse dennoch hinterfragt und notfalls korrigiert werden. Seine Prioritäten sieht er in den kommenden Monaten und Jahren in der Konsolidierung des Haushalts. Zudem hoffe er auf eine Art runden Tisch von Politik, Gewerbe und Handel. Eines sei ihm außerdem wichtig: „mehr Bürgernähe“ – denn die schaffe Vertrauen.

Ganz offiziell stand am Mittwoch noch die Wahl des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters auf der Agenda der Stadtratssitzung. Einstimmig wurde Pascal Neméth gewählt, der „stolz ist, Haym auf seinem Weg lange begleitet zu haben“, der aber auch verspricht, nun an Eichhorns Seite zu kämpfen.

Von Julia Tonne

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