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Röthas Feuerwehren rücken zusammen: Alle werden gebraucht

Brandschutz Röthas Feuerwehren rücken zusammen: Alle werden gebraucht

Mit der Eingemeindung von Espenhain mit den Ortsteilen nach Rötha im August 2015 sind auch die Freiwilligen Feuerwehren der einzelnen Orte zusammengerückt. Seit einem Jahr gibt es offiziell die Stadtfeuerwehr, an deren Spitze Klaus Schömann steht.

Bei den Feuerwehren der Stadt Rötha gibt es jede Menge Investitionsbedarf in den nächsten Jahren

Quelle: Günther Hunger

Rötha. Mit der Eingemeindung von Espenhain mit den Ortsteilen nach Rötha im August 2015 sind auch die Freiwilligen Feuerwehren der einzelnen Orte zusammengerückt. Seit einem Jahr gibt es offiziell die Stadtfeuerwehr, an deren Spitze Klaus Schömann steht. Er kümmert sich um das Zusammenwachsen und das Zusammenspiel der fünf Ortsfeuerwehren Rötha, Espenhain, Mölbis, Oelzschau und Pötzschau.

„Meine Aufgabe als Stadtwehrleiter ist es, die Interessen unter einen Hut zu bekommen“, sagt Schömann. Der Wert auf die Feststellung legt, dass jede Ortswehr selbstständig arbeitet und eigene Traditionen hat. Einmal monatlich trifft sich Schömann mit den Ortswehrleitern zur Beratung. Eine der wichtigsten Aufgaben derzeit ist die Umstellung auf die neue zentrale Rettungsleitstelle in Leipzig. Dazu müssen Einsatz- und Ausrückepläne neu angelegt werden.

Zu Schömanns ersten Aktivitäten als Stadtwehrleiter gehörte es, sich einen Überblick über die Ausrüstung in den Ortswehren zu verschaffen. Wobei er feststellte, dass es in den Wehren der ehemaligen Gemeinde Espenhain „einen großen Investitionsstau gab“. Deswegen gingen die ersten Investitionen dorthin: 60 neue Funkmeldeempfänger und „fast für alle neue Stiefel“, weil die vorhandenen nicht mehr aktuellen Normen entsprachen.

Gemeinsam wird im Wehrleitergremium auch darüber beraten, welche Kameraden aus welchen Wehren die raren Lehrgangsplätze bekommen. Der Ausbildungsstand in den Ortswehren, sagt Schömann, sei gut. Allerdings seien hier und da Führungskräfte und Maschinisten knapp.

Die Größen der Wehren sind recht unterschiedlich. Zusammen verfügen die fünf Freiwilligen Feuerwehren über 97 Einsatzkräfte. Ein Drittel davon gehört allein der Wehr in Oelzschau an, die sogar stärker als die von Rötha besetzt ist. Trotz des Personalbestandes, räumt Schömann ein, bestünden in allen Orten Probleme mit der Tageseinsatzbereitschaft. Deswegen werden im Falle eines Brandes immer mehrere Wehren alarmiert. Brennt es in einem der Ortseile, ruft die Leitstelle alle vier Ortsteilfeuerwehren. Brennt es in Rötha, werden Espenhain und Mölbis mit alarmiert. „Weitere Kräfte können jederzeit nachalarmiert werden“, sagt der 55 Jahre alte Stadtwehrleiter. Der gehört seit 1977 der Feuerwehr Rötha an und leitete die von 2010 bis 1016.

Im vorigen Jahr hatten die Feuerwehren der Stadt Rötha insgesamt 53 Einsätze, in 21 Fällen wurden die Kameraden zu Bränden gerufen. Die größten Einsätze waren die Unterstützung bei einem Feuer auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens in Großpösna und der Brand der Obstweinschenke am Stausee Rötha. 1633 Einsatzstunden kamen zusammen. Rund 5400 Stunden investierten die Kameraden in ihre Aus- und Weiterbildung bei den regelmäßigen Diensten, bei Lehrgängen im Kreis und an der Landesfeuerwehrschule.

Aktuell drängt Wehrleiter Klaus Schömann, der auch im Stadtrat sitzt, auf einen Feuerwehrbedarfsplan für die Stadt mit den Ortsteilen. Derzeit würden die Daten dafür zusammengetragen, unklar sei noch, wer das aufwendige Dokument erstellen soll. Vergleichbar große Kommunen bedienen sich dazu eines Fachbüros, allerdings kostet das einige tausend Euro. Und Geld ist knapp in Rötha. Andererseits seien etliche größere Investitionen nötig: Ein Gerätehaus in Mölbis, Sanierungsbedarf in Rötha für die Jugendfeuerwehr und in Espenhain sowie Fahrzeuge für Oelzschau und Pötzschau zählt der Wehrleiter auf und sagt: „Wir brauchen in den nächsten Jahren größere Summen.“ Um Fördermittel beantragen zu können, sei der Bedarfsplan erforderlich. Klar ist für Schömann indes auch ohne den: „Wir brauchen jede Feuerwehr und jeden Feuerehrmann.“

Von André Neumann

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