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Borna Röthas Nachwende-Bürgermeister verstorben
Region Borna Röthas Nachwende-Bürgermeister verstorben
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18:23 14.05.2018
Blick auf Röthas Rathaus. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha

Die Stadt Rötha trauert um ihren langjährigen Bürgermeister Reinhard Kühnl. Der 69-Jährige starb am 3. Mai nach schwerer Krankheit. Von Juni 1990 bis Juli 2001 hatte Reinhard Kühnl die Geschicke der Stadt Rötha geleitet. Zu seinen größten Verdiensten zählt das Wohngebiet Rietzschketal.

Reinhard Kühnl vor seinem Haus in der Röthaer Bahnhofstraße. Quelle: Andreas Döring

„Ich höre jetzt noch die Gegenargumente der großen Parteien, dass hier angeblich keiner hinziehen würde“, sagte er 2003 in einem LVZ-Interview. „Dem Rietzschketal ist es aber zu verdanken, dass Rötha nicht ganz in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Damit haben wir den normalen Bevölkerungsschwund kompensiert.“

Der SPD-Politiker setzte sich genauso für die örtlichen Vereine und den Erhalt der Sportstätten ein, auch der Marktplatz wurde unter seiner Ägide neugestaltet. „Ich habe ihn immer dafür bewundert, dass er nach der Wende beruflich neu durchgestartet ist und kommunalpolitische Verantwortung übernommen hat“, zieht der Röthaer Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) den Hut. Damals habe er die Stadt gelegentlich juristisch beraten, und er erinnere sich an „eine angenehme Zusammenarbeit mit ihm“.

Abschied von der politischen Bühne

Nach der bitteren Wahlniederlage von 2001 gegen Ditmar Haym nahm Kühnl 52-jährig Abschied von der politischen Bühne und zog sich weitgehend ins Privatleben zurück. Der gelernte Verfahrenstechniker widmete sich fortan seiner Familie, dem Ausbau von Haus und Grundstück und las mit Vergnügen historische Romane und wissenschaftliche Bücher. In einem LVZ-Interview machte er später seine Parkinson-Krankheit öffentlich.

Bestürzung über seinen Tod

Ehemalige Kollegen reagierten jetzt bestürzt auf die Nachricht von seinem Tod. Maria Gangloff, von 2001 bis 2014 Bürgermeisterin in Böhlen, hat Reinhard Kühnl als einen „fairen, freundlichen und hilfsbereiten Kollegen kennengelernt. Er war sehr bürgernah und menschlich“. Bei zufälligen Begegnungen haben sie „gerne miteinander geschwatzt“, so die Böhlenerin, „wir haben uns gut verstanden“.

Auch der einstige Espenhainer Bürgermeister Jürgen Frisch hat den SPD-Mann Kühnl „als geradlinigen Menschen geschätzt“. Seit Anfang der 90er Jahre bestand die Verwaltungsgemeinschaft Rötha-Espenhain. „Hier boten sich zahlreiche Verbindungspunkte. Wir hatten einen guten Kontakt, ich habe mich immer fair behandelt gefühlt“. Gemeinsam habe man die Aufbruchjahre nach der Wende zum Besten für die Kommunen genutzt.

Haym schätzt Verdienste seines Vorgängers

Auch Ditmar Haym schätzt die Verdienste seines Vorgängers im Röthaer Rathaus. „Man darf nicht vergessen: Er war der erste Bürgermeister nach der Wende und es war vieles Neuland.“ Zusammen mit dem Stadtrat habe Reinhard Kühnl einiges bewegt in der Stadt. Man sei auch nicht im Bösen auseinandergegangen, betont Haym, sondern habe sich vielmehr auf Augenhöhe über verschiedene, auch private Dinge ausgetauscht und losen Kontakt zueinander gehabt.

Reinhard Kühnl hinterlässt seine Frau, zwei Söhne sowie mehrere Enkel. Er wird am 17. Mai auf dem Marienfriedhof in Rötha beigesetzt. Dazu hat sich eine Delegation aus Röthas Partnerstadt Murrhardt in Baden-Württemberg angekündigt.

Von Kathrin Haase

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