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Borna „Roller übers Land“: Oldtimerfreunde auf traditioneller Ausfahrt rund um Borna
Region Borna „Roller übers Land“: Oldtimerfreunde auf traditioneller Ausfahrt rund um Borna
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17:30 02.10.2017
Roller übers Land: Gruppenfoto aller Teilnehmer der Ausfahrt mit ihren Fahrzeugen. Quelle: Lisa Gerth
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Borna

Es roch nach Benzin auf dem Martin-Luther-Platz in Borna. Nach und nach trudelten Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren an der Emmauskirche ein. Sie war Startpunkt der vierten Oktoberausfahrt der Gruppe „Roller übers Land“, die bereits Tradition ist.

„Roller übers Land“ verbindet Menschen mit der Leidenschaft für Fahrzeuge aus der DDR. Speziell für die Roller aus dem Industriewerk in Ludwigsfelde. Zwischen 1953 und 1964 wurden dort „Pitty“, „Wiesel“, „Berliner“ und „Troll“ gebaut. Im Jahr 2013 schlossen sich die Liebhaber dieser Oldtimer zusammen und sind seitdem gemeinsam auf den Straßen unterwegs. Bis zu 30 Ausfahrten im Jahr bestreiten sie als Team. Mal zu zweit und mal mit über 20 Fahrzeugen. Die Touren führen durch Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt. Auch bei zahlreichen Oldtimertreffen in der Region sind sie vertreten. Der Höhepunkt einer Saison ist das „Rollerfeldlager“ im Strandbad Aga. Dort campen die Rollerfreunde über ein verlängertes Wochenende zusammen, machen Ausfahrten und schwelgen in Nostalgie. Für die Verpflegung sorgen sie dabei selbst.

Impressionen von der vierten Oktoberausfahrt der Gruppe „Roller übers Land“, die bereits Tradition ist. „Roller übers Land“ verbindet Menschen mit der Leidenschaft für Fahrzeuge aus der DDR.

Bei der diesjährigen Oktoberausfahrt waren 18 Roller, drei Trabis und zwei Motorräder „MZ“ dabei. Insgesamt fuhren 50 Teilnehmer mit. Einige hatten eine weite Anreise, denn neben Fahrern aus der Region, waren auch Freunde aus Oranienburg, Ludwigsfelde und Bernburg dabei. Lutz Riedel aus Borna ist Organisator der Ausfahrt. Er fährt selbst seit sechs Jahren einen Berliner Roller und ist von Anfang an bei der „Roller übers Land“-Gruppe dabei. „Ich freue mich, bei der Ausfahrt so viele Freunde wieder zu sehen“, erklärte er.

Besonders wichtig bei einer solchen Ausfahrt mit vielen Fahrzeugen sei das Zeitmanagement. Außerdem müsse die Route geplant und vorher abgefahren werden, um Baustellen aus dem Weg zu gehen. An jedem Zwischenstopp müssen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Da Roller fahren hungrig macht, gibt es einen Halt zum Mittag und zum Eis essen. Dazu sind Absprachen und Reservierungen mit den Restaurants nötig.

Das Wetter kann Lutz Riedel nicht planen. Es regnete den ganzen Vormittag, doch ganz nach dem Motto: „Bei schönem Wetter kann ja jeder fahren“, starteten die Rollerfreunde ihre Tour. Die Regensachen waren eingepackt. Nach einer Stunde Fahrzeit erreichte die Truppe den Marktplatz in Colditz. Die erste Station. Von dort aus ging es nach Höfgen. Im Erlebnishotel „Zur Schiffsmühle“ aßen sie Mittag und trockneten die nassen Sachen. In Grimma schauten sich die Rollerfreunde die Hochwassermarken an und fuhren von dort zum Bistro „Vineta“ am Störmthaler See.

Die Punkte wurden nicht direkt angefahren, sondern kleine Nebenstraßen genutzt, damit Autos den Rollern nicht in die Quere kommen. An jeder Kreuzung fuhr ein Fahrzeug voraus, um die Straße abzusperren. Schließlich soll die ganze Kolonne mit einem Schwung die Kreuzung überqueren. Ein Besenwagen ist auch immer dabei. Falls ein Fahrzeug unterwegs liegen bleibt und der Schaden nicht vor Ort repariert werden kann, wird es aufgeladen.

Nach 93 Kilometern erreichte die Truppe wieder Borna. Lutz Riedel war froh, dass alles so reibungslos funktioniert hat. „Wir hatten keine Ausfälle. Das ist das Wichtigste“. Die Teilnehmer waren begeistert von der Tour. „Die Strecke war sehr abwechslungsreich und für Oldtimer gut geeignet“, sagte Thomas Reiche. Den Abend ließen die Rollerfreunde gemütlich bei Musik ausklingen und freuten sich schon auf die nächste Rollersaison.

Von Lisa Gerth

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