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Rückenwind für Mitmach-Netz: Kreis Leipzig fördert Freifunk-Initiativen

Surfen im Netz Rückenwind für Mitmach-Netz: Kreis Leipzig fördert Freifunk-Initiativen

Ein frei verfügbares und kostenloses WLAN ist das Ziel von Freifunkinitiativen deutschlandweit. Der Landkreis Leipzig will die Vorreiter für ein unabhängiges Bürgernetz unterstützen. So wird Interessenten eine Liste mit öffentlichen Gebäuden zur Verfügung gestellt, die als Standorte im Datennetz dienen könnten.

Ein Aufkleber weist auf freies WLAN hin.

Quelle: dpa

Landkreis Leipzig. Ein frei verfügbares und unabhängiges Bürgernetz – was in anderen Landstrichen bereits existiert, soll auch in der Region nicht länger Zukunftsmusik sein. Kostenfreies Internet für alle – das haben sich sogenannte Freifunkinitiativen auf die Fahne geschrieben. Auf Antrag der SPD-Fraktion im Kreistag wird der Landkreis diese jetzt unterstützen.

Technisch funktioniert Freifunk so: Interessenten, die einen Internetanschluss haben, teilen diesen mit anderen – ohne irgendwelche Beschränkungen. Sie geben quasi einen Teil ihrer bezahlten Bandbreite ab. Nötig sind dafür kompatible Router, die durch eine installierte Software untereinander vernetzt werden. So bildet sich zwischen den einzelnen Freifunkern ein idealerweise immer größeres WLAN-Gespinst, in dem jeder kostenlos im Internet surfen kann.

Während andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen zu den Vorreitern zählen und die Förderung von Bürgerfunk Bestandteil der regulären Breitbandförderung ist, steckt das Thema in Sachsen noch in den Kinderschuhen. Dabei gibt es immer mehr Freifunker, die allerdings über ein Entgegenkommen der öffentlichen Hand nicht böse wären.

Als Fürsprecher solcher Bürger-Lösungen hat sich die SPD zu Wort gemeldet. Um ein Wachsen der Bürgernetze auch im Landkreis zu fördern, sollen ehrenamtliche Initiativen gestärkt werden, so die Empfehlung der Sozialdemokraten. Bereits beim Kreisparteitag im vergangenen Jahr habe das Thema eine Rolle gespielt, erklärt Kreisvorsitzender Markus Bergforth. „Es geht darum, zivilgesellschaftliche Akteure im Bereich Freifunk zu unterstützen“, hebt der Brandiser hervor. Dies könne unter anderem durch das Bereitstellen von Standorten auf öffentlichen Gebäuden geschehen. Denn diese würden sich meist an zentralen Orten befinden und könnten daher gut als Verteilerstationen dienen. Neben den kreiseigenen Gebäuden gebe es noch viele weitere geeignete Objekte in kommunaler Hand. Die SPD kann sich deshalb auch vorstellen, weitere Rathäuser für die Idee zu erwärmen. „Denn ein freier und offener Internetzugang an möglichst vielen Orten wäre ein zukunftsweisender Schritt für den Landkreis“, unterstreicht auch SPD-Fraktionschef Karsten Schütze.

Den Nutzen sieht der Landkreis unter anderem darin, dass der Freifunk eine flächendeckende Internetversorgung im Landkreis befördert. Zudem könnte der direkte Online-Zugriff auf alle touristischen Informationen, Veranstaltungen und Erlebnisangebote auch ein Zugewinn für Besucher sein.

Rechtliche Bedenken sieht das Landratsamt nicht. Erst kürzlich hatte der Bundestag beschlossen, Betreiber von offenen WLAN-Zugängen nicht für Rechtsverletzungen von Nutzern verantwortlich zu machen.

Bundesweit werden aktuell über 300 Freifunk-Initiativen gezählt. Die Mitwirkenden sind ehrenamtlich tätig und organisieren sich mitunter in Vereinen. Eine der Gruppen, die in der Nähe ihren Sitz hat und inzwischen auch Anhänger im Landkreis findet, ist die Freifunk-Initiative Mittelsachsen. Unter Vorsitz von David Nölte, einem Fachinformatiker aus Hartha, können die Vorkämpfer für ein freies Internet auf erste Erfolge verweisen. Sie haben nicht nur in ihrem direkten Wohnumfeld in Hartha und Waldheim Knotenpunkte aufgebaut, sondern ihr Netz über weitere Städte im Umland gespannt. So stoßen permanent weitere Mitwirkende zu der Initiative, die WLAN-Router betreiben und einen Teil ihres Internetvolumens der Allgemeinheit schenken. Mittlerweile haben Akteure auch in Grimma, Colditz, Döbeln und Mittweida ihre Fühler ausgestreckt. Ganz konkret konnte bereits das „Dorf der Jugend“ in Grimma von den Aktivitäten der Freifunker profitieren. Die Jugendlichen vor Ort nutzen die Möglichkeit des freien WLAN bereits intensiv.

Von Simone Prenzel

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