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Borna Rücktritt von Tillich im Landkreis Leipzig umstritten
Region Borna Rücktritt von Tillich im Landkreis Leipzig umstritten
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16:33 19.10.2017
Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Gerhard Geißler, 82, aus Borna: „Ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob Tillich die falsche Politik betrieben hat. Wenn Experten das sagen, war der Rücktritt sicherlich die richtige Entscheidung. Dann gebührt ihm aber auch Respekt. Für mich steht fest: Der Frust hat ihm das Genick gebrochen. Vom Alter her ist er jedenfalls nicht zu verbraucht, als dass er hätte zurücktreten müssen. Da hat es hier schon ganz andere gegeben. Ob CDU oder SPD – mir geht es darum, dass nicht die Leute an die Macht kommen, die nur reden, aber nichts in der Hinterhand haben.“

Gisela Peters, 70, aus Borna: „Tillich hat für unser Bundesland stets gute Arbeit geleistet. Auch sonst fand ich ihn immer okay. Deshalb ist es nicht in Ordnung, dass er jetzt zurückgetreten ist. Mit den genauen Umständen seines Abgangs habe ich mich aber noch nicht wirklich befassen können. Trotzdem denke ich, dass es besser gewesen wäre, wenn er die Stellung gehalten hätte, vielleicht mit anderen Leuten an seiner Seite. Für Sachsen war er nicht der Schlechteste.“

Ursula Füssel, 61, aus Borna: „Der Rücktritt kam überraschend, war aber notwendig. Tillich hat sich für Sachsen und seine Bürger nicht so eingesetzt, wie man es sich von einem Politiker seines Ranges wünscht. Vielmehr hat er nur das gemacht, was ihm aus Berlin gesagt wurde. Entsprechend groß ist bei uns der Wählerfrust. Die Sachsen sind doch nach der Wende alleine gelassen worden. Und so, wie es jetzt abläuft, kann es nicht weiter gehen. Dass Tillich selbst die Entscheidung zum Rücktritt getroffen hat, zeugt allerdings von Charakter. Denn das war sicher ein schwerer Schritt für ihn.“

Petra Merkel, Trebsen (55)

„Herr Tillich hat zu lange die Füße stillgehalten und nicht auf des Volkes Stimme gehört. Dass er jetzt seinen Rücktritt ankündigt, ist eine konsequente Entscheidung. Ich verstehe es nicht, warum meine Namensvetterin in Berlin nicht auch zurücktritt und damit die Verantwortung für die Stimmenverluste ihrer Partei übernimmt. Stattdessen hört man nur was von weiter so - das kommt an der Basis nicht gut an.

Harry Eifrig, Grimma (80)

„Auf der einen Seite habe ich Verständnis für Tillichs Entscheidung, der ja von Biedenkopf gemoppt wurde. König Kurt mag seine Verdienste um Sachsen haben, aber es steht ihm nicht zu, sich so in die aktuelle Politik einzumischen. Auf der anderen Seite ist es richtig, den Weg für einen Neuanfang freizumachen, wenn die Zeit dafür reif ist, und die Zeit dafür ist reif.

Detlef Reidys, Trebsen (52)

„Die aktuelle Situation erfordert einen Neubeginn, insofern ist der Schritt von Stanislaw Tillich richtig. Ich halte aber nichts davon, dass er einen Kandidaten als Nachfolger vorschlägt, der selbst gescheitert ist, in dem er sein Bundestagsmandat an einen AFD-ler verloren hat. Das hat für mich den faden Beigeschmack der Postenschacherei und hat nichts mit dem dringend notwenigen Veränderungen zu tun.

Von Matthias Klöppel und Frank Schmidt

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