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Rücktritte nach dem Titanic-Prinzip

Rücktritte nach dem Titanic-Prinzip

Borna. Auch wenn das Schicksal des Bornaer Sportvereins (BSV) weiter unklar bleibt: Eine Sondersitzung des Stadtrates wird es deswegen nicht geben.

. Das haben Vertreter aller vier Stadtratsfraktionen deutlich gemacht. Die beiden fraktionslosen Stadträte Brigitta Ast und Sebastian Stieler hatten eine derartige Sitzung gefordert (die LVZ berichtete). Die verbliebenen BSV-Vorstände haben jetzt ihren Rücktritt erklärt.

Von Nikos Natsidis
Es war eine dürre Mitteilung, die vorgestern kurz vor Mitternacht in der LVZ-Redaktion eintraf. Zentrale Botschaft der E-Mail mit dem Absender BSV: Präsident und Abteilungsleiter seine zurückgetreten. Die Namen der beiden Herren – Marco Seidel und Daniel Salomon – werden in der Nachricht allerdings nicht genannt. Insolvenzverwalter ist die Leipziger Rechtsanwaltskanzlei von Rüdiger Bauch, der demnächst zu einer Beratung mit den verantwortlichen im Rathaus auftaucht. Und der Jurist macht hinter den Rücktritten große Fragezeichen. „Das ist das Titanic-Prinzip.". Das bedeute, dass die Vereinsspitze – Seidel und Salomon – ihre Posten „zur Unzeit" niedergelegt hätte. Bauch: „In dem Moment, in dem der Verein in seiner größten existenziellen Krise steckt." Präsident und Abteilungsleiter seien weiterhin in der Verantwortung – und zudem auch alle anderen Vereinsmitglieder, die in den letzten beiden Jahren in der Verantwortung waren. Allerdings, so der Jurist weiter, habe es auch keine Sinn, weiter mit Leuten zusammenzuarbeiten, die das gar nicht mehr wollten.
Zudem, sagt Bauch, sei er zunächst kein Insolvenzverwalter, sondern vom Amtsgericht lediglich als Gutachter bestellt worden. Das bedeute, dass er herausbekommen müsse, ob beim BSV überhaupt ausreichend Masse vorhanden sei, um eine Insolvenz in Gang zu setzen.
Zudem sei es durchaus nicht ausgeschlossen, dass der BSV wiederbelebt werden könne. Das hänge auch von potenziellen Unterstützern, sprich Sponsoren ab. In jedem Fall sei es gut, dass es mit der Neugründung 1. FC Borna einen Rechtsträger gebe, mit dem im Zweifelsfall zusammengearbeitet werden könne, so Bauch.
Nikos Natsidis

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