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Rückzug: Borna nur noch Fußball-Bezirksligist

Rückzug: Borna nur noch Fußball-Bezirksligist

Nach wochenlangem Hin und Her steht das Erwartete jetzt fest: Der Bornaer SV zieht sein Männer-Team aus der Fußball-Sachsenliga in die Bezirksliga zurück. Es soll aber „kein Abschied für die Ewigkeit" sein.

Borna. Auf den frei werdenden Startplatz der Wyhrastädter rückt der VfK Blau-Weiß Leipzig, der als 15. der Sachsenliga sportlich abgestiegen war.

 

Die „Vormachtstellung" der Bornaer Kicker als höchstklassiger Verein der Region ist damit dahin. Nun kämpfen sie zumindest wieder mit dem FC Bad Lausick auf einer Ebene. „Ich hätte gerne, sehr gerne mit dem Team weiter in der Sachsenliga gespielt", so Salomon. „Deshalb haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch wir werden in der neuen Saison in der Bezirksliga antreten." In den letzten 14 Tagen haben die Verantwortlichen immer wieder beraten, Pro und Kontra gegeneinander aufgerechnet, erklärte er. „Aber die Möglichkeiten und Aussichten bei einem Verbleib auf der Landesebene sind zu gering." Mit anderen Worten: Die Kasse ist klamm, die wirtschaftliche Kraft des Vereins reicht nicht aus, eine wettbewerbsfähige Truppe für dieses Leistungsniveau aufzustellen und gleichzeitig den Etat für die Saison zu sichern. Rein sportlich haben die Bornaer nach einer desaströsen Talfahrt vom vierten auf den 14. Platz den am seidenen Faden hängenden Klassenerhalt in der Sachsenliga geschafft. Doch waren ihnen immer wieder Leistungsträger abhanden gekommen, die nicht beziehungsweise nicht adäquat ersetzt wurden, ersetzt werden konnten. Letztlich sind es jetzt noch vier „Überlebende" (Salomon) von der ursprünglichen Truppe. Ein Kahlschlag, der über die Sommerpause, eben auch aus finanziellen Gründen, nicht zu beseitigen ist. Für die am Montag beginnende Vorbereitung auf die neue Punktspielserie hat der BSV derzeit 16 Akteure, zwei sollen sich noch hinzugesellen. „Wir haben aber schon bei den Gesprächen mit den neuen Spielern auf die zwei Varianten Sachsenliga und Bezirksliga hingewiesen, sodass es für keinen eine Überraschung ist", erklärte Salomon. Es kommt jetzt darauf an, vereinsintern und mannschaftstechnisch wieder zusammenzufinden. Er betonte, dass nicht, wie mehrfach unterstellt, schon Mitte der Saison die Weichen für die Bezirksliga gestellt waren. „Eigentlich habe ich gedacht, dass wir für uns die Sachsenliga doch noch retten können. Ich bin davon ausgegangen, dass nicht so viele Spieler den BSV verlassen." Dennoch hat sich der Verein am Ende bei keinem quergestellt. „Ich habe die Hoffnung, dass einige vielleicht mal zurückkehren." Er ist sich bewusst, dass der BSV dazu jedoch „Taten folgen lassen muss zu dem, was wir jetzt erzählt und geplant haben", so Salomon. Es soll das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Vereins wiederhergestellt werden. Für ihn war wichtig, die aktuellen Spieler in die Entscheidung zur Klassenzugehörigkeit einzubeziehen – über den Mannschaftsrat, den das verbliebene Quartett bildet; Marko Nickel, Jens Wagner und Ronny Lachky gehörten zuvor schon dazu, Christoph Kowalski ist neu dabei. „Klar haben sie gesagt, dass es schön gewesen wäre, weiter Sachsenliga zu spielen. Aber sie sehen auch ein, dass die Bezirksliga momentan der bessere Weg ist, um Mannschaft und Verein fest aufzubauen." Vor allem sind sich alle einig, betonte der Fußball-Chef, dass „die Bezirksliga nicht die Endstation sein soll. Wir begnügen uns nicht für alle Ewigkeit damit". Vorerst geht es allerdings darum, eine neues Gerüst zu bauen. „Wir wollen und müssen uns darauf konzentrieren, eigene Kräfte, regionale Spieler einzubinden. Besonders unser Nachwuchs soll mit eingebaut werden." Es darf nicht sein, dass Junioren den BSV verlassen, weil der ihnen keine Chance gibt, stellte Salomon klar. Trotz des freiwilligen Abstiegs um eine Leistungsstufe geht er nicht davon aus, dass die Truppe gleich im Vorderfeld der Bezirksliga mitmischt. „Wir können nicht von Aufstieg reden, das wäre blauäugig. Ein Platz unter den ersten zehn Teams wäre eine schöne Sache. Generell aber ist der Klassenerhalt das Wichtigste." Es muss daran gearbeitet werden, wieder ordentlichen Fußball zu bieten. „Denn dafür zahlen die Fans ihren Eintritt", sagte Salomon.

Olaf Krenz

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