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Borna Ruhiger Geist mit wachen Ideen: Wyhraer Museumschef Ketzer wird 60
Region Borna Ruhiger Geist mit wachen Ideen: Wyhraer Museumschef Ketzer wird 60
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13:50 19.05.2015
Hans-Jürgen Ketzer, der Chef des Volkskundemuseums in Wyhra, wird heute 60 Jahre alt. Er mischt in Sachen Heimatgeschichte überall mit und ist gut vernetzt. Quelle: Jens Paul Taubert

"Er stellt nicht nur gute Ideen zur Diskussion, sondern verwirklicht sie auch als Projektleiter", sagt Stefan Dorer, Vorstandsvorsitzender des Heimatvereins. Aufgrund seines umtriebigen Wirkens hat der Heimatverein Ketzer in diesem Jahr für den Ehrenamtspreis vorgeschlagen. Heute wird der promovierte Kulturwissenschaftler 60 Jahre alt.

Die Begründung des Heimatvereins zur Ehrung von Ketzer passt nur schwer auf eine Din-A-4-Seite: Da werden verschiedene Projekte wie die Heimathefte, der Industriekultur-Erlebnispfad in Böhlen-Lippendorf, die Gedenktafeln zum Jubiläum der Völkerschlacht in Eschefeld und Thierbach, der Katharina-von-Bora-Rundweg im Rahmen der Lutherdekade sowie die Themenabende zur Regionalgeschichte im Goldenen Stern von Borna aufgelistet. Was beileibe nur ein Bruchteil des ehrenamtlichen Engagements von Ketzer ist. Denn er hält auch noch die Verbindung zur Geschichtswerkstatt in Neukieritzsch, zu den Heimat- und Naturkundefreunden in Groitzsch und zum Heimatverein in Geithain.

Zudem ist er Mitglied der Stiftung "Lebendige Gemeinde Neukieritzsch" und kümmert sich in der LEB-Kreisarbeitsgemeinschaft Leipziger Land um die Weiterbildung älterer Menschen. Als Autor bereichert er die Heimatseiten der Leipziger Volkszeitung. Eine seiner Leidenschaften gehört Schiller und dem Fest in Kahnsdorf.

Woher der dreifache Familienvater neben seinem Fulltime-Job im Museum Zeit und Muße für so viele Projekte nimmt, weiß er nur allein. Wer ihn erlebt, ahnt das Geheimnis. Der einst als Wissenschaftler an der Universität tätige Ketzer ist gut strukturiert und trägt eine stille Begeisterung für all diese Dinge in sich. Wer ihn reden hört, ist fasziniert von der Konkretheit und Ehrlichkeit. Als Ketzer kürzlich auf einem Workshop des Volkskundemuseums in Whyra sprach, sparte er den Besucherrückgang nicht aus, bat um Inspiration und stellte eigene Ideen zur Diskussion. Ein Mühlenjahr könnte Wind und damit Schwung ins Dorf und in den über 100 Jahre alten Vierseithof des Museums bringen. Derartig greifbare Ergebnisse zeigen, dass Ketzer als Wissenschaftler pragmatisch und als Geschichtsexperte frisch geblieben ist.

Aber da ist auch eine Seite an ihm, die ihn jung hält. Nicht nur die eigenen, sondern Kinder allgemein liegen dem freundlichen und verbindlichen Mann am Herzen. "Hauptaugenmerk richtet Dr. Ketzer auf die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen", formuliert Dorer in seiner Laudatio auf den Jubilar. Im Alltag des Museumschefs sieht das so aus, dass er mit Kindern beispielsweise bäckt und buttert, wie vor hundert Jahren und das Leben auf dem Hof erlebbar macht, auch wenn der Hof Museum heißt. Beim Schillerfest in Kahnsdorf zeigen jüngere Kinder und Jugendliche ein eigenes Schülerprogramm. Da kommt eine familiäre Stimmung auf, die dem Familienmenschen Ketzer willkommen ist. Wann immer Zeit ist, baut er am Fachwerkhaus der Familie in Lobstädt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2015
Schöppenthau, Birgit

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