Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Ruine in Borna verfällt immer mehr: Eltern, Lehrer und Stadt fordern Abriss
Region Borna Ruine in Borna verfällt immer mehr: Eltern, Lehrer und Stadt fordern Abriss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 07.03.2018
Seit Jahren dem Verfall preisgegeben: die Ruine in der Deutzener Straße Quelle: Julia Tonne
Borna

Der Grundschule Borna West reicht es, der Stadtverwaltung, den Eltern: Sie fordern den baldigen Abriss der Ruine in der Deutzener Straße. „Das Gebäude ist nicht nur ein Schandfleck, sondern vor allem eine Gefahr für unsere Kinder“, macht Schulleiterin Waltraud Voigt deutlich.

Immer wieder seien Dachziegel heruntergekommen und auf dem Gehweg gelandet. Zumal der Fußgängerüberweg unmittelbar vor der Ruine entlanglaufe und die Kinder diesen auch mehrmals täglich nutzen würden.

Privatinvestor „kümmert sich nicht“

Doch damit nicht genug: Gesichert werde der ehemalige Getreidespeicher immer nur dann, wenn wieder Einzelteile herabgefallen sind. Seit Jahren bereits gehören das Haus und das rund 3000 Quadratmeter große Gelände einem Privatinvestor, „und der kümmert sich nicht darum“, kritisiert auch Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke). Mehrmals habe die Verwaltung versucht, ihn zum Verkauf zu bewegen oder die Ruine abreißen zu lassen. Bislang ohne Erfolg.

Massive Schäden an Dach und Fassade

Dass sich der Eigentümer so schnell wie möglich der Ruine annehmen muss, steht für Michael Pryba vom Vorstand des Schulfördervereins außer Frage, „Dach und Fassade haben massive Feuchtigkeits- und Frostschäden. Hier kommt in den nächsten Tagen bestimmt wieder was runter“, sagt er. Für ihn, die Lehrer und die Eltern sei das nicht länger hinnehmbar. Doch der Stadt seien nach Aussage von Luedtke die Hände gebunden. Zwar könne der Bereich der Gehwege abgesichert werden, aber darüber hinaus habe die Stadt keine Handhabe.

Laut Luedtke wolle der Eigentümer das Gelände an die Lebenshilfe verkaufen, die ja – wie die LVZ berichtete – ein Auge auf die Grundstücke zwischen Deutzener und Lobstädter Straße geworfen hat, um einen Wohnpark zu errichten. Dieser soll künftig neben behindertengerechten Wohnungen auch ein Pflege- und Wohnhaus umfassen. Doch eine Einigung zwischen Eigentümer und Lebenshilfe sei bisher nicht zustande gekommen.

Ruine lockt die Kinder an

Während das Ringen also weitergeht, ist die Geduld an der Schule langsam aufgebraucht. „Denn wir reden ja nicht nur von Dachziegeln, die auf dem Gehweg landen, sondern auch davon, dass die Kinder eine solche Ruine natürlich spannend finden und ab und an dort stiften gehen“, verdeutlicht Pryba.

Die Gefahren, die von dem Gebäude ausgehen, könnten die Knirpse gar nicht abschätzen. Zwar gebe es regelmäßige Belehrungen von Seiten der Lehrer und Schulleiter, aber für manche Kinder sei das Gelände dennoch zu verlockend – zumal es im Zaun auf der Rückseite überall Schlupflöcher gebe.

Die Schüler der Grundschule Neukirchen haben wieder einen sicheren Schulweg. Die Käseburg ist abgerissen worden. Quelle: Julia Tonne

Die Grundschule in West ist nicht die einzige Kindereinrichtung, die ungesicherte Ruinen zu ihrem Aufgabenbereich zählt. In Neukirchen gab es ebenfalls massive Probleme – mit der sogenannten Käseburg. Die war dermaßen verfallen und marode, dass auch hier Gefahren für die Kinder auf dem Schulweg drohten. Nach Jahren allerdings fand sich hier eine Lösung, die allen Beteiligten gerecht wurde. Die Stadt hatte die Burg nach zähem Ringen mit dem Eigentümer gekauft und sie anschließend abreißen lassen.

Dass das im Falle der Ruine in der Deutzener Straße auch gelingt, ist eher unwahrscheinlich. Die Vermutung liegt nahe, dass der Investor auf einen Verkauf an die Lebenshilfe zielt – und entsprechende Preise aufruft.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Geburtstagsglückwünsche und die passend dekorierte Torte gab es am Mittwoch für Johanna Giesel. Mit 103 Jahren ist sie derzeit der älteste Mensch, der in Groitzsch wohnt. Als Bürgermeister Maik Kunze gratulierte, erzählte sie aus ihrem Leben.

07.03.2018

Günter M. aus Rötha ist am Landgericht Leipzig wegen versuchten Totschlags angeklagt. Der 66-Jährige soll seinen Nachbarn geschlagen haben – mit einem Aschenbecher, einer Bierflasche, einem Tischbein. Immer im alkoholisierten Zustand. Am Mittwoch zeigte er sich reumütig.

11.03.2018

Der jüngste Fall von bestätigter Afrikanischer Schweinepest bei einem Wildtier ist nur 300 Kilometer von der sächsischen Landesgrenze entfernt. Die Experten gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die hochansteckende Krankheiten aus Osteuropa auch die Region Leipzig erreicht. Die Folgen wären fatal.

07.03.2018