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Rummms! Sprengung am Ex-Kraftwerk Thierbach

Rummms! Sprengung am Ex-Kraftwerk Thierbach

Die weit sichtbare weiße Fassade der Ruine des alten Kraftwerkes Thierbach ist seit Freitag, 13 Uhr, Geschichte. Nach einer heftigen Detonation brachen die Kessel zwei bis vier in einer mächtigen Staub- und Aschewolke zusammen.

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Die drei Kessel und die weiße Fassade stürzen in sich zusammen.

Quelle: Andreas Döring

Thierbach. Als sich der braune Nebel lichtete, war zu erkennen, dass Sprengmeister Michael Schneider und sein Team ganze Arbeit geleistet hatten: Vom Kesselhaus ist ein gleichmäßiger, knapp 200 Meter langer und rund 30 Meter hoher Wall aus Schrott geblieben, an dem sich kaum eine Stunde später schon die Bagger zu schaffen machten.

Etliche Zuschauer verfolgten die Sprengung, viele waren schon vor drei Wochen da, als der erste Kessel in die Luft gejagt wurde. Horst Drunk, der von 1967, noch während der Bauphase, bis 1989 hier arbeitete und zuletzt Schichtleiter war, hatte die erste Sprengung am 14. Januar von seiner Wohnung in Kitzscher aus beobachtet. Diesmal wollt er direkt dabei sein. "Man hängt noch dran", gesteht der 77-Jährige. "Das ist immer noch ein Stückel von einem selbst." Das Kraftwerk war bis 1999 in Betrieb.

In Mützen und Schals hatten sich nicht nur ehemalige Kraftwerker gehüllt, auch viele Hobbyfotografen taten sich das Warten im eisigen Wind an. Einer war Melvyn Röder, 22-jähriger Student aus Böhlen. Weil er gleichzeitig ein Video drehen wollte, hatte er seine Oma Erika Röder mitgebracht, die sich für den Enkel mit dem Rollator über holprige Wege und durch hohes Gras bis zum Besucherplatz mühte, wo sie die Kamera bediente.

Wer hier stand, war gut beraten. Der Wind kam von Nordost und trieb die Aschewolke direkt auf jene Schaulustigen zu, die die Nähe des Sprengmeisters für ihre Beobachtung gesucht hatten, darunter auch ein Fernsehteam. "Es wurde dunkel und war nicht mehr so kalt", erzählte ein eingestaubter Mann aus der rund 30-köpfigen Gruppe. Die kurzzeitig gesperrte B 95 gab die Polizei wegen des dichten Staubes erst sieben Minuten nach 13 Uhr wieder frei. Die Autos ganz vorn im Stau wurden von der Aschewolke eingehüllt.

Wolfgang Löscher vom Abrissunternehmen Ruppert zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Sprengung. Dieses Jahr, sagte er, werde man mit dem Schrott der Kessel zu tun haben, dann soll der Mittelbau gesprengt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2015
André Neumann

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