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Borna Rund 200 Oldtimer rollen zum Schleppertreffen in Wyhra
Region Borna Rund 200 Oldtimer rollen zum Schleppertreffen in Wyhra
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00:27 24.05.2018
An den historischen Traktoren war nicht mehr alles original. So mancher Besitzer hatte sein Gefährt mit Sitzen aus Zugwaggons aufgemöbelt. Quelle: Julia Tonne
Borna

200 Aussteller, weit mehr als 2000 Besucher - das allein war die Resonanz des Pfingstschleppertreffens am Sonntag. „Das ist der pure Wahnsinn“, erklärte denn auch Barbara Artelt in Anbetracht der Massen, die das Gelände rund um die Neuholländermühle in Bornas Ortsteil Wyhra bevölkerten. Gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard hatte sie zum wiederholten Male Schlepperfreunde aus ganz Deutschland eingeladen, um rund um ihre Mühle zu feiern und mit Technikbegeisterten ins Gespräch zu kommen.

Menschen säumen den Weg der Traktoren

Die einen wollten am Wochenende hoch hinaus, die anderen lieber auf dem Boden bleiben. Entsprechender Andrang herrschte bei der Ausfahrt der Oldtimer-Schlepper, im Besucherzelt bei Musik des Musikvereins Neukieritzsch-Regis und in der Mühle selbst. Die Traktoren, um die sich alles drehte, boten ein breites Repertoire. Ob Hanomag, Deutz, Lanz Bulldog, Pionier oder Porsche: zu gucken gab es vieles. Werner aus Leipzig (“Hier spricht man sich nur mit Vornamen an“) war mit seinem Normag aus dem Jahr 1957 vorgefahren und lud Besucher ein, Platz zu nehmen.

Werner lässt Jutta, Jessica und Annika (von links) auf dem Normag Platz nehmen. Quelle: Julia Tonne

Die Feuerwehr aus Pegau hatte hingegen eine alte Wasserspritze mitgebracht und zeigte, was die mit ihren 90 Jahren noch zu bieten hatte. „Die schafft 1200 Liter pro Minute“, erklärte Dietrich Baldeweg, früherer Stadtwehrleiter Pegaus. Allerdings gestaltete sich das Hin- und Wegbringen des 1,5-Tonnen schweren Gefährts etwas kompliziert. „Vier Mann, vier Ecken - und eine Seilwinde“ waren notwendig, um den Koloss zu verladen.

Die Pegauer Feuerwehr hatte einen Koloss mitgebracht: eine Wasserspritze aus dem Jahr 1928. Quelle: Julia Tonne

Gerhard Artelt hatte mit einem Deutz-Motor ein Prachtstück aus dem familieneigenen Technikmuseum bereitgestellt. 20 Pferdestärken unter der Haube und 400 Umdrehungen pro Minute - das waren die Eckdaten des Motors, der 1930 für die Garbschützer Mühle gebaut wurde und einige Jahre später in Einzelteilen bei Artelts landete. Für das schönste Modell sorgte am Wochenende Eberhard Nöbel aus Regis-Breitingen. Er gewann mit seinem 16 PS starken Eicher, Baujahr 1954, den Besucherpreis.

Gerhard Artelt (links) und seine Frau Barbara überreichen Eberhard Nöbel den Preis für den schönsten Traktor. Quelle: Julia Tonne

Etliche Gäste nutzten die Gelegenheit, sich das Treffen und die historischen Fahrzeuge aus luftigen Höhen anzusehen und wagten sich auf die Mühle. Jürgen Butze, Mitglied des Mühlenvereins und seit 1974 aktiver Bergsteiger, sorgte für das richtige Angurten. „Und was besonders spannend ist: viel mehr Mädchen und Frauen als Männer trauen sich runter“, sagte der 71-Jährige. Mut müsse man schon haben, um die 17 Meter vom sogenannten Sackloch bis zur Veranda zu überwinden. Doch Butze war geübt darin, so manchem Skeptiker die Angst zu nehmen: „Das Seil trägt eine Last von bis zu 6,5 Tonnen.“

Generalprobe für Treffen in Benndorf

Seit Jahren bereits gehören die Schlepper- und Oldtimerfreunde aus Frohburg zum festen Stamm der Aussteller. Gleich sieben Fahrzeuge hatten die Freunde um den zweiten Vorsitzenden Wolfgang Schubert nach Wyhra mitgebracht. „Der Termin ist jedes Jahr gesetzt, da führt kein Weg vorbei“, machte dieser deutlich. Zudem sei das Wochenende die Generalprobe für das Treffen am ersten September in Benndorf.

Von Julia Tonne

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